Fütterung

_Vorwort_

Mit der GfE 2023 wurde das Fütterungsmodell für Milchkühe grundlegend überarbeitet. Während die GfE 2001 die Energieversorgung über die Nettoenergie Laktation (NEL) und die Proteinversorgung über das nutzbare Rohprotein (nXP) bewertete, basiert die GfE 2023 auf der umsetzbaren Energie (ME) sowie dem dünndarmverdaulichen Protein (sidP) und den dünndarmverdaulichen Aminosäuren (sidAA).

Neu ist außerdem die Berücksichtigung des tatsächlichen Futteraufnahmeniveaus (FANi). Dadurch fließen Einflüsse der Futteraufnahme auf Verdaulichkeit, Passagerate (k), Methanverluste und die Bildung mikrobiellen Proteins (MCP) in die Berechnung ein. Das Ergebnis ist eine deutlich präzisere und biologisch realistischere Bewertung der Energie- und Proteinversorgung von Milchkühen.

Mit der Einführung der GfE2023 haben sich einige Änderungen ergeben, diese sind durch die folgendes gekennzeichnet.

GfE 2001GfE 2023
Energiebewertung über NELEnergiebewertung über ME
Proteinbewertung über nXPProteinbewertung über sidP und sidAA
Feste FutterbewertungBerücksichtigung des FANi
Vereinfachte ProteinbewertungTrennung in RDP, UDP, MCP und sidUDP
Geringere Berücksichtigung biologischer ZusammenhängeGenauere Abbildung der Pansen- und Dünndarmverdauung

GfE 2023

Acid detergent lignin (ADL)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest wird mit dem Kochen mit Schwefelsäure aus der ADF die Zellulose heraus gelöst. Es bleibt das acid detergent lignin (ADL, Lignin) übrig.

Ad libitum

Nach Gutdünken, nach Belieben. In der Tierernährung bedeutet dies, dass das Tier rund um die Uhr Futter zur uneingeschränkten Verfügung hat.

Aerob

Mit Sauerstoff, in Verbindung mit Sauerstoff, beschreibt ein Sauerstoff haltiges Milieu.

Aminosäure

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine zusammengesetzt sind. Ihr charkteristischer Bestandteil ist der Stickstoff.

Es wird zwischen essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren unterschieden. Die essentiellen kann der Körper nicht selbst bilden. Diese müssen über das Futter aufgenommen werden.

Zwei wichtige Vertreter in der Rinderfütterung sind:

Anaerob

ohne Sauerstoff, unter Sauerstoff freien Bedingungen.

Anion

Ein Anion ist der Begriff für ein negativ geladenes Ion. Das Gegenteil von Kation.

Antikörper

Antikörper oder Immunglobuline werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Azidose

Die Pansenacidose ist eine der häufigsten Erkrankungen in heutigen Milchviehbeständen.

Die akute Pansenacidose entsteht, wenn nicht ausreichend laktatverwertende Bakterien im Pansen vorhanden sind und es zu einer Anreicherung von Milchsäure kommt. Das geschieht insbesondere bei Rationen mit einem hohen Anteil an leichtverdaulichen Kohlenhydraten und wenig strukturiertem Grobfutter. Dadurch kommt es zu einem Abfall des Pansen pH-Wertes. Bakterien, welche nicht an diesen niedrigen pH-Wert angepasst sind (zellulose-, stärke und laktatabbauende Mikroorganismen) sterben ab und setzen Endotoxine frei. Laktatbildende Bakterien hingegen vermehren sich massenhaft, bilden noch mehr Laktat und führen zu einem weiteren Absinken des pH-Wertes. Akute Pansenacidosen können durch eine zu schnelle Umstellung auf eine energiereiche, rohfaserarme Ration, Nahrungsentzug, Fehler in der Kraftfutterzuteilung oder durch Strukturarmut des Grundfutters entstehen.

Die Folgen von Pansenacidosen können schwerwiegend sein:

  • Der osmotische Drück in den Vormägen steigt an. Dadurch kommt es zu einer verminderten Wasserresorption durch die Vormägen und der Inhalt (Futterbrei) verflüssigt sich => dünnbreiige Kotkonsistenz. Gleichzeitig entsteht ein Wassermangel im Gewebe und im Blut, es kommt zur Bluteindickung mit einhergehender Herz-Kreislauf-Belastung.
  • Durch die freigesetzten Endotoxine kann eine Schockreaktion ausgelöst werden.
  • Entzündung der Pansenschleimhaut durch erhöhte Säurekonzentration.
  • Der Organismus wird vermehrt durch Laktat belastet, die Leber kann die anflutenden Mengen nicht verstoffwechseln und es kommt zu einer metabiolischen Acidose.
  • Schädigung der Gefäße der Klauenlederhaut, dadurch entsteht eine akute Entzündung (Laminitis).
  • Zudem hat jede Acidosenegative Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft, Fruchtbarkeit und Gesundheit und ist mitverantwortlich für zahlreiche Störungen der Tiergesundheit (Labmagenverlagerung, Klauenerkrankungen, erhöhte Mastitisanfälligkeit, Fruchtbarkeitsstörungen durch vermehrt auftretende Endometritis, schwache und stille Brunsten).

Zur Vorbeuge von Acidosen ist in der Rationsgestaltung stets auf die Wiederkäuergerechtheit oberster Augenmerk zu legen. Zudem muss auf eine maximale Futteraufnahme hingearbeitet werden, die durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Futtermittel und bestem Kuhkomfort gefördert wird.

Beständige Stärke (bXS)

bezeichnet den Anteil der Stärke eines Futtermittels, der den Pansen weitgehend unverändert passiert und erst im Dünndarm enzymatisch zu Glukose abgebaut wird. Dadurch steht die Energie direkt der Kuh zur Verfügung und kann besonders die Glukoseversorgung sowie die Bildung von Milchzucker (Laktose) unterstützen.

Der Anteil an beständiger Stärke hängt von der Futtermittelart, der Verarbeitung (z. B. Schrotung) und der Silierung ab und liegt je nach Futtermittel typischerweise zwischen 10 und 45 % der Gesamtstärke. Futtermittel mit einem hohen Anteil an beständiger Stärke sind insbesondere Körnermais und teigreife Maissilage.

Im GfE-2023-Fütterungssystem wird die beständige Stärke zur genaueren Beurteilung der Kohlenhydratversorgung berücksichtigt. Während Stärke im Pansen die mikrobielle Eiweißbildung fördert, liefert beständige Stärke vor allem direkt nutzbare Energie für das Tier. Ein ausgewogenes Verhältnis beider Stärkeformen ist daher für eine optimale Fütterung entscheidend.

GfE 2023

Beta-Carotin

wird nicht mehr als eigene Vitamingröße geführt. Untersuchungen konnten keine Vitamin-A-unabhängige Funktion von β-Carotin nachweisen, daher wird kein eigener Versorgungswert mehr angegeben.

GfE 2023

Bikarbonate

Hydrogencarbonate, veraltet Bikarbonate, saure Carbonate, HCO3–Salze der Kohlensäure (H2CO3) bestehend aus HCO3– und ein oder zweiwertigen Metallen. Wichtiger Bestandteil des Hydrogencarbonat-Kohlensäure-Puffers zur kurzfristigen Regulation des Blut-pH-Wertes.

Biotin

Biotin wurde ursprünglich als Vitamin H bezeichnet und gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Biotin wird von Mikroorganismen gebildet und eine weitgehende intestinale Versorgung ist gewährleistet. In pflanzlichem Material befindet sich Biotin vor allem in den Blättern. Biotin ist Koenzym von Enzymen, die Carboxylierungsreaktionen katalysieren. Biotin abhängige Reaktionen sind somit bedeutsam bei der Fettsäuresynthese, im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Auf Grund der hohen mikrobiellen Synthese im Verdauungstrakt ist die Untersuchung von Mangelsymptomen erschwert. Bei experimentell herbeigeführtem Biotinmangel wurde eine verminderte Gluconeogenese, ein reduzierter Kaliumgehalt in der Muskulatur, ein verminderter Ribonukleinsäuregehalt in der Leber, schorfige Dermatitis, Haarverfärbung und -ausfall, Lähmungen, sowie eine gestörte Reproduktion und Milchleistung beobachtet.

Body Condition Score (BCS)

Methode zur Beurteilung der Körperfettreserven

Bruttoenergie (GE)

Die Bruttoenergie (GE) ist der gesamte Energiegehalt eines Futtermittels.
Sie wird mit einem Bombenkalorimeter bestimmt und umfasst sämtliche chemisch gebundene Energie der organischen Substanz. Die Bruttoenergie berücksichtigt jedoch noch keine Verluste über Kot, Harn oder Methan.
Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Energiebewertungssysteme wie Verdauliche Energie (DE), Umsetzbare Energie (ME) und Nettoenergie Laktation (NEL).

GETM beschreibt die Bruttoenergie bezogen auf die Trockenmasse (TM) eines Futtermittels.
Da Wasser keine Energie liefert, ermöglicht die Angabe auf Trockenmassebasis einen direkten Vergleich verschiedener Futtermittel.

GEOM beschreibt die Bruttoenergie der organischen Masse (OM).
Da Rohasche (CA/XA) keinen Brennwert besitzt, wird ausschließlich die organische Substanz betrachtet. Diese Größe dient verschiedenen Berechnungen innerhalb der GfE 2023-Energiebewertung.

GfE 2023

Bullenmast

In der Bullenmast werden die männlichen Nachkommen von Milchviehrassen oder aber die männlichen Nachkommen spezieller Fleischrassen aufgezogen und bis zu einem Lebendgewicht von etwa 700 kg gemästet. In der Bullenmast wird Wert auf hohe Tageszunahmen von über 1.200g / Tier und Tag gelegt. Dabei ist die tatsächliche Höhe der Tageszunahmen stark abhängig von der Qualität der eingesetzten Futtermittel, der Rationsgestaltung, der Haltungs- und Managementbedingungen, sowie der Genetik der Tiere.

Buttersäure

Buttersäure (Butyrat) macht 12 bis 18% der Fettsäureproduktion im Pansen aus.

Sie wird größtenteils zu Ketonkörpern umgewandelt und zur Fettsäuresynthese im Körperfettgewebe und im Euter genutzt. 8 – 25% des Milchfettes stammen aus der Buttersäure.

CH4EFAN1

beschreibt den Energieverlust durch Methanbildung unter einem standardisierten Futteraufnahmeniveau (FAN = 1).

Methan entsteht während der mikrobiellen Fermentation im Pansen und stellt einen Energieverlust für das Tier dar. Gleichzeitig handelt es sich um ein klimarelevantes Treibhausgas.

Der Wert dient als Referenzgröße für Futtermittel und ermöglicht deren Vergleich unabhängig von der tatsächlichen Futteraufnahme.

GfE 2023

CH4EFANI

beschreibt den Energieverlust durch Methanbildung unter den tatsächlichen Bedingungen der Futteraufnahme (FANi).

Da sich mit steigender Futteraufnahme die Verdaulichkeit und die Fermentation verändern, unterscheidet sich dieser Wert häufig von CH4EFAN1.

Die GfE 2023 berücksichtigt dadurch erstmals den Einfluss der Futteraufnahme auf die Methanbildung bei der Energiebewertung.

GfE 2023

Close-Up

Bei Kühen bezeichnet „close-up“ in der Regel die letzten 21 Tage vor dem Kalben, auch Anfütterungszeit genannt. Diese Zeit ist entscheidend für die Versorgung der Kuh mit Nährstoffen und ihre Vorbereitung auf die nächste Laktation.

CNCPS

CNCPS bedeutet ausgeschrieben Cornell Net Carbohydrate and Protein System. Es wurde in den 1970er- Jahren an der Cornell Universität in den USA entwickelt. Das CNCPS-Modell berücksichtigt bei der Futteranalyse eine exaktere Untersuchung von ProteinFett und Kohlenhydraten. Es geht nicht nur um die reinen Nährstoffgehalte, sondern betrachtet ebenso die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt sowie die Passagerate. Außerdem bezieht es spezifische Tier- und Umweltfaktoren mit ein. Das Modell schlüsselt Kohlenhydrat- und Proteinfraktionen an Hand spezifischer Verdaulichkeiten oder Bindungen mit Faserfraktionen gezielt auf. So kann die Synchronisation im Pansen exakter erfasst werden. Genaue Aussagen über die Versorgungslage mit den essentiellen Aminosäuren können getroffen werden.

CNCPS
Rohasche
RohproteinA1A2
B1B2
C
RohfettC14:0
C16:0
C18:0C18:1C18:2C18:3
KohlenhydrateA1A2A3A4
B1B2B3

Coli Bakterium, Escherichia Coli

Das E.coli-Bakterium wurde 1919 von Theodor Escherich entdeckt und nach ihm benannt. E.coli-Bakterien kommen vorwiegend im tierischen wie auch im menschlichen Darm vor und sind daher auch als Fäkalkeime bekannt. Es handelt sich um säurebildende, stäbchenförmige, gramnegative (lactosepositive) Bakterien. E.coli-Bakterien ernähren sich vor allem von Zucker und Aminosäuren. E.coli-Bakterien sind anaerobe Mikroorganismen und haben die Fähigkeit benötigte Energie aus der Säuregärung zu ziehen.

Darmepithel

Zellschicht (Epithel), die die Innenseite des Darms bedeckt. Die Zellen des Darmepithels dienen der Sekretion und Resorption. Bei Wirbeltieren besteht das Darmepithel aus einer einschichtigen Lage von Zellen, die Verdauungsenzyme und Schleim produzieren sowie Nährstoffe aus dem Darm resorbieren.

Darmflora

Zusammenfassende Bezeichnung der im Darm von Tieren und Menschen vorhandenen, regelmäßig nachweisbaren Bakterien (Darmbakterien) und Pilze oder auch nur der Bakterien; vorwiegend im Dickdarm angesiedelt.

DLG

Das Wort DLG steht als Akronym für Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Die DLG wurde 1885 von Max Eyth gegründet. Die DLG ist die Spitzenorganisation der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit über 22.000 Mitgliedern. Die DLG testet Land- und Kommunaltechnik sowie landwirtschaftliche Betriebe und Betriebsmittel. Die DLG prüft Mischfutter, Siliermittel, Reinigungs-, Desinfektions-, Euterhygiene- sowie Stalldesinfektionsmittel und Düngekalk. Nach erfolgreicher Prüfung auf Grundlage der hohen DLG-Maßstäbe wird das DLG-Gütezeichen vergeben. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an den Anforderungen der Praxis und entsprechen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die DLG ist ein neutrales offenes Forum des Wissensaustausches und der Meinungsbildung. Die DLG organisiert Fachausstellungen für die Land- und Ernährungswirtschaft. Es finden Tagungen und Seminare statt wo kommuniziert und diskutiert wird. Außerdem bietet die DLG viele Aus- und Weiterbildungsangebote für die Land- und Ernährungswirtschaft.

Dünndarmverdauliche Aminosäuren (sidAA)

Parallel zu sidP wird jede einzelne essentielle Aminosäure getrennt betrachtet. Unter sidAA versteht man die Menge jeder Aminosäure, die den Dünndarm erreicht und absorbiert werden kann. Die Versorgung mit sidP ergibt sich somit aus der Summe der sidAA-Werte der Ration.

GfE 2023

Dünndarmverdauliches Lysin (sidLys)

beschreibt die tatsächlich im Dünndarm verfügbare Menge der essenziellen Aminosäure Lysin. Sie setzt sich aus Lysin des mikrobiellen Proteins und des pansenstabilen Proteins (UDP) zusammen.

Lysin zählt neben Methionin zu den leistungsbegrenzenden Aminosäuren bei Milchkühen.

sidLys = sidLys(MCP) + sidLys(UDP)

GfE 2023

Dünndarmverdauliches Methionin (sidMet)

beschreibt die im Dünndarm verfügbare Menge der essenziellen Aminosäure Methionin.
Methionin ist häufig die erstlimitierende Aminosäure in Hochleistungsrationen und spielt eine wichtige Rolle für Milchleistung, Eiweißbildung und Leberstoffwechsel.

sidMet = sidMet(MCP) + sidMet(UDP)

GfE 2023

Dünndarmverdauliches Mikrobenprotein (sidMP)

Das dünndarmverdauliche Mikrobenprotein (sidMP) ist der verdauliche Anteil des im Pansen gebildeten mikrobiellen Rohproteins. Es liefert hochwertige Aminosäuren und bildet den größten Anteil der Proteinversorgung.
Für die Bedarfsableitung wurde ein Anteil von 85 % Pansenbakterien und 15 % Protozoen am MCP festgelegt. Aus den Aminosäurenmustern von Bakterien- und Protozoenprotein ergibt sich das Aminosäurenmuster des MCP. Je 100 g Mikrobenprotein sind z.B. 2,6 g Methionin und 8,7 g Lysin enthalten.

Annahme:

  • 78 % Aminosäuren im Mikrobenprotein
  • 85 % Dünndarmverdaulichkeit

sidMP = MCP × 0,78 × 0,85

Für die Berechnung des sidMP werden demnach folgende Parameter benötigt: TM-Aufnahme und LM0,75 zur Ermittlung des Futteraufnahmeniveaus (FANi), die organische Masse (OM) und deren Verdaulichkeit (OMD).

GfE 2023

Dünndarmverdauliches Protein (sidP)

Das zentrale neue Kenngrößenmaß ist das sidP. Es umfasst die Summe aller Aminosäuren, die nach den Verdauungsverlusten (vor allem im Pansen) tatsächlich bis zum Ende des Dünndarms zur Absorption gelangen. In der GfE 2023-Bedarfsrechnung wird nun der Proteinbedarf der Kuh in Form von sidP ausgedrückt. Dadurch wird direkt auf die tatsächlich verfügbare Aminosäurenmenge abgestellt.

Es ist die Summe aus dem dünndarmverdaulichen Mikrobenprotein (sidMP) und dem dünndarmverdaulichen – im Pansen nicht abgebautes Futterprotein – (sidUDP)

sidP beschreibt die tatsächlich im Dünndarm verfügbare Proteinmenge und ersetzt in der GfE 2023 das bisherige nutzbare Rohprotein (nXP).
sidP berücksichtigt sowohl das mikrobielle Protein (MCP) als auch das pansenstabile Futterprotein (UDP) nach Abzug der Verdauungsverluste.

sidP = sidMP + sidUDP.

GfE 2023

Dünndarmverdauliches UDP (sidUDP)

beschreibt den Anteil des pansenstabilen Proteins (UDP), der nach dem Passieren des Pansens im Dünndarm tatsächlich verdaut und als Aminosäuren aufgenommen werden kann.

Da nicht das gesamte UDP vollständig verdaulich ist, wird für jedes Futtermittel eine spezifische Dünndarmverdaulichkeit (IDUDP/IDP) berücksichtigt. Zusammen mit dem dünndarmverdaulichen Mikrobenprotein (sidMP) bildet sidUDP das dünndarmverdauliche Protein (sidP).

sidUDP = UDP * IDUDP

sidP = sidMP + sidUDP

IDUDP = Intestinal Digestibility UDP

GfE 2023

Duodenum

Zwölffingerdarm, erster Abschnitt des Dünndarms.

Durchfall

Bei Durchfallerkrankungen kommt es zu sehr häufigen Abgaben von dünnflüssigem Stuhl, wobei dies auch in Kombination mit Koliken auftreten kann. Durchfallerkrankungen bei Tieren (natürlich auch bei Menschen) gehen von verschiedenen Ursachen aus. Hauptverantwortliche sind oft Viren (Corona- und Rotaviren), bakterielle Erreger (E.coli-Bakterien, sowie Salmonellen). In selteneren Fällen kommen auch Parasiten in Betracht. Durchfallerkrankungen sind die Todesursache Nummer Eins bei Kälbern in den ersten beiden Lebenswochen.

Dysenterie

Früher auch als Ruhr bezeichnet. Bei der Dysenterie kommt es zu einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms, welche von den Toxinen der Shigellen (gramnegative Stäbchenbakterien) hervorgerufen wird. Der Dickdarm produziert vermehrt Schleim, es kommt zu herdförmigen Nekrosen, Blutungen und einer verminderten Resorption. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 3 Tage. Es kommt zu Koliken und sehr starken blutigen Durchfällen mit all seinen negativen Folgen. Ein Dysenterieausbruch in einem Bestand führt zu großen wirtschaftlichen Verlusten.

Effektiver ruminaler Proteinabbau (EDG)

Effective Degradation beschreibt den Anteil des Rohproteins, der im Pansen von Mikroorganismen abgebaut wird. Der EDG hängt sowohl von den Eigenschaften des Futtermittels als auch von der Passagerate (kFAN1) und damit vom Futteraufnahmeniveau (FANi) ab. Mit steigender Futteraufnahme verkürzt sich die Verweildauer des Futters im Pansen, wodurch der effektive Proteinabbau sinkt.

Zur Berechnung des EDG werden die Proteinabbauparameter aus in-situ-Untersuchungen sowie futtermittelspezifische Schätzgleichungen für die Passagerate verwendet.

Berechnung:

UDP (%) = 100 − EDG (%)

GfE 2023

Elektrolyte

Elemente, die in wässriger Lösung in der Lage sind, den elektrischen Strom zu leiten. Zu den Stoffen zählen neben Säuren und Basen auch die Salze. Die Verteilung dieser Stoffe im Körper bildet ein empfindliches Gleichgewicht, den Elektrolythaushalt. Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid. Der Austausch der Elektrolyte erfolgt aktiv oder passiv durch die Zellmembran. Durch diesen Ionentransport ändert sich die Spannung an der Zellmembran, wodurch die Steuerung aller Prozesse, die auf Zellebene ablaufen, erst ermöglicht wird.

Energie

Rinder benötigen, je nach Lebens- und Leistungsphase, für Erhaltung, Trächtigkeit, Milchleistung und Wachstum Energie. Diese kann über Energiekomponenten, wie Gerste, Weizen und Mais bereitgestellt werden.

Energieverdaulichkeit (ED)

Sie kann aus der Verdaulichkeit der Organischen Masse (OMD = organic matter digestibility)) abgeleitet werden, da sich ED und OMD durch eine konstante Differenz unterscheiden:

ED (%) = OMD (%) – 3,3

Die OMD kann über Verdauungsversuche oder Schätzgleichungen ermittelt werden. Es existieren Schätzgleichungen z.B. für Mais- und Grasprodukte.

GfE 2023

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf einen Reiz. Ursachen einer Entzündung sind häufig Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze.

Enzyme

Körpereigene, in der Regel spezifische Biokatalysatoren von Stoffwechselreaktionen. In der Tierernährung ermöglichen Enzyme, die nicht Körpereigen sind, die Verdauung von Nährstoffen, die sonst nicht verfügbar sind. Phytase macht unter anderem in Getreide enthaltenes, gebundenes Phosphor für die Tiere verfügbar.

Erhaltungsbedarf

ist die Energie zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen wird nun explizit auf Basis von ME angegeben. Für eine 600‑kg-Kuh ergibt sich mit 0,64 MJ/kg^0,75 ein Erhaltungsbedarf von etwa 5,8 MJ ME pro Tag. Damit ist die Basis für alle Leistungsbedarfe klar abgegrenzt.

GfE 2023

Essigsäure

Essigsäure (Acetat) macht 50 – 60% der im Pansen produzierten flüchtigen Fettsäuren aus. Sie entsteht bevorzugt bei Fütterung einer rohfaserreichen Ration.

Essigsäure wird benötigt für die Fettsäuresynthese im Euter und im Körperfettgewebe. 17 -45% des Milchfettes entstammt der Essigsäure aus dem Pansen. Sie dient außerdem der Energiegewinnung und ist Ausgangspunkt der Ketonkörper Bildung.

Euter

Als Euter wird die Milchdrüse der weiblichen kleinen (Schafe, Ziegen) und großen Wiederkäuer (Rinder) bezeichnet. Die Milchdrüse des Rindes besteht aus vier Milchdrüsenkomplexen, von denen je zwei eine rechte und eine linke Euterhälfte mit je einem vorderen und hinteren Euterviertel bilden. Die Milchdrüse der Schafe und Ziegen und besteht nur aus zwei Milchdrüsenkomplexen, welche eine rechte und linke Euterhälfte bilden. Die einzelnen Euterviertel, bzw. Euterhälften sind deutlich voneinander getrennt. Es findet kein Austausch untereinander statt. So kommt es nur in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Erkrankungen einzelner Viertel oder Hälften innerhalb der Milchdrüse auf die anderen Viertel / die andere Hälfte. Eine Verschleppung von Erkrankungen auf andere Milchdrüsenkomplexe ist meistens Folge einer unzureichenden Melk- und / oder Liegeboxenhygiene.

Eutergesundheit

Zur Beurteilung der Eutergesundheit werden der Gehalt an somatischen Zellen und der Keimgehalt der ermolkenen Milch herangezogen. Dabei ist zu beachten, dass der Keimgehalt der Tankmilch in erster Linie ein Parameter der Milchqualität und weniger der Eutergesundheit ist, da eine bakterielle Verunreinigung von außen möglich ist. Ohne äußerliche Verunreinigung enthält die Zisternenmilch ca. 100.000 Keime je Milliliter, Alveolarmilch gesunder Euterviertel enthält deutlich weniger Keime, die Konzentration beträgt zwischen 1.000 und 10.000 Keime je Milliliter. Milch bakteriell infizierter Viertel enthält mehr als 10.000 Keime je Milliliter. Anders als der Keimgehalt der Milch gibt der Gehalt an somatischen Zellen deutlichen Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Euters.

Fermentation, Fermentierung

Fermentation oder Fermentierung bezeichnet in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder aber durch Zusatz von Enzymen.

Fettmobilisation, Fettmobilisationssyndrom

Fettmobilisation bzw. das Fettmobilisationssyndrom tritt in der Regel um die Geburt des Kalbes herum auf. Häufig leiden vor der Geburt verfettete Tiere an diesem Syndrom. Sie bauen stark Körperfett ab. Ketosen, Festliegen sind Beispiele für Folgen dieser Erkrankung.

Fettsäuren

Fettsäuren sind Bausteine für Hormone und nehmen eine wichtige Rolle bei der Verwertung fettlöslicher Vitamine ein. Generell unterscheidet man zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Kohlenstoffatome (C) gefolgt von der Anzahl der ungesättigten Gruppen

  • C14:0 gesättigte Fettsäure -Myristinsäure
  • C16:0 gesättigte Fettsäure – Palmitinsäure
  • C18:0 gesättigte Fettsäure – Stearinsäure
  • C18:1 einfach ungesättigte Fettsäure – Ölsäure
  • C18:2 zweifach ungesättigte Fettsäure – Linolsäure
  • C18:3 dreifach ungesättigte Fettsäure – Linolensäure

Fruchtbarkeit

Als Fruchtbarkeit bezeichnet man im Allgemeinen das Fortpflanzungsvermögen unserer Nutztiere. Parameter der Fruchtbarkeit sind in Milchviehbeständen vorrangig die Zwischenkalbezeit und der Besamungsindex. Entscheidenden positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeitslage einer Herde haben die Qualität der Futtermittel, die Rationsgestaltung, die Haltungsbedingungen und der Gesundheitsstatus. Dieser wiederum wird ebenfalls maßgeblich durch die Fütterung und die Haltung der Tiere bestimmt.

Futteranalyse

Die Futteranalyse umfasst alle Untersuchungen, die erforderlich sind, um den Nährwert eines Futtermittels anzugeben.

Futteraufnahmeniveau (FANi)

beschreibt die tatsächliche Trockenmasseaufnahme einer Milchkuh im Verhältnis zu ihrem Erhaltungsbedarf. Es ist eine zentrale Kenngröße der GfE 2023, da die Futteraufnahme die Verdaulichkeit und damit die Energie- und Proteinversorgung maßgeblich beeinflusst.

Mit steigender Futteraufnahme verkürzt sich die Verweildauer des Futters im Pansen. Dadurch nimmt die Passagerate zu und die Verdaulichkeit der Nährstoffe kann abnehmen. Diese Zusammenhänge werden in der GfE 2023 erstmals systematisch bei der Berechnung der Energie- und Proteinversorgung berücksichtigt.

Viele Kennwerte wie die Energieverdaulichkeit, die umsetzbare Energie (ME), der Methanenergieverlust, die mikrobielle Proteinbildung (MCP) sowie das dünndarmverdauliche Protein (sidP) werden deshalb auf das tatsächliche Futteraufnahmeniveau (FANi) bezogen. Dadurch lässt sich die Nährstoffversorgung einer Milchkuh deutlich genauer beurteilen als mit festen Standardwerten.

GfE 2023

Futtereffizienz

Die Futtereffizienz ist eine Kennzahl zur Bewertung der Futterverwertung. Sie gibt an, wieviel Milch die Kühe aus einem Kilogramm Trockensubstanz produzieren. Je mehr Milch daraus umgesetzt wird, desto höher ist die Futtereffizienz.

Futterverwertung (FCR)

Die Futterverwertung (FCR = feed conversion rate) ist in der Nutztierhaltung ein Maß, das den Futterverbrauch je Einheit Leistung beschreibt. Die Futterverwertung beschreibt demnach die Effizienz der Umsetzung von Futternährstoffen in Körpermasse (Mastvieh) oder Milchleistung (Milchvieh), wobei für die Ermittlung der Umsetzungseffizienz in der Milchproduktion üblicherweise die Kraftfuttereffizienz und die Grundfutterleistung als Parameter herangezogen werden. Die Futterverwertung gibt an, wie viel Futter für die Erzeugung von 1 kg Fleischzuwachs notwendig ist.

FCR = Futterzufuhr (kg) / Zuwachs (kg)

Der Begriff ist allerdings kein wissenschaftlicher Parameter, sondern dient eher zum Vergleich von Leistungsstandards. Die Futterverwertung gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Zuwachses oder die Qualität des Futters.

Futterzusatzstoffe

Zusatzstoffe werden auf Grund ihrer positiven Eigenschaften für Tier, Leistung, Gesundheit etc. eingesetzt. Man unterscheidet:

Geschützte Fette

Geschützte Fette sind behandelt oder mit anderen Substanzen kombiniert, um sie vor dem Angriff der Pansenbakterien zu schützen und ihren Abbau im Pansen zu verhindern. Sie werden erst im Darm enzymatisch abgebaut.

GfE

Gesellschaft für Ernährungsphysiologie ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern aus den Bereichen
der Tierernährung und Ernährungsphysiologie. Sie erarbeitet Bewertungsmaßstäbe für Futtermittel und gibt Versorgungsempfehlungen für Energie und Nährstoffe für Nutztiere heraus, die auch fortlaufend aktualisiert werden. Die wissenschaftlichen Empfehlungen und Stellungnahmen der GfE können über www.gfe-frankfurt.de abgerufen werden

Glycerin

Glycerin ist ein Grundbestandteil aller Fette (Triglyceride). Es hat als Futtermittel die Funktion eines Energielieferanten. Der Glycerinanteil ist ja nach Fett/Öl unterschiedlich.

Glykogen

Der tierische Organismus speichert Kohlenhydrate in Form von Glykogen. Als Speicherorgane dienen vor allem die Leber und in geringerem Maße auch die Muskulatur.

Grassilage

Grassilage wird aus Wiesen- oder Ackergras gewonnen. Durch luftdichte Lagerung wird die Silage haltbar gemacht, in dem die Milchsäuregärung abläuft.

Sensorische Qualitätsüberprüfung:

Muss aromatisch riechen und nicht in der Nase stechen. Deutlicher Buttersäuregeruch (sehr unangenehm) und / oder Essigsäuregeruch deuten auf eine Fehlgärung und schlechte Qualität hin. Dies führt zu einer verminderten Akzeptanz des Futters durch die Kühe => schlechte Futteraufnahme, schlechte Energieversorgung, Folgeerkrankungen (Fruchtbarkeitsstörungen, Klauenerkrankungen, Euterentzündungen). Es darf kein Schimmel sichtbar sein. Die Grashalme sollten möglichst kurz sein. Es sollten keine Erdklumpen in der Silage zu finden sein.

Trockensubstanz:

Wenn beim Wringen in der Hand Wasser austritt ist die Silage zu feucht (u.U. dadurch schlechtere Futteraufnahme, Fehlgärung etc.). Nach dem Drücken in der Hand sollte die Handfläche kleben, dann ist der Zuckergehalt als gut einzustufen. Keine Nacherwärmung (die Silage muss kühl sein nicht wärmer als Umgebungstemperatur, da durch Nacherwärmung ein Nährstoff- und Energieverlust entsteht, Schimmelbildung in Gang gesetzt wird und die Futteraufnahme leidet). Keine losen Futterreste vor dem Silagestock, diese ist prädestiniert für Nacherwärmung.

Verdichtung:

mit Kugelschreiber überprüfen (wenn Sie einen Kugelschreiber in die Silage drücken können, war  Verdichtung nicht ausreichend).

Anschnittsfläche:

Möglichst eine glatt Schnittfläche, damit die Oberfläche nicht aufgelockert wird und kein Sauerstoff eintritt. Diese ist von der Entnahmetechnik abhängig:

  • Schneidzangen / Blockschneider / Fräsen entnehmen sauber und hinterlassen glatte Fläche
  • Greifzangen /Schaufeln reißen Futter heraus und lockern auf.

Abdeckung:

Möglichst die Folie nur soweit wie nötig zurückziehen, um das Futter für den jeweiligen Tag zu entnehmen.

Grobfutterverdrängung

Je mehr Kraftfutter einer Kuh zugeteilt wird, desto weniger Grobfutter frisst sie.

Hemizellulose

Hemizellulosen sind leicht lösliche Zellwandsubstanzen. Nach der Zellulose sind sie der wichtigste Bestandteil der pflanzlichen Zellwand.

Siehe auch NDF

Immunglobuline

Immunglobuline/Antikörper werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Immunsystem

Gesamtheit der für die spezifischen Abwehrmechanismen des Organismus verantwortlichen funktionellen Gewebe, Zellen und biologisch aktiven Komponenten. Die Funktion des Immunsystems beruht auf der Fähigkeit, zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen zu unterscheiden.

Intestinal Digestibility of UDP (IDUDP/IDP)

IDUDP/IDP beschreibt die futtermittelspezifische Dünndarmverdaulichkeit des pansenstabilen Proteins (UDP). Der Wert wird aus Versuchsdaten abgeleitet und ist in den GfE-2023-Futterwerttabellen für die einzelnen Futtermittel hinterlegt.

GfE 2023

Kalium (K)

Der Kalium-Bedarf wurde im Vergleich zu GfE 2001 um etwa 30% nach oben korrigiert. Zudem wird explizit der negative Effekt eines hohen Kaliumgehalts auf die Magnesiumaufnahme berücksichtigt: Hohe Kaliumgehalte können die Verfügbarkeit von Magnesium (Mg) reduzieren.

GfE 2023

Kalzium (Ca)

engl. Calcium (Ca) ist neben Phosphor (P) Baustoff für Knochen und Zähne sowie Bestandteil der Gewebe und Körperflüssigkeiten. Je nach Anforderung des Körpers an den Mineralstoffhaushalt wird Kalzium in oder aus dem Knochendepot ein- oder ausgelagert.

Für den physiologisch richtigen Ablauf des Stoffwechselgeschehens ist es von lebenswichtiger Bedeutung. Gemeinsam mit Magnesium steuert Kalzium die Nervenfunktionen. Vor allem im Transitmanagement ist eine Überversorgung mit Kalzium als Ursache der Folgekrankheit Gebärparese einschließlich dem Festliegen der Kühe bekannt.

Kation

Ein Kation ist der Begriff für ein positiv geladenes Ion. Gegenteil von Anion.

Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB)

Die Kationen-Anionen-Bilanz betrachtet die Mengenverhältnisse ausgewählter Mineralstoffe in einer Ration.

In der Transitperiode vor dem Kalben sollten die Anionen (Chlor und Schwefel) überwiegen, die DCAB also einen negativen Wert annehmen. Dadurch wird die Mobilisation von Calcium aus den Knochen verbessert und dem Calciummangel nach dem Kalben (Milchfieber) vorgebeugt.

Keime

Keime sind Lebewesen oder subzelluläre Erreger, die in anderen Organismen gesundheitsschädigende Abläufe verursachen. Sie sind Mikroorganismen, die sich aus Bakterien, Viren und Pilzen, sowie aus Protozoen, Archaea und Mikroalgen zusammensetzen.

Keimgehalt

Als Keimgehalt bezeichnet man den Gehalt eines Materials an Mikroorganismen und zwar ihre Anzahl im Verhältnis zum Volumen oder zur Masse des Materials. Die Keimzahl in der Milch gibt Auskunft über die bakteriologische Beschaffenheit der Milch. Ist der Keimgehalt erhöht, liegen Mängel in der Milchgewinnung und –lagerung vor. Der Milchkeimgehalt wird pro Betrieb mindestens 2 Mal monatlich untersucht.

Kernel Processing Score (KPS)

Der Kernel Processing Score (Körner Vermahlungsgrad) steht für ein standardisiertes Verfahren, um die Häckselqualität von Maissilagen zu bestimmen, indem die Partikelgröße der Maiskörner in einem Siebverfahren gemessen wird.

Die zu passierende Siebgröße liegt bei 4.75 mm und der Wert sollte >70 % sein.

PubMed

Ketonkörper

Ketonkörper stellen eine bedeutende Energiereserve als Alternative zu Glukose dar. Sie werden in der Skelettmuskulatur, in der Niere und im laktierenden Euter effektiv verbrannt.

Ketonkörper entstehen vor allem in der Frühlaktation bei verstärktem Körperfettabbau und gleichzeitigem Energiemangel. Übersteigt die Bildung von Ketonkörpern ihre Verwertungsmöglichkeiten kommt es zur Ketose.

Ketose, Acetonämie

Die Acetonämie ist eine Stoffwechselstörung, die vorrangig zu Beginn der Laktation bei Hochleistungskühen auftritt. Die Acetonämie wird dabei durch eine starke negative Energiebilanz, hervorgerufen durch eine hohe Milchleistung und geringe Futteraufnahme, ausgelöst. Die Acetonämie ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fettmobilisationssyndrom innerhalb der ersten 10 Tage post partum.

Es wird zwischen drei verschiedenen Formen der Acetonämie unterschieden:

Alimentäre Acetonämie: Wird hervorgerufen durch die übermäßige Aufnahme und Verstoffwechselung von Buttersäure (z.B. durch schlechte Silagequalität mit hohem Buttersäuregehalt).

Primäre Acetonämie: Entweder als Bestandteils des Fettmobilisationssydroms oder als Ergebnis eines Glukosemangels in der Frühlaktation. Ein niedriger Blutglukosespiegel fördert die Bildung von Ketonkörpern.

Sekundäre Acetonämie: Das Energiedefizit, welches zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern führt wird durch eine andere Erkrankung hervorgerufen und die Ketose wird zur Begleiterscheinung.

Eine Bildung von Ketonkörpern findet unter physiologischen Bedingungen immer statt. Die entstehenden Ketonkörper sind Acetoacetat, Aceton und ß-Hydroxybutyrat. Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat werden in der Regel entweder in der Muskulatur oder durch Verwertung für die Fettsynthese in der Milchdrüse abgebaut. Aceton kann nicht verstoffwechselt werden und wird über die Atemluft ausgeschieden. In Stoffwechselsituationen, in denen der Energiegewinn in erhöhtem Maße aus dem Abbau von Körperfett erfolgt, werden Ketonkörper vermehrt gebildet und es kommt zu einer Anhäufung im Blut. Um ein erkranktes Tier zu therapieren muss der Blutzuckerspiegel erhöht und der Abbau von Körperfett durch einen Ausgleich der Energiebilanz gemindert werden. Dies kann mittels Invertzuckerlösungen, durch Verabreichung glucoplastischer Verbindungen (z.B. Propylenglycol) oder durch die Beifütterung pansenstabiler Glukose erfolgen.

Die Erhöhung der Konzentration von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat im Blut führt zu einem Protonenüberschuss und damit zu einem Abfall des Blut-pH-Wertes. Daraus kann dann eine Acidose (Ketoacidose) entstehen.

Ketose ist eine Stoffwechselerkrankung mit typischen Merkmalen:

  • Anstieg von Ketonkörpern im Blut
  • Ausscheiden von Ketonkörpern über Milch, Harn und Atemluft
  • deutlicher Leistungsabfall
  • starkes Abmagern des Rindes

KFAN1

beschreibt die Passagerate des Futters im Verdauungstrakt bei einem standardisierten Futteraufnahmeniveau.

Die Passagerate beeinflusst maßgeblich die Verdaulichkeit von Nährstoffen und damit die Energie- und Proteinversorgung.

GfE 2023

KFANi

beschreibt die tatsächliche Passagerate des Futters im Pansen bei der aktuellen Futteraufnahme.

Mit steigender Futteraufnahme nimmt die Passagerate zu. Dadurch verkürzt sich die Verweildauer des Futters im Pansen, was insbesondere die Faserverdauung und den Proteinabbau beeinflusst.

GfE 2023

Klauen

Die Klauen sind stark entwickelte verhornte Zehen der Wiederkäuer und Schweine. Im Laufe der Evolution sind die 3. und 4. Zehe voll ausgebildet, die restlichen Zehen jedoch zurückentwickelt worden und heute nur noch rudimentär vorhanden. Daher werden Wiederkäuer und Schweine auch als Paarhufer bezeichnet. Der Hornschuh der Klaue stellt einen Schutz für die Zehenspitzen dar. Da der Hornschuh ständig wächst ist auch eine ständige Abnutzung notwendig. Bei unseren Nutztieren ist diese Abnutzung häufig nur unzureichend, so dass eine regelmäßige Klauenpflege zu Vorbeugung von Klauenerkrankungen erfolgen muss. Die Klauengesundheit wirkt sich elementar auf die Vitalität, Futteraufnahme und Leistungsbereitschaft des jeweiligen Tieres aus. Somit hat die Klauengesundheit einen direkten Einfluss auf den finanziellen Erfolg der Nutztierhaltung. Vielen Klauenerkrankungen kann durch eine angepasste Fütterung und eine regelmäßige Klauenpflege vorgebeugt werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate steht wegen ihrem hohen Anteil von rund 65 bis 75 % je Kilogramm Trockensubstanz bei den einzelnen Futtermitteln aus eine große Bedeutung zu. Sie sind die Hauptenergiequelle für Wiederkäuer wie z.B. Milchkühe.

Kategorien der Kohlenhydrate:

  1. Monosaccharide: Einfache Zucker ( z.B. Glukose, Fructose)
  2. Disaccharide: Speicherkohlenhydrate ( z.B. Stärke)
  3. Polysaccharide: Strukturierte Kohlenhydrate (z.B. Zellulose; Hemizellulose, Pektine, u.a.)

Kolostrum, Kolostralmilch, Biestmilch

Unmittelbar nach der Geburt von der Milchdrüse abgegebenes Sekret.
Es weist einen hohen Gehalt an Eiweiß (Immunglobuline), verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen sowie weißen Blutkörperchen auf.

Konjugierte Linolsäure (CLA)

Die konjugierte Linolsäure (CLA) – stellt eine Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren dar – sie kann die Milchfett-Synthese im Euter hemmen, indem sie in das Enzymsystem eingreift.

Laktation

Die Laktation ist der Zeitraum, in dem eine Kuh Milch gibt (milchgebend/laktierend) – also vom Kalben bis zum Trockenstellen. Sie beginnt mit der Geburt des Kalbes und dauert in der Regel etwa 305 Tage. Nach der milchgebenden Phase folgt üblicherweise eine Trockenstehphase von etwa 6 bis 8 Wochen.

Laktose

Milchzucker, besteht aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Galaktose, die im Euter miteinander verbunden werden.

Lignin

Lignin befindet sich in den pflanzlichen Zellwänden und kommt reichlich in verholzten Pflanzenteilen vor. Für Tiere ist Lignin weitgehend unverdaulich. Lignin ist kein Kohlenhydrat.

Siehe auch NDF.

Lysin

Lysin ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Magnesium (Mg)

Die Mg-Bedarfswerte steigen mit der Leistung an – bis zu etwa 40% höhere Werte als früher werden angesetzt. Gleichzeitig wurde die verringerte Mg-Aufnahme bei hohen Kaliumgehalten als Korrekturfaktor eingeführt.

GfE 2023

Maissilage

Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer eingesetzt wird. Sie enthält vor allem Energie in Form von Stärke aus den Maiskörnern.

Sensorik für Qualitätssilage:

  • Geruch brotartig
  • kein stechender Geruch, dieser bedeutet Alkoholbildung (negative Folgen auf den Pansenstoffwechsel)
  • Häcksellänge mit möglichst kleinen Partikeln für eine optimale Verdichtung
  • keine unzerkleinerte Lieschblätter in der Silage sein
  • Körner müssen komplett zerschlagen sein, ganze Körner können vom Rind nicht verwertet werden
  • passender Trockensubstanzgehalt
  • keine Schimmelbildung und Nacherwärmung

Silomanagement für eine einwandfreie Silierung:

  • keine losen Futterreste
  • glatte, saubere Anschnittsfläche
  • hohe Verdichtung
  • optimale Abdeckung, bis zur Entnahme aus dem Silostock

MEFANi

bezeichnet die umsetzbare Energie unter Berücksichtigung des tatsächlichen Futteraufnahmeniveaus.

Sie ergibt sich aus der verdaulichen Energie (DE) abzüglich der Energieverluste über Methan und Harn. Da die Verdaulichkeit von der Futteraufnahme beeinflusst wird, verwendet die GfE 2023 für die Berechnung das individuelle FANi.

GfE 2023

Methionin

ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Metritis

Entzündung des Uterus (Gebärmutter), bei der im Gegensatz zur Endometritis außer der Schleimhaut auch die Muskelschicht (Myometrium) und eventuell der seröse Überzug mitbeteiligt sind.

Mikrobenprotein

Die Pansenmikroben bauen große Teile des Futterrohproteins zu Ammoniak ab. Diesen Ammoniak nutzen sie für das Wachstum der Mikroben Population dabei synthetisieren sie hochwertiges Mikrobenprotein. Letztlich werden die Pansenmikroben mit dem Nahrungsbrei in den Darm geschwemmt und dort als Eiweiß verdaut. Damit ist der Wiederkäuer weitgehend unabhängig von der Zusammensetzung der Futterproteine.

Mikrobielles Rohprotein (MCP)

Microbial Crude Protein ist das von den Pansenmikroorganismen aus fermentierbaren Kohlenhydraten und Stickstoff gebildete Protein. Zusammen mit dem pansenstabilen Protein (UDP) stellt es die wichtigste Quelle für das dünndarmverdauliche Protein (sidP) dar und liefert einen großen Teil der essenziellen Aminosäuren für die Milchkuh.

Die Bildung von MCP hängt vor allem von der verdaulichen organischen Masse (DOM) und damit von der verfügbaren Energie im Pansen ab. Je mehr fermentierbare organische Substanz zur Verfügung steht, desto mehr mikrobielles Protein kann gebildet werden.

MCP (g) = DOM (kg) * MCP_DOM

MCPDOM beschreibt die gebildete Menge mikrobiellen Rohproteins je Kilogramm verdaulicher organischer Masse (DOM).

GfE 2023

Milch

Milch bzw. Kuhmilch ist ein vielseitiges Naturprodukt. Es bildet sich im Euter einer Kuh, die ein Kalb geboren hat. Es bietet Nährstoffe in optimaler und ausgewogener Zusammensetzung. Zudem enthält Milch mehr Calcium als jedes andere Nahrungsmittel.

Milchdrüse

Als Milchdrüse bezeichnet man die aus der Milchleiste hervorgehenden Drüsenkörper von Säugetieren, die während der Laktation Milch zur Ernährung des säugenden Nachwuchses bilden und abgeben können. Es handelt sich dabei um spezialisierte Hautdrüsen, die sich von einfachen, tubulären Drüsen ableiten lassen.

Milchfieber, Gebärparese

Gebärparese, oder Milchfieber genannt, ist eine Krankheit bei Säugetieren. Sie kann um den Geburtszeitpunkt bei Muttertieren auftreten und durch einen verminderten Calciumgehalt des Blutserums verursacht werden.

Milchinhaltsstoffe

Milch besteht zu 87 % aus Wasser. Der Rest besteht aus Milcheiweiß (ca. 3 %), Milchfett (ca. 4%) und Laktose (ca. 5 %). Außerdem enthält Milch die wesentlichen Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen Calcium.

Milchleistung

Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.

Milchsäure (Laktat)

Milchsäure (Laktat) entstammt entweder Silagen guter Qualität oder wird im Pansen nach Verfütterung von stärke– und zuckerreichen Rationen gebildet.

Unter normalen Bedingungen wird Milchsäure im Pansen sofort zu Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure weiterverarbeitet. Bei einer Pansenazidose akkumuliert sie im Pansen und kann dann 50 – 90% der im Pansen fermentierten Säuren ausmachen.

Mineralfutter

Mineralfuttermittel sind Ergänzungsfuttermittel, die überwiegend aus mineralischen Einzelfuttermitteln zusammengesetzt sind und mindestens 40% Rohasche enthalten.

Dabei unterscheidet man zwischen Mengen– und Spurenelementen.

Mischration, Totale Mischration (TMR)

Eine Totale Mischration ist ein Fütterungssystem in der Viehhaltung, bei dem bereits im Futtermischwagen alle Grund-, Ausgleichs- und Leistungsfutter gemischt werden. Eine zusätzliche Kraftfuttergabe ist dadurch nicht erforderlich.

Des Weiteren gibt es verschiedene Abwandlungen, wie die Teil-Mischration oder die Kompakt-TMR.

Monogastrier

Monogastrier haben einen einhöhligen Magen. Zu den Monogastriern gehört unter anderem das Schwein und das Pferd, der Hund und der Mensch.

NDF-Verdaulichkeit (NDFD)

Neutral Detergent Fiber Digestibility beschreibt den Anteil der Neutralen Detergenzienfaser (NDF), der innerhalb eines definierten Zeitraums (z. B. 30, 48 oder 120 Stunden) mikrobiell verdaut wird.

Eine hohe NDF-Verdaulichkeit verbessert die Futteraufnahme, erhöht die Energieversorgung und fördert die Bildung mikrobiellen Proteins (MCP). Sie ist deshalb ein wichtiger Qualitätsparameter insbesondere für Gras- und Maissilagen.

NDFD (%) = (verdaute NDF / gesamte NDF) x 100

Die NDF-Verdaulichkeit wird in der Regel durch Laboruntersuchungen bestimmt und nicht rechnerisch aus anderen Futterwerten abgeleitet.

GfE 2023

Negative Energiebilanz (NEB), Negatives Energiesaldo

Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Kalbung sind häufig von einer negativen Energiebilanz der Milchkuh charakterisiert Die Milchleistung steigt schneller an als die Futteraufnahme, d.h. der Energiebedarf kann nicht mehr aus der Futteraufnahme gedeckt werden, eigene Körperreserven müssen angepackt werden. Die negative Energiebilanz, kurz NEB, kann durch optimales Fütterungs- und Haltungsmanagement beeinflusst werden.

Netto-Energie-Laktation (NEL)

in der GfE 2023 entfallen

Als Nettoenergie-Laktation wird der Energieanteil im Futter bezeichnet, der in Milch umgewandelt werden kann. Der Energiebedarf der Tiere und der Energiegehalt von Futtermitteln wird in NEL angegeben. Die Maßeinheit für Energie ist Megajoule (MJ)

Der Erhaltungsbedarf einer 650kg schweren Kuh beträgt 37,7 MJ NEL

Ein Kilogramm Milchleistungsfutter der Energiestufe 2 enthält 6,2 MJ NEL.

Neutrale Detergenzienfaser (NDF)

NDF ist in der GfE 2023 nun die zentrale Faserkomponente zur Einschätzung der Rationsstruktur. NDF umfasst die pflanzlichen Gerüstsubstanzen Hemicellulose, Zellulose und Lignin, die nur mikrobiell abbaubar sind. Nach dem Ausaschen erhält man NDFom (organische NDF). Laboranalysen liefern häufig aNDFom (NDFom nach Amylase-Vorbehandlung), um Stärke auszuschließen

Bei der Van Soest-Futteranalyse wird die Futterprobe in neutraler Detergenzienlösung gekocht. Diese Behandlung überstehen nur die pflanzlichen Zellwandbestandteile. Sie werden deshalb als neutral detergent fiber (neutrale Detergenzienfaser, NDF) zusammengefasst.

Nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung bleibt vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet. Schwefelsäure löst die Zellulose aus der ADF heraus. Es bleibt das acid detergent lignin (Lignin, ADL) übrig.

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein (NDICP)

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge an Protein an welches an die Faserfraktion gebunden ist und für die Verdauung zur Verfügung steht.

Nicht-Protein-Stickstoff (NPN)

Stickstoff ist nicht nur in Proteinen enthalten. Auch in Harnstoff, Säureamide, Betain und stickstoffhaltige Glykoside liefern Stickstoff, den die Pansenmikroben für die Mikrobenproteinsynthese verwerten können.

Organische Masse (OM)

umfasst alle organischen Bestandteile eines Futtermittels und ergibt sich aus der Trockenmasse abzüglich der Rohasche (CA/XA). Sie besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten (KH), Rohprotein (CP/XP), Rohfett (CL/XL) sowie organischen Säuren und bildet die Grundlage der Energieversorgung des Wiederkäuers.

Da Mineralstoffe (Rohasche) keine Energie liefern, dient die organische Masse als Ausgangsgröße für die Berechnung der Energieverdaulichkeit (ED), der umsetzbaren Energie (ME) und des mikrobiellen Proteins (MCP).

OM = TM − XA

oder

OM (%) = 100 − Rohasche (%)

GfE 2023

Pektin

Pektine sind Bestandteile der Pflanzenzellwände und reichlich in Früchten, Wurzeln und auch in grünen Blättern enthalten. Pektine besitzen Stützfunktionen und eine starke Quellfähigkeit.

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. In Anlehnung an die Dissoziationskonstante des Wassers teilt man die Wertebereiche ein in:

  • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
  • pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)

Dies gilt allerdings nur für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C.

Phosphor (P)

Für Phosphor wurde der Verwertungsansatz angehoben. Statt 70% Verwertung im Wiederkäuer wird nun 80% angenommen. Das senkt die empfohlenen P-Zufuhrwerte um rund 12%. In der Praxis erlaubt dies eine deutliche Reduktion des Phosphoreinsatzes in der Ration.

GfE 2023

Phosphor ist ein chemisches Element mit dem Symbol P. Es kommt in mehreren, sich untereinander stark unterscheidenden Modifikationen vor. Phosphorverbindungen sind für alle Lebewesen essenziell und bei Aufbau und Funktionen der Organismen in zentralen Bereichen beteiligt.

Physikalisch effektive NDF (peNDF)

verknüpft die chemische Faserfraktion mit der Partikelgröße der Ration. Sie gibt den Anteil der NDF an, der als strukturwirksam gilt (typisch: Partikel >8 mm) und daher für ein gesundes Pansengeschehen erforderlich ist. Die GfE 2023 folgt hier internationalen Empfehlungen: Für die Rationsplanung sollte peNDF über entsprechende Siebanalysen erfasst werden.

Probiotika

Zu den funktionellen Lebensmitteln zählende definierte Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen. Aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Magen- und Gallensäure sowie gegenüber Verdauungsenzymen überleben Probiotika die Magenpassage und erreichen den Dickdarm in aktiver Form, um sich dort anzusiedeln. Hierdurch verdrängen die probiotischen Bakterien unerwünschte Keime, beeinflussen die Mikroflora damit positiv und üben gesundheitsfördernde Wirkungen aus.

Propionsäure

Propionsäure (Propionat, das Salz) macht 18-20% der Fettsäureproduktion im Pansen aus. Sie erreicht ihre höchste Konzentration bei einer kraftfutterreichen Ration.

90% der resorbierten Säure werden in der Leber zu Glukose umgewandelt. Sie bestimmt die Menge des im Euter synthetisierten Milchzuckers und damit die Milchmenge.

Proteine

Die biologisch sehr wichtigen Nahrungskomponenten der Proteine sind Makromoleküle, die als Hauptbestandteil für die Muskelbildung im Körper zuständig sind. Proteine haben unter anderem die Funktion, Fette durch das Blut zu transportieren, um die Abwehrkräfte des Organismus zu stärken.

Rationsberechnungsprogramm

Mit Hilfe eines Futterberechnungsprogramm kann auf Grundlage von Futteranalysen der verwendeten Futtermittel eine Futterration nach den Gegebenheiten und Zielen des Landwirtes berechnet werden. Geeignete Rationskennzahlen helfen dabei die Ration leistungsgerecht und gesund zu gestalten.

Siehe: Futter-R oder AMTS

Rohasche (CA/XA)

Rohasche (engl. Crude Ash) – anorganische Substanz – bleibt nach der Veraschung der organischen Substanz (Verbrennen von Futtermitteln im Muffelofen bei 550°C) übrig. Die Rohasche besteht aus Mineralstoffen, Sand und Ton.

GfE 2023

Rohfaser (XF)

in der GfE 2023 entfallen

Rohfaser ist keine chemisch definierte Substanz. Pektin der größte Teil der Zellulose, sowie Anteile der Hemizellulosen und des Lignins werden unter dem Begriff Rohfaser zusammengefasst.

Die Pansenmikroben vergären sie vorwiegend zu Essigsäure. Dadurch nimmt der Rohfasergehalt Einfluss auf die Milchfettsynthese. Außerdem regt sie die Speichelabsonderung und die Pansenmotorik an. (siehe strukturierte Rohfaser und NDF)

Rohfett (CL/XL)

(engl. Crude Lipid) enthält Fette (Neutralfette) und fettähnliche Substanzen (Lipoide). Zu den Lipoiden gehören u.a. fettlösliche Vitamine und Hormone, Wachse und ätherische Öle.

Rohfett ist wasserunlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln wie Äther und Benzin löslich. In der WEENDER Analyse wird Rohfett mit Petroläther (Soxhlet-Apparatur) aus den Futtermitteln extrahiert.

GfE 2023

Rohprotein (CP/XP)

(engl. Crude Protein) das im Futter enthaltene Rohprotein (CP/XP) besteht aus Reinprotein und Nicht-Protein-Stickstoff (NPN). Proteine bestehen im Mittel zu 16% aus Stickstoff (N). Daher lässt sich der Rohproteingehalt aus dem Stickstoffgehalt berechnen.

CP (XP) = Stickstoff (N) * 6,25

Das Rohprotein gibt jedoch keine Auskunft darüber, wie viel Protein der Kuh tatsächlich zur Verfügung steht. Ein Teil wird im Pansen von Mikroorganismen abgebaut (RDP), ein weiterer Teil passiert den Pansen unverändert (UDP). Erst aus dem mikrobiellen Protein (MCP) und dem dünndarmverdaulichen Anteil des UDP ergibt sich das dünndarmverdauliche Protein (sidP), das in der GfE 2023 die bisherige Bewertung über das nutzbare Rohprotein (nXP) ersetzt.

CP
├─────>RDP────>MCP────>sidMP
────>UDP──────────────>sidUDP

GfE 2023

Rohwasser (XW)

Rohwasser ist die Differenz aus Frischmasse (FM, OM) und Trockenmasse (T, TM, TS). Es enthält noch flüchtige Substanzen wie Fettsäuren. Ammoniak oder Alkohole.

Rumen Undigestible Protein (RUP)

Rumen Undigestible Protein steht für im Pansen unabbaubares Rohprotein

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load (RUFAL)

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load gibt an, wie hoch der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist. Ein zu hoher RUFAL Wert führt zur Milchfettdepression.

Ruminal abbaubares Protein (RDP)

Rumen Degradable Protein ist der Anteil des Rohproteins, der im Pansen von Mikroorganismen zu Ammoniak und Peptiden abgebaut wird. Dieser Stickstoff dient den Pansenmikroben zur Bildung von mikrobiellem Rohprotein (MCP).

Ist zu wenig RDP vorhanden, wird die mikrobielle Proteinbildung begrenzt. Ein Überschuss erhöht dagegen die Stickstoffverluste über Harnstoff.

RDP = CP * EDG

EDG = effektiver ruminaler Proteinabbau

GfE 2023

Ruminale Stickstoffbilanz (RNB)

In den Vormägen wird Stickstoff (N) aus dem Futterprotein freigesetzt und von den Mikroben zur Bildung von Mikrobenprotein genutzt. Die Ruminale Stickstoffbilanz eines Futtermittels gibt an, ob im Vormagen ein Stickstoffmangel oder Stickstoffüberschuss herrscht. Die Ruminale Stickstoffbilanz ist ein kalkulatorisch ermittelter Wert.

Ruminaler mikrobieller N‑Saldo (RMD)

entspricht dem mikrobiellen N‑Saldo im Pansen, also der Differenz zwischen dem im Pansen abgebauten Futterrohprotein (RDP) und dem von den Pansenmikroben gebildeten Mikrobiellen Rohprotein (MCP).

RMD = [Ruminal abgebautes Futterrohprotein (RDP) – Mikrobielles Rohprotein (MCP)]/6,25

Ein positiver RMD zeigt, dass mehr Futterstickstoff abgebaut wurde als Mikrobenprotein produziert, ein negativer RMD umgekehrt. Der RMD wird bei der Bedarfsermittlung für nicht-proteinogene N‑Verluste eingesetzt.

GfE 2023

Ruminohepatischer Kreislauf

Die wichtigste Stickstoffquelle für die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen ist Ammoniak. Nicht benötigtes Ammoniak wird von der Pansenschleimhaut resorbiert und durch die Leber zu Harnstoff entgiftet. Der im Blut befindliche Harnstoff wird zu einem geringen Teil per Diffusion in den Pansen abgegeben. Die größte Bedeutung für den Rücktransport des Harnstoffs in den Pansen besitzt jedoch die Speichelsekretion. Mit den enormen Mengen an Speichel, die der Wiederkäuer ausscheiden, gelangt auch eine quantitativ beachtliche Harnstoffmenge in den Pansen. Durch bakteriellen Abbau des Harnstoffs zu Ammoniak kann dieser wieder der mikrobiellen Proteinsynthese dienen. Damit wird der Kreislauf zwischen Pansen (Rumen) und Leber (Hepar) geschlossen.

Saure Detergenzienfaser (ADF)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest, bleibt nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet.

Saures Detergenzien unlösliches Rohprotein (ADICP)

Das saure Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge Protein an, die für die Verdauung und Aufnahme nicht zur Verfügung steht

Schüttelbox

Mit Hilfe einer Schüttelbox ist es möglich direkt am Futtertisch die Futterration zu bewerten. Es kann die Struktur der Ration gemessen werden.

Folgende Kriterien lassen sich mit der Futterschüttelbox bestimmen:

  • Mischgenauigkeit
  • Fehler in der Reihenfolge der Befüllung des Mischwagens
  • Austragegenauigkeit des Mischwagens
  • Strukturwirksamkeit der Mischration
  • Vollständigkeit der Komponenten der Mischration

Silage

Silagen gehören zu den Grundfuttermitteln (= Basis der Wiederkäuerernährung).

Herstellung:

Dabei wird Gras gemäht anschließend angewelkt und zerkleinert (Feldhäcksler oder mittels Schneidwerk im Ladewagen) zum Silo gefahren. Darin das Gras mit möglichst beschwerter Technik (üblicherweise Traktoren oder Radlader) festgefahren und verdichtet und im Anschluss mit Folien abgedeckt. Unter Sauerstoffabschluss beginnt dann der anaerobe Gärprozess, welcher das Futter konserviert.

Bei Mais wird dieser üblicherweise als Ganzpflanze mit dem Häcksler geerntet. Der Häcksler schneidet dabei die Pflanzen ab, häckselt sie klein zerreibt die Körner und bläst die zerkleinerte Pflanze auf das parallel mitfahrende Fahrzeug. Diese bringen das Siliergut zum Silo, wo wie bei Gras die Silierung beginnt.

Wichtig:

Das Siliergut muss möglichst kurz gehäckselt werden, da kleinere Partikel besser verdichtet werden können. Desto weniger Restsauerstoff befindet sich in der Silage und desto besser ist der Silierprozess. Das Siliergut muss sorgfältig festgefahren werden, damit die Verdichtung so hoch wie möglich ist. Die Abdeckung der Silage mittels Folien muss sofort nach dem Festfahren geschehen, damit Sauerstoff nicht wieder eindringen kann. Sauerstoffzufuhr führt zu Schimmelbildung und Verderb des Futters.

Spurenelemente

Zu den Spurenelementen gehören:

  • Eisen (Fe)
  • Fluor (F)
  • Jod (J)
  • Kobalt (Co)
  • Kupfer (Cu)
  • Mangan (Mn)
  • Selen (Se)
  • Zink (Zn)

Stärke (XS)

Stärke ist der bedeutendste Energielieferant und zählt wie der Zucker zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten.

Stärke wird überwiegend schon im Pansen von den Mikroorganismen zu Propionsäure abgebaut. Nur die beständige Stärke passiert den Pansen unverändert.

Stärke ist das wichtigste Speicher-Kohlenhydrat der Pflanze und in Form von Stärkekörnern in Getreide, Kartoffeln und Maniok reichlich vorhanden. Es gibt zwei Stärkefraktionen: Amylose und Amylopektin.

Stickstoff (N)

Stickstoff ist ein chemisches Element mit dem Elemtsymbol N. Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Aminosäuren und damit der Proteine. Elementar tritt das farblose Gas nur in Form zweiatomiger Moleküle auf ist mit 78% der Hauptbestandteil der Luft.

Stoffwechselerkrankungen

Häufig treten Stoffwechselerkrankungen in den ersten Tagen und Wochen der Laktation auf. Sie ziehen oft weitere Erkrankungen und Funktionsstörungen mit sich. So bedingen beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Milchfieber und Ketose nachfolgende Fruchtbarkeitsprobleme.

Strukturwert (SW)

in der GfE 2023 entfallen

Releativzahl zur Bewertung der Struktur von Futtermitteln. Er wird anhand von Kauzeitmessungen, Speichelfluss und Fütterungsversuchen zum kritischen Kraftfutteranteil in der Ration ermittelt.

Für eine Kuh mit einer Tagesleistung von 25kg Milch, sollte die Ration einen Strukturwert von mindestens 1 aufweisen.

Strukturwirksame Rohfaser (sXF)

Die strukturwirksame Rohfaser ist der pansenmotorisch wirksame Anteil der Rohfaser von Grobfuttermitteln. Sie bestimmt die Kau- und Wiederkauintensität. Dabei wird die Sekretion von Speichel angeregt, der für die Einstellung eines optimalen pH-Wertes im Pansen wichtig ist.

Für einen ungestörten Ablauf der Verdauungsprozesse wird bei Milchkühen eine Mindestmenge von 400g strukturwirksamer Rohfaser je 100kg Lebendmasse und Tag als ausreichend angesehen.

Subklinisch

Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen. Im Gegensatz zu einer klinischen Krankheit, sind hier zunächst keine Symptome erkennbar.

Beispiele sind: Subklinische Acidose / Subklinische Ketose bei der Milchkuh

Trockenmasse (TM), Trockensubstanz (TS)

wird zum Teil auch als T abgekürzt.

Die Trockenmasse ist der Anteil eines Futtermittels, der nach der Trocknung (ca. 4 Stunden bzw. bis zur Gewichtskonstanz bei 103°C) übrigbleibt.

Trockenmasseaufnahme

Die Futteraufnahme der Tiere wird in der Regel im Trockensubstanzgehalt der Futterration bewertet. Sie kann durch zahlreiche Faktoren positiv, wie auch negativ beeinflusst werden. So regt beispielsweise häufiges Futter Nachschieben die Trockenmasseaufnahme an, Mykotoxinbelastungen im Futter senken dessen Aufnahme.

Trockensteher

Als Trockensteher bezeichnet man Milchkühe in der Phase zwischen der vorangegangenen Laktation und der Geburt des folgenden Kalbes. In dieser Zeit kann sich der Organismus der Milchkuh regenerieren. In der Regel beträgt die Trockenstehphase rund 6 bis 8 Wochen. Altkühen wird eine kürzere Trockenstehzeit gewährt, Jungkühen (1.Laktation) eher eine längere.

Trockenstehphase

ist der Zeitraum zwischen dem Ende der milchgebenden Phase (laktierend) und der nächsten Kalbung.

Umsetzbare Energie (ME)

In GfE 2023 wird die Energieversorgung von Milchkühen auf der Basis der umsetzbaren Energie (ME) ausgewiesen. Hierfür wurde ein neues dreistufiges Verfahren entwickelt, das aus den analytisch ermittelten Werten für Bruttoenergie (GE), Rohprotein (XP/CP), Rohasche (XA/CA) und insbesondere der Verdaulichkeit der organischen Masse (OMD) die ME berechnet. Damit entfällt das bisherige Nettoenergie-Laktation (NEL)-System vollständig. ME (in MJ/kg TM) steht für die Energie, die aus dem Futter nach Abzug von Verdauungs-, Methan- und Harnstoffverlusten dem Tier tatsächlich zur Verfügung steht.

GfE 2023

Die umsetzbare Energie ist der Energieanteil im Futter, der nach Abzug der Energieverluste über Kot, Harn und Methan für die Umsetzung im Tierkörper zur Verfügung steht.

Die umsetzbare Energie (ME, von englisch metabolizable energy) ist der Maßstab für den Energiebedarf bei Jungrindern und in der Rindermast. Gemessen wird die ME in Megajoule (MJ).

Unabbaubares Protein (UDP)

Der Teil des Futter-Rohproteins (CP), der den Pansen unabgebaut passiert, wird als unabbaubares Protein (UDP) bezeichnet. Der Begriff UDP kommt aus dem englischen (undegraded dietary protein) und benennt damit direkt die Proteinquelle, die erst im Dünndarm zur Verfügung steht. Dieser Teil des Futterproteins wird auch als „Durchflussprotein“ oder „pansenstabiles Protein“ bezeichnet.

Gemeinsam mit dem mikrobiellen Protein (MCP) liefert UDP das dünndarmverdauliche Protein (sidP).

UDP = CP − RDP

oder

UDP (%) = 100 − EDG (%)

Undigestible Neutral Detergent Fiber (uNDF)

uNDF 240 ist per Definition des CNCPS-Modells, der Anteil der Faser, der nie verdaut werden kann.

Van Soest

Van-Soest
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateZuckerNicht-Faser-Kohlenhydrate
Stärke
Pektine / org. Rest
HemizelluloseNeutrale Detergenzien Faser
ZelluloseSaure Detergenzien Faser
LigninSäure Detergenzienlignin

Verdauliche Energie (DE)

(digestible Energy) ergibt sich aus der Bruttoenergie abzüglich der mit dem Kot ausgeschiedenen Energie.

Sie beschreibt die Energiemenge, die dem Tier nach der Verdauung grundsätzlich zur Verfügung steht. Weitere Energieverluste durch Harn und Methan sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

Verdaulichkeit (D)

Die Verdaulichkeit stellt den prozentualen Anteil eines Nährstoffes dar, der verdaut und resorbiert wird. Sie ist abhängig von der physikalisch-chemischen Beschaffenheit und Verdauungsenzymen und anderen verdauungsfördernden Substanzen. Der Begriff Verdaulichkeit wird im englischen „digestibility“ genannt. Anwendung findet die Verdaulichkeit u.a. bei der digestible Neutral Detergent Fiber (dNDF oder NDFD)

Bei der Faserverdaulichkeit gibt es definierte Zeiten: 24h, 30h, 48h, 72h, 120h und 240h

Bei der Stärke wird die Verdaulichkeit bei 0, 3, 7 und 16h angegeben.

Verdaulichkeit organischer Masse (OMD)

ist ein zentrales Futterbewertungskriterium. Sie gibt an, welcher Anteil der organischen Substanz eines Futters im Verdauungstrakt abgebaut wird. In den neuen Berechnungen beeinflusst die OMD maßgeblich die ME-Konzentration von Futtermitteln und ebenso die mikrobiell verfügbare Proteinbildung. So wird etwa die in einer Herde gebildete Menge mikrobiellen Proteins (MCP) gut über die verdaute organische Masse (DOM) beschrieben. Je höher die OMD eines Futters, desto mehr Umsetzbare Energie (ME) liefert es und desto höher ist typischerweise auch sein Gehalt an dünndarmverdaulichem Protein (sidP).

GfE 2023

Verdaute organische Masse (DOM)

Digestible Organic Matter beschreibt den Anteil der organischen Masse (OM), der im Verdauungstrakt tatsächlich verdaut wird. Sie ist eine der wichtigsten Größen der GfE 2023, da sie sowohl die Energieversorgung als auch die Bildung mikrobiellen Rohproteins bestimmt.

Je höher die DOM, desto höher sind in der Regel die umsetzbare Energie (ME) und die mikrobielle Proteinbildung.

DOM = OM * OMD

bzw.

DOM (g/kg TM) = OM * OMD / 100

OMD = Verdaulichkeit der organischen Masse

GfE 2023

Weender-Analyse

Um den Nährwert eines Futtermittels angeben zu können, bedarf es bestimmter Analyseverfahren. Die Weender-Analyse zählt hierbei zu den Standardverfahren. Die Futtermittel werden nach Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, Rohfett und stickstofffreie Extraktstoffe unterschieden. Entwickelt wurde dieses Analysesystem 1860 in Weende bei Göttingen. Die Weender-Analyse wurde ab 1960 um die Detergenzienanalyse nach Van Soest erweitert. In den 1970er Jahren wurde dann auf Basis der Weender-Analyse das CNCPS-Modell entwickelt. Dieses Modell betrachtet die untersuchten Futtermittel noch präziser.

Weender-Analyse
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateN-freie Extraktstoffe
Rohfaser

Wiederkäuer

Wiederkäuer verfügen über ein mehrhöhliges Vormagensystem, das dem Drüsenmagen (Labmagen) vorgelagert ist. Der Futterbrei wird dabei zum Wiederkauen in die Mundhöhle zurückbefördert und erneut abgeschluckt.

Rind, Schaf, Ziege und Damwild gehören zu den Wiederkäuern.

Zelle

Eine Zelle ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller und Mehrzeller. Besteht das Lebewesen aus vielen Zellen können Zellen zu funktionellen Einheiten verbunden sein und dadurch Gewebe bilden.

Zellulose

Zellulose (Cellulose) ist ein Bestandteil der Pflanzenzellwände (Gerüstsubstanz). Während Säugetiere keine Enzyme zur Spaltung der Zellulose haben, können die Pansenmikroben der Wiederkäuer Zellulose als Energiequelle nutzen. Siehe NDF.

Zink (Zn)

Zink (Zn) hat eine vielseitige Bedeutung für den Zellstoffwechsel und ist in einer großen Zahl von körpereigenen Wirkstoffen (Hormone) enthalten. Außerdem hat Zink eine besondere Schutzfunktion für die Haut.

Zucker (XZ)

Zucker gehören zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Sie sind im Pansen sehr leicht löslich und werden von den Pansenmikroben zu flüchtigen Fettsäuren vergoren. Dadurch ist eine schnelle Bakterienvermehrung möglich. Wegen der Azidosegefahr müssen Futtermittel mit einem hohen Zuckergehalt in kleineren Einzelportionen über den Tag verteilt verabreicht werden.

Die kleinsten Bausteine der Kohlenhydrate sind die Einfachzucker (Monosaccharide). Hierzu gehören unter anderem Glukose, Fruktose, Galaktose und Ribose. Zu den Disacchariden (Verbindungen aus zwei Monosachariden) gehören u. a. Laktose, Maltose und Sacharose.

Zucker kann über zwei verschiedene Varianten bestimmt werden.

  1. mittels Ethanol (ESC steht für Ethanol löslicher Zucker)
  2. mittels Wasser (WSC steht für Wasser löslicher Zucker), diese Methode ist besser anerkannt hinsichtlich der Verdauung und der Umsetzung in der Kuh

Zunahme, Lebtagszunahme (LTZ)

Von täglichen Zunahmen wird vor allem im Bereich der Mast gesprochen. Angestrebte Tageszunahmen bei Mastbullen liegt bei über  1.200 g / Tag.

Die Höhe der Tageszunahmen gibt an, wie viel Gewicht ein (Mast)Tier am Tag zunimmt. Je höher die Tageszunahmen sind, desto schneller ist ein Tier ausgemästet und kann vermarktet werden. Hohe Tageszunahmen können nur realisiert werden, wenn eine bedarfs- und leistungsgerechte Fütterung vorliegt. Hierzu sind eine optimale Qualität der eingesetzten Futtermittel, sowie eine auf die Lebens- und Leistungsphasen abgestimmte Futterration und eine ausgewogene Versorgung mit Mengenelementen, Vitaminen und Spurenelementen unerlässlich.