Nutzung der Ergebnisse der Milchleistungsprüfung für die Fütterungs- und Stoffwechselkontrolle

Zusammenfassung:

Die Analyse der Milchzusammensetzung liefert nur verwertbare Informationen, wenn die Ergebnisse im Zusammenspiel mit dem Laktations- und Gesundheitsstatus der Kuh, den Umweltverhältnissen, dem Nährstoffangebot über das Futter und der Futterqualität sowie dem praktizierten Managementniveau bewertet werden. Untersuchung von Herdenmischmilch Mit der wöchentlichen Untersuchung der Herdenmischmilch (Tankmilch) auf Milcheiweißgehalt, Milchharnstoffgehalt, SHZ (Soxhlet -Henckel-Zahl) und Zellgehalt lassen sich wichtige Informationen über das Energie- und Proteinangebot des Milchkuhbestandes sowie die Eutergesundheit einholen. Der Milchproteingehalt ist stark energieabhängig. Energieexzessiv versorgte Kühe produzieren hochsignifikant mehr Eiweiß als energierestriktiv versorgte. Milcheiweißkonzentrationen in der Herdenmischmilch über 32 g/l signalisieren eine gute, darunterliegende Konzentrationen eine unzureichende Energieversorgung. Der Milchharnstoff spiegelt das Proteinangebot im Verhältnis zur Energieversorgung wider. Die Konzentrationen im Morgen- und Abendgemelk unterscheiden sich kaum. Harnstoffwerte in der Herdenmischmilch unter 2,7 mmol/l (106 mg/l) gelten als erniedrigt, solche über 4,0 mmol/l (204 mg/l) als erhöht. Die Soxhlet-Henckel-Zahl (SHZ) gilt als ein wichtiges Kriterium für die Rohmilchqualität. Werte in der Herdenmischmilch unter 6,0 deuten auf eine energierestriktive Fütterung (zellulosereiche, qualitätsgeminderte Silagen, Energiemangel, Proteinüberschuss, geringer Aufwuchs auf der Weide) hin. Werte über 6,8 sind Ausdruck eines Energieüberschusses. Für das Einzeltier ist die Bestimmung der SHZ nur verwertbar, wenn sich die Kuh außerhalb der Frühlaktation befindet.

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