Fütterung

Acid detergent lignin (ADL)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest wird mit dem Kochen mit Schwefelsäure aus der ADF die Zellulose heraus gelöst. Es bleibt das acid detergent lignin (ADL, Lignin) übrig.

Ad libitum

Nach Gutdünken, nach Belieben. In der Tierernährung bedeutet dies, dass das Tier rund um die Uhr Futter zur uneingeschränkten Verfügung hat.

Aerob

Mit Sauerstoff, in Verbindung mit Sauerstoff, beschreibt ein Sauerstoff haltiges Milieu.

Aminosäure

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine zusammengesetzt sind. Ihr charkteristischer Bestandteil ist der Stickstoff.

Es wird zwischen essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren unterschieden. Die essentiellen kann der Körper nicht selbst bilden. Diese müssen über das Futter aufgenommen werden.

Zwei wichtige Vertreter in der Rinderfütterung sind:

Anaerob

ohne Sauerstoff, unter Sauerstoff freien Bedingungen.

Anion

Ein Anion ist der Begriff für ein negativ geladenes Ion. Das Gegenteil von Kation.

Antikörper

Antikörper oder Immunglobuline werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Azidose

Die Pansenacidose ist eine der häufigsten Erkrankungen in heutigen Milchviehbeständen.

Die akute Pansenacidose entsteht, wenn nicht ausreichend laktatverwertende Bakterien im Pansen vorhanden sind und es zu einer Anreicherung von Milchsäure kommt. Das geschieht insbesondere bei Rationen mit einem hohen Anteil an leichtverdaulichen Kohlenhydraten und wenig strukturiertem Grobfutter. Dadurch kommt es zu einem Abfall des Pansen pH-Wertes. Bakterien, welche nicht an diesen niedrigen pH-Wert angepasst sind (zellulose-, stärke und laktatabbauende Mikroorganismen) sterben ab und setzen Endotoxine frei. Laktatbildende Bakterien hingegen vermehren sich massenhaft, bilden noch mehr Laktat und führen zu einem weiteren Absinken des pH-Wertes. Akute Pansenacidosen können durch eine zu schnelle Umstellung auf eine energiereiche, rohfaserarme Ration, Nahrungsentzug, Fehler in der Kraftfutterzuteilung oder durch Strukturarmut des Grundfutters entstehen.

Die Folgen von Pansenacidosen können schwerwiegend sein:

  • Der osmotische Drück in den Vormägen steigt an. Dadurch kommt es zu einer verminderten Wasserresorption durch die Vormägen und der Inhalt (Futterbrei) verflüssigt sich => dünnbreiige Kotkonsistenz. Gleichzeitig entsteht ein Wassermangel im Gewebe und im Blut, es kommt zur Bluteindickung mit einhergehender Herz-Kreislauf-Belastung.
  • Durch die freigesetzten Endotoxine kann eine Schockreaktion ausgelöst werden.
  • Entzündung der Pansenschleimhaut durch erhöhte Säurekonzentration.
  • Der Organismus wird vermehrt durch Laktat belastet, die Leber kann die anflutenden Mengen nicht verstoffwechseln und es kommt zu einer metabiolischen Acidose.
  • Schädigung der Gefäße der Klauenlederhaut, dadurch entsteht eine akute Entzündung (Laminitis).
  • Zudem hat jede Acidosenegative Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft, Fruchtbarkeit und Gesundheit und ist mitverantwortlich für zahlreiche Störungen der Tiergesundheit (Labmagenverlagerung, Klauenerkrankungen, erhöhte Mastitisanfälligkeit, Fruchtbarkeitsstörungen durch vermehrt auftretende Endometritis, schwache und stille Brunsten).

Zur Vorbeuge von Acidosen ist in der Rationsgestaltung stets auf die Wiederkäuergerechtheit oberster Augenmerk zu legen. Zudem muss auf eine maximale Futteraufnahme hingearbeitet werden, die durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Futtermittel und bestem Kuhkomfort gefördert wird.

Beständige Stärke (bXS)

Beständige Stärke (Pansenstabile Stärke, Bypass-Stärke, Durchflussstärke) wird nicht von den Mikroben im Vormagen verwertet. Sie wird erst im Dünndarm von körpereigenen Enzymen zu Glukose abgebaut und absorbiert. Die enzymatische Stärkeverdauung im Dünndarm ist energetisch effizienter als der Abbau im Pansen. Die so gewonnene Energie steht nicht den Mikroorganismen im Vormagen sondern der Kuh selber zur Verfügung. Die mikrobielle Eiweissbildung kann dadurch eingeschränkt sein. Anderseits dient die beständige Stärke als direkte Vorstufe zur Bildung von Milchzucker (Laktose).

Bis zu 1,5kg beständiger Stärke je Kuh und Tag können effizient verwertet werden. Der Anteil an beständiger Stärke im Futter beträgt zwischen 10 und 45% der Stärke. Futtermittel mit hohem Anteil an Durchflussstärke sind geschroteter Mais und teigreife Maissilage.

Beta-Carotin

Carotinoide sind Vorstufen des Vitamin A. Man bezeichnet sie deshalb auch als A-Provitamine. Denn sie werden im Körper teilweise in Vitamin A umgewandelt. Ihr Hauptvertreter, das ß-Carotin, wird zu 17% in Vitamin A umgesetzt, Gemische von Carotinoiden nur zu 7%. Betacarotin schützt die Zellen, gilt als natürlicher Sonnenschutz und kann hemmend auf die Entstehung von Krebs wirken.

Bikarbonate

Hydrogencarbonate, veraltet Bikarbonate, saure Carbonate, HCO3–Salze der Kohlensäure (H2CO3) bestehend aus HCO3– und ein oder zweiwertigen Metallen. Wichtiger Bestandteil des Hydrogencarbonat-Kohlensäure-Puffers zur kurzfristigen Regulation des Blut-pH-Wertes.

Biotin

Biotin wurde ursprünglich als Vitamin H bezeichnet und gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Biotin wird von Mikroorganismen gebildet und eine weitgehende intestinale Versorgung ist gewährleistet. In pflanzlichem Material befindet sich Biotin vor allem in den Blättern. Biotin ist Koenzym von Enzymen, die Carboxylierungsreaktionen katalysieren. Biotin abhängige Reaktionen sind somit bedeutsam bei der Fettsäuresynthese, im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Auf Grund der hohen mikrobiellen Synthese im Verdauungstrakt ist die Untersuchung von Mangelsymptomen erschwert. Bei experimentell herbeigeführtem Biotinmangel wurde eine verminderte Gluconeogenese, ein reduzierter Kaliumgehalt in der Muskulatur, ein verminderter Ribonukleinsäuregehalt in der Leber, schorfige Dermatitis, Haarverfärbung und -ausfall, Lähmungen, sowie eine gestörte Reproduktion und Milchleistung beobachtet.

Body Condition Score (BCS)

Methode zur Beurteilung der Körperfettreserven

Bullenmast

In der Bullenmast werden die männlichen Nachkommen von Milchviehrassen oder aber die männlichen Nachkommen spezieller Fleischrassen aufgezogen und bis zu einem Lebendgewicht von etwa 700 kg gemästet. In der Bullenmast wird Wert auf hohe Tageszunahmen von über 1.200g / Tier und Tag gelegt. Dabei ist die tatsächliche Höhe der Tageszunahmen stark abhängig von der Qualität der eingesetzten Futtermittel, der Rationsgestaltung, der Haltungs- und Managementbedingungen, sowie der Genetik der Tiere.

Buttersäure

Buttersäure (Butyrat) macht 12 bis 18% der Fettsäureproduktion im Pansen aus.

Sie wird größtenteils zu Ketonkörpern umgewandelt und zur Fettsäuresynthese im Körperfettgewebe und im Euter genutzt. 8 – 25% des Milchfettes stammen aus der Buttersäure.

Calcium (Ca)

Calcium (Ca) ist neben Phosphor (P) Baustoff für Knochen und Zähne sowie Bestandteil der Gewebe und Körperflüssigkeiten. Je nach Anforderung des Körpers an den Mineralstoffhaushalt wird Calcium in oder aus dem Knochendepot ein- oder ausgelagert.

Für den physiologisch richtigen Ablauf des Stoffwechselgeschehens ist es von lebenswichtiger Bedeutung. Gemeinsam mit Magnesium steuert Calcium die Nervenfunktionen. Vor allem im Transitmanagement ist eine Überversorgung mit Calcium als Ursache der Folgekrankheit Gebärparese einschließlich dem Festliegen der Kühe bekannt.

CNCPS

CNCPS bedeutet ausgeschrieben Cornell Net Carbohydrate and Protein System. Es wurde in den 1970er- Jahren an der Cornell Universität in den USA entwickelt. Das CNCPS-Modell berücksichtigt bei der Futteranalyse eine exaktere Untersuchung von ProteinFett und Kohlenhydraten. Es geht nicht nur um die reinen Nährstoffgehalte, sondern betrachtet ebenso die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt sowie die Passagerate. Außerdem bezieht es spezifische Tier- und Umweltfaktoren mit ein. Das Modell schlüsselt Kohlenhydrat- und Proteinfraktionen an Hand spezifischer Verdaulichkeiten oder Bindungen mit Faserfraktionen gezielt auf. So kann die Synchronisation im Pansen exakter erfasst werden. Genaue Aussagen über die Versorgungslage mit den essentiellen Aminosäuren können getroffen werden.

CNCPS
Rohasche
RohproteinA1A2
B1B2
C
RohfettC14:0
C16:0
C18:0C18:1C18:2C18:3
KohlenhydrateA1A2A3A4
B1B2B3

Coli Bakterium, Escherichia Coli

Das E.coli-Bakterium wurde 1919 von Theodor Escherich entdeckt und nach ihm benannt. E.coli-Bakterien kommen vorwiegend im tierischen wie auch im menschlichen Darm vor und sind daher auch als Fäkalkeime bekannt. Es handelt sich um säurebildende, stäbchenförmige, gramnegative (lactosepositive) Bakterien. E.coli-Bakterien ernähren sich vor allem von Zucker und Aminosäuren. E.coli-Bakterien sind anaerobe Mikroorganismen und haben die Fähigkeit benötigte Energie aus der Säuregärung zu ziehen.

Darmepithel

Zellschicht (Epithel), die die Innenseite des Darms bedeckt. Die Zellen des Darmepithels dienen der Sekretion und Resorption. Bei Wirbeltieren besteht das Darmepithel aus einer einschichtigen Lage von Zellen, die Verdauungsenzyme und Schleim produzieren sowie Nährstoffe aus dem Darm resorbieren.

Darmflora

Zusammenfassende Bezeichnung der im Darm von Tieren und Menschen vorhandenen, regelmäßig nachweisbaren Bakterien (Darmbakterien) und Pilze oder auch nur der Bakterien; vorwiegend im Dickdarm angesiedelt.

DLG

Das Wort DLG steht als Akronym für Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Die DLG wurde 1885 von Max Eyth gegründet. Die DLG ist die Spitzenorganisation der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit über 22.000 Mitgliedern. Die DLG testet Land- und Kommunaltechnik sowie landwirtschaftliche Betriebe und Betriebsmittel. Die DLG prüft Mischfutter, Siliermittel, Reinigungs-, Desinfektions-, Euterhygiene- sowie Stalldesinfektionsmittel und Düngekalk. Nach erfolgreicher Prüfung auf Grundlage der hohen DLG-Maßstäbe wird das DLG-Gütezeichen vergeben. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an den Anforderungen der Praxis und entsprechen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die DLG testet über 24.000 Produkte im Jahr. Mit einem breiten Produktangebot an Tests liefert die DLG klare Aussagen zu geprüfter Technik. Die Prüfungen liefern das Fundament für neutrale Praktikerinformationen. Grundlage für die Messungen sind internationale Standards und Normen sowie selbst entwickelte Tests anhand praktischer Anforderungen. Die DLG-Prüfstelle ist national und international akkreditiert und notifiziert. Das Testzentrum in Groß-Umstadt entwickelt modernste Messtechnik und leistungsfähige Prüfeinrichtungen. „ISOBUS“ bzw. „ISOagriNET“, die standardisierten BUS-Systeme für die Außen- und Innenwirtschaft, erlauben in der Landtechnik einen herstellerübergreifenden Datentransfer zwischen Schleppern und Anbaugeräten sowie in der Tierhaltungstechnik den Datentransfer zwischen einzelnen Systemen bis hin zur systemübergreifenden Dokumentation. Diese internationalen Prüfstandards wurden von der DLG mitentwickelt und schließen mit dem DLG-Zertifikat ISOBUS-conform und ISOagiNET-conform ab.

Die DLG ist ein neutrales offenes Forum des Wissensaustausches und der Meinungsbildung. Die DLG organisiert Fachausstellungen für die Land- und Ernährungswirtschaft. Es finden Tagungen und Seminare statt wo kommuniziert und diskutiert wird. Außerdem bietet die DLG viele Aus- und Weiterbildungsangebote für die Land- und Ernährungswirtschaft.

Duodenum

Zwölffingerdarm, erster Abschnitt des Dünndarms.

Durchfall

Bei Durchfallerkrankungen kommt es zu sehr häufigen Abgaben von dünnflüssigem Stuhl, wobei dies auch in Kombination mit Koliken auftreten kann. Durchfallerkrankungen bei Tieren (natürlich auch bei Menschen) gehen von verschiedenen Ursachen aus. Hauptverantwortliche sind oft Viren (Corona- und Rotaviren), bakterielle Erreger (E.coli-Bakterien, sowie Salmonellen). In selteneren Fällen kommen auch Parasiten in Betracht. Durchfallerkrankungen sind die Todesursache Nummer Eins bei Kälbern in den ersten beiden Lebenswochen.

Dysenterie

Früher auch als Ruhr bezeichnet. Bei der Dysenterie kommt es zu einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms, welche von den Toxinen der Shigellen (gramnegative Stäbchenbakterien) hervorgerufen wird. Der Dickdarm produziert vermehrt Schleim, es kommt zu herdförmigen Nekrosen, Blutungen und einer verminderten Resorption. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 3 Tage. Es kommt zu Koliken und sehr starken blutigen Durchfällen mit all seinen negativen Folgen. Ein Dysenterieausbruch in einem Bestand führt zu großen wirtschaftlichen Verlusten.

Elektrolyte

Elemente, die in wässriger Lösung in der Lage sind, den elektrischen Strom zu leiten. Zu den Stoffen zählen neben Säuren und Basen auch die Salze. Die Verteilung dieser Stoffe im Körper bildet ein empfindliches Gleichgewicht, den Elektrolythaushalt. Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid. Der Austausch der Elektrolyte erfolgt aktiv oder passiv durch die Zellmembran. Durch diesen Ionentransport ändert sich die Spannung an der Zellmembran, wodurch die Steuerung aller Prozesse, die auf Zellebene ablaufen, erst ermöglicht wird.

Energie

Rinder benötigen, je nach Lebens- und Leistungsphase, für Erhaltung, Trächtigkeit, Milchleistung und Wachstum Energie. Diese kann über Energiekomponenten, wie Gerste, Weizen und Mais bereitgestellt werden.

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf einen Reiz. Ursachen einer Entzündung sind häufig Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze.

Enzyme

Körpereigene, in der Regel spezifische Biokatalysatoren von Stoffwechselreaktionen. In der Tierernährung ermöglichen Enzyme, die nicht Körpereigen sind, die Verdauung von Nährstoffen, die sonst nicht verfügbar sind. Phytase macht unter anderem in Getreide enthaltenes, gebundenes Phosphor für die Tiere verfügbar.

Essigsäure

Essigsäure (Acetat) macht 50 – 60% der im Pansen produzierten flüchtigen Fettsäuren aus. Sie entsteht bevorzugt bei Fütterung einer rohfaserreichen Ration.

Essigsäure wird benötigt für die Fettsäuresynthese im Euter und im Körperfettgewebe. 17 -45% des Milchfettes entstammt der Essigsäure aus dem Pansen. Sie dient außerdem der Energiegewinnung und ist Ausgangspunkt der Ketonkörper Bildung.

Euter

Als Euter wird die Milchdrüse der weiblichen kleinen (Schafe, Ziegen) und großen Wiederkäuer (Rinder) bezeichnet. Die Milchdrüse des Rindes besteht aus vier Milchdrüsenkomplexen, von denen je zwei eine rechte und eine linke Euterhälfte mit je einem vorderen und hinteren Euterviertel bilden. Die Milchdrüse der Schafe und Ziegen und besteht nur aus zwei Milchdrüsenkomplexen, welche eine rechte und linke Euterhälfte bilden. Die einzelnen Euterviertel, bzw. Euterhälften sind deutlich voneinander getrennt. Es findet kein Austausch untereinander statt. So kommt es nur in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Erkrankungen einzelner Viertel oder Hälften innerhalb der Milchdrüse auf die anderen Viertel / die andere Hälfte. Eine Verschleppung von Erkrankungen auf andere Milchdrüsenkomplexe ist meistens Folge einer unzureichenden Melk- und / oder Liegeboxenhygiene.

Eutergesundheit

Zur Beurteilung der Eutergesundheit werden der Gehalt an somatischen Zellen und der Keimgehalt der ermolkenen Milch herangezogen. Dabei ist zu beachten, dass der Keimgehalt der Tankmilch in erster Linie ein Parameter der Milchqualität und weniger der Eutergesundheit ist, da eine bakterielle Verunreinigung von außen möglich ist. Ohne äußerliche Verunreinigung enthält die Zisternenmilch ca. 100.000 Keime je Milliliter, Alveolarmilch gesunder Euterviertel enthält deutlich weniger Keime, die Konzentration beträgt zwischen 1.000 und 10.000 Keime je Milliliter. Milch bakteriell infizierter Viertel enthält mehr als 10.000 Keime je Milliliter. Anders als der Keimgehalt der Milch gibt der Gehalt an somatischen Zellen deutlichen Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Euters.

Fermentation, Fermentierung

Fermentation oder Fermentierung bezeichnet in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder aber durch Zusatz von Enzymen.

Fettmobilisation, Fettmobilisationssyndrom

Fettmobilisation bzw. das Fettmobilisationssyndrom tritt in der Regel um die Geburt des Kalbes herum auf. Häufig leiden vor der Geburt verfettete Tiere an diesem Syndrom. Sie bauen stark Körperfett ab. Ketosen, Festliegen sind Beispiele für Folgen dieser Erkrankung.

Fettsäuren

Fettsäuren sind Bausteine für Hormone und nehmen eine wichtige Rolle bei der Verwertung fettlöslicher Vitamine ein. Generell unterscheidet man zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Kohlenstoffatome (C) gefolgt von der Anzahl der ungesättigten Gruppen

  • C14:0 gesättigte Fettsäure -Myristinsäure
  • C16:0 gesättigte Fettsäure – Palmitinsäure
  • C18:0 gesättigte Fettsäure – Stearinsäure
  • C18:1 einfach ungesättigte Fettsäure – Ölsäure
  • C18:2 zweifach ungesättigte Fettsäure – Linolsäure
  • C18:3 dreifach ungesättigte Fettsäure – Linolensäure

Fruchtbarkeit

Als Fruchtbarkeit bezeichnet man im Allgemeinen das Fortpflanzungsvermögen unserer Nutztiere. Parameter der Fruchtbarkeit sind in Milchviehbeständen vorrangig die Zwischenkalbezeit und der Besamungsindex. Entscheidenden positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeitslage einer Herde haben die Qualität der Futtermittel, die Rationsgestaltung, die Haltungsbedingungen und der Gesundheitsstatus. Dieser wiederum wird ebenfalls maßgeblich durch die Fütterung und die Haltung der Tiere bestimmt.

Futteranalyse

Die Futteranalyse umfasst alle Untersuchungen, die erforderlich sind, um den Nährwert eines Futtermittels anzugeben.

Futtereffizienz

Die Futtereffizienz ist eine Kennzahl zur Bewertung der Futterverwertung. Sie gibt an, wieviel Milch die Kühe aus einem Kilogramm Trockensubstanz produzieren. Je mehr Milch daraus umgesetzt wird, desto höher ist die Futtereffizienz.

Futterverwertung (FCR)

Die Futterverwertung (FCR = feed conversion rate) ist in der Nutztierhaltung ein Maß, das den Futterverbrauch je Einheit Leistung beschreibt. Die Futterverwertung beschreibt demnach die Effizienz der Umsetzung von Futternährstoffen in Körpermasse (Mastvieh) oder Milchleistung (Milchvieh), wobei für die Ermittlung der Umsetzungseffizienz in der Milchproduktion üblicherweise die Kraftfuttereffizienz und die Grundfutterleistung als Parameter herangezogen werden. Die Futterverwertung gibt an, wie viel Futter für die Erzeugung von 1 kg Fleischzuwachs notwendig ist.

FCR = Futterzufuhr (kg) / Zuwachs (kg)

Der Begriff ist allerdings kein wissenschaftlicher Parameter, sondern dient eher zum Vergleich von Leistungsstandards. Die Futterverwertung gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Zuwachses oder die Qualität des Futters.

Futterzusatzstoffe

Zusatzstoffe werden auf Grund ihrer positiven Eigenschaften für Tier, Leistung, Gesundheit etc. eingesetzt. Man unterscheidet:

Geschützte Fette

Geschützte Fette sind behandelt oder mit anderen Substanzen kombiniert, um sie vor dem Angriff der Pansenbakterien zu schützen und ihren Abbau im Pansen zu verhindern. Sie werden erst im Darm enzymatisch abgebaut.

GfE

Gesellschaft für Ernährungsphysiologie

Glycerin

Glycerin ist ein Grundbestandteil aller Fette (Triglyceride). Es hat als Futtermittel die Funktion eines Energielieferanten. Der Glycerinanteil ist ja nach Fett/Öl unterschiedlich.

Glykogen

Der tierische Organismus speichert Kohlenhydrate in Form von Glykogen. Als Speicherorgane dienen vor allem die Leber und in geringerem Maße auch die Muskulatur.

Grassilage

Grassilage wird aus Wiesen- oder Ackergras gewonnen. Durch luftdichte Lagerung wird die Silage haltbar gemacht, in dem die Milchsäuregärung abläuft.

Sensorische Qualitätsüberprüfung:

Muss aromatisch riechen und nicht in der Nase stechen. Deutlicher Buttersäuregeruch (sehr unangenehm) und / oder Essigsäuregeruch deuten auf eine Fehlgärung und schlechte Qualität hin. Dies führt zu einer verminderten Akzeptanz des Futters durch die Kühe => schlechte Futteraufnahme, schlechte Energieversorgung, Folgeerkrankungen (Fruchtbarkeitsstörungen, Klauenerkrankungen, Euterentzündungen). Es darf kein Schimmel sichtbar sein. Die Grashalme sollten möglichst kurz sein. Es sollten keine Erdklumpen in der Silage zu finden sein.

Trockensubstanz:

Wenn beim Wringen in der Hand Wasser austritt ist die Silage zu feucht (u.U. dadurch schlechtere Futteraufnahme, Fehlgärung etc.). Nach dem Drücken in der Hand sollte die Handfläche kleben, dann ist der Zuckergehalt als gut einzustufen. Keine Nacherwärmung (die Silage muss kühl sein nicht wärmer als Umgebungstemperatur, da durch Nacherwärmung ein Nährstoff- und Energieverlust entsteht, Schimmelbildung in Gang gesetzt wird und die Futteraufnahme leidet). Keine losen Futterreste vor dem Silagestock, diese ist prädestiniert für Nacherwärmung.

Verdichtung:

mit Kugelschreiber überprüfen (wenn Sie einen Kugelschreiber in die Silage drücken können, war  Verdichtung nicht ausreichend).

Anschnittsfläche:

Möglichst eine glatt Schnittfläche, damit die Oberfläche nicht aufgelockert wird und kein Sauerstoff eintritt. Diese ist von der Entnahmetechnik abhängig:

  • Schneidzangen / Blockschneider / Fräsen entnehmen sauber und hinterlassen glatte Fläche
  • Greifzangen /Schaufeln reißen Futter heraus und lockern auf.

Abdeckung:

Möglichst die Folie nur soweit wie nötig zurückziehen, um das Futter für den jeweiligen Tag zu entnehmen.

Grobfutterverdrängung

Je mehr Kraftfutter einer Kuh zugeteilt wird, desto weniger Grobfutter frisst sie.

Hemizellulose

Hemizellulosen sind leicht lösliche Zellwandsubstanzen. Nach der Zellulose sind sie der wichtigste Bestandteil der pflanzlichen Zellwand.

Siehe auch NDF

Immunglobuline

Immunglobuline/Antikörper werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Immunsystem

Gesamtheit der für die spezifischen Abwehrmechanismen des Organismus verantwortlichen funktionellen Gewebe, Zellen und biologisch aktiven Komponenten. Die Funktion des Immunsystems beruht auf der Fähigkeit, zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen zu unterscheiden.

Insulin

Siehe STH

Kation

Ein Kation ist der Begriff für ein positiv geladenes Ion. Gegenteil von Anion.

Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB)

Die Kationen-Anionen-Bilanz betrachtet die Mengenverhältnisse ausgewählter Mineralstoffe in einer Ration.

In der Transitperiode vor dem Kalben sollten die Anionen (Chlor und Schwefel) überwiegen, die DCAB also einen negativen Wert annehmen. Dadurch wird die Mobilisation von Calcium aus den Knochen verbessert und dem Calciummangel nach dem Kalben (Milchfieber) vorgebeugt.

Keime

Keime sind Lebewesen oder subzelluläre Erreger, die in anderen Organismen gesundheitsschädigende Abläufe verursachen. Sie sind Mikroorganismen, die sich aus Bakterien, Viren und Pilzen, sowie aus Protozoen, Archaea und Mikroalgen zusammensetzen.

Keimgehalt

Als Keimgehalt bezeichnet man den Gehalt eines Materials an Mikroorganismen und zwar ihre Anzahl im Verhältnis zum Volumen oder zur Masse des Materials. Die Keimzahl in der Milch gibt Auskunft über die bakteriologische Beschaffenheit der Milch. Ist der Keimgehalt erhöht, liegen Mängel in der Milchgewinnung und –lagerung vor. Der Milchkeimgehalt wird pro Betrieb mindestens 2 Mal monatlich untersucht.

Kernel Processing Score (KPS)

Der Kernel Processing Score (Körner Vermahlungsgrad) steht für ein standardisiertes Verfahren, um die Häckselqualität von Maissilagen zu bestimmen, indem die Partikelgröße der Maiskörner in einem Siebverfahren gemessen wird.

Die zu passierende Siebgröße liegt bei 4.75 mm und der Wert sollte >70 % sein.

PubMed

Ketonkörper

Ketonkörper stellen eine bedeutende Energiereserve als Alternative zu Glukose dar. Sie werden in der Skelettmuskulatur, in der Niere und im laktierenden Euter effektiv verbrannt.

Ketonkörper entstehen vor allem in der Frühlaktation bei verstärktem Körperfettabbau und gleichzeitigem Energiemangel. Übersteigt die Bildung von Ketonkörpern ihre Verwertungsmöglichkeiten kommt es zur Ketose.

Ketose, Acetonämie

Die Acetonämie ist eine Stoffwechselstörung, die vorrangig zu Beginn der Laktation bei Hochleistungskühen auftritt. Die Acetonämie wird dabei durch eine starke negative Energiebilanz, hervorgerufen durch eine hohe Milchleistung und geringe Futteraufnahme, ausgelöst. Die Acetonämie ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fettmobilisationssyndrom innerhalb der ersten 10 Tage post partum.

Es wird zwischen drei verschiedenen Formen der Acetonämie unterschieden:

Alimentäre Acetonämie: Wird hervorgerufen durch die übermäßige Aufnahme und Verstoffwechselung von Buttersäure (z.B. durch schlechte Silagequalität mit hohem Buttersäuregehalt).

Primäre Acetonämie: Entweder als Bestandteils des Fettmobilisationssydroms oder als Ergebnis eines Glukosemangels in der Frühlaktation. Ein niedriger Blutglukosespiegel fördert die Bildung von Ketonkörpern.

Sekundäre Acetonämie: Das Energiedefizit, welches zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern führt wird durch eine andere Erkrankung hervorgerufen und die Ketose wird zur Begleiterscheinung.

Eine Bildung von Ketonkörpern findet unter physiologischen Bedingungen immer statt. Die entstehenden Ketonkörper sind Acetoacetat, Aceton und ß-Hydroxybutyrat. Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat werden in der Regel entweder in der Muskulatur oder durch Verwertung für die Fettsynthese in der Milchdrüse abgebaut. Aceton kann nicht verstoffwechselt werden und wird über die Atemluft ausgeschieden. In Stoffwechselsituationen, in denen der Energiegewinn in erhöhtem Maße aus dem Abbau von Körperfett erfolgt, werden Ketonkörper vermehrt gebildet und es kommt zu einer Anhäufung im Blut. Um ein erkranktes Tier zu therapieren muss der Blutzuckerspiegel erhöht und der Abbau von Körperfett durch einen Ausgleich der Energiebilanz gemindert werden. Dies kann mittels Invertzuckerlösungen, durch Verabreichung glucoplastischer Verbindungen (z.B. Propylenglycol) oder durch die Beifütterung pansenstabiler Glukose erfolgen.

Die Erhöhung der Konzentration von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat im Blut führt zu einem Protonenüberschuss und damit zu einem Abfall des Blut-pH-Wertes. Daraus kann dann eine Acidose (Ketoacidose) entstehen.

Ketose ist eine Stoffwechselerkrankung mit typischen Merkmalen:

  • Anstieg von Ketonkörpern im Blut
  • Ausscheiden von Ketonkörpern über Milch, Harn und Atemluft
  • deutlicher Leistungsabfall
  • starkes Abmagern des Rindes

Klauen

Die Klauen sind stark entwickelte verhornte Zehen der Wiederkäuer und Schweine. Im Laufe der Evolution sind die 3. und 4. Zehe voll ausgebildet, die restlichen Zehen jedoch zurückentwickelt worden und heute nur noch rudimentär vorhanden. Daher werden Wiederkäuer und Schweine auch als Paarhufer bezeichnet. Der Hornschuh der Klaue stellt einen Schutz für die Zehenspitzen dar. Da der Hornschuh ständig wächst ist auch eine ständige Abnutzung notwendig. Bei unseren Nutztieren ist diese Abnutzung häufig nur unzureichend, so dass eine regelmäßige Klauenpflege zu Vorbeugung von Klauenerkrankungen erfolgen muss. Die Klauengesundheit wirkt sich elementar auf die Vitalität, Futteraufnahme und Leistungsbereitschaft des jeweiligen Tieres aus. Somit hat die Klauengesundheit einen direkten Einfluss auf den finanziellen Erfolg der Nutztierhaltung. Vielen Klauenerkrankungen kann durch eine angepasste Fütterung und eine regelmäßige Klauenpflege vorgebeugt werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate steht wegen ihrem hohen Anteil von rund 65 bis 75 % je Kilogramm Trockensubstanz bei den einzelnen Futtermitteln aus eine große Bedeutung zu. Sie sind die Hauptenergiequelle für Wiederkäuer wie z.B. Milchkühe.

Kategorien der Kohlenhydrate:

  1. Monosaccharide: Einfache Zucker ( z.B. Glukose, Fructose)
  2. Disaccharide: Speicherkohlenhydrate ( z.B. Stärke)
  3. Polysaccharide: Strukturierte Kohlenhydrate (z.B. Zellulose; Hemizellulose, Pektine, u.a.)

Kolostrum, Kolostralmilch, Biestmilch

Unmittelbar nach der Geburt von der Milchdrüse abgegebenes Sekret.
Es weist einen hohen Gehalt an Eiweiß (Immunglobuline), verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen sowie weißen Blutkörperchen auf.

Konjugierte Linolsäure (CLA)

Die konjugierte Linolsäure (CLA) – stellt eine Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren dar – sie kann die Milchfett-Synthese im Euter hemmen, indem sie in das Enzymsystem eingreift.

Laktose

Milchzucker, besteht aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Galaktose, die im Euter miteinander verbunden werden.

Lignin

Lignin befindet sich in den pflanzlichen Zellwänden und kommt reichlich in verholzten Pflanzenteilen vor. Für Tiere ist Lignin weitgehend unverdaulich. Lignin ist kein Kohlenhydrat.

Siehe auch NDF.

Lysin

Lysin ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Magnesium (Mg)

Magnesium (Mg) gilt als Baustein für Knochen, Knorpel und Zähne. Magnesium findet sich außerdem in den Muskeln, den Körperflüssigkeiten und im Gehirn wieder. In Verbindung mit Calcium ist Magnesium für die Funktionen der Nerven und Muskeln notwendig

Maissilage

Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer eingesetzt wird. Sie enthält vor allem Energie in Form von Stärke aus den Maiskörnern.

Sensorik für Qualitätssilage:

  • Geruch brotartig
  • kein stechender Geruch, dieser bedeutet Alkoholbildung (negative Folgen auf den Pansenstoffwechsel)
  • Häcksellänge mit möglichst kleinen Partikeln für eine optimale Verdichtung
  • keine unzerkleinerte Lieschblätter in der Silage sein
  • Körner müssen komplett zerschlagen sein, ganze Körner können vom Rind nicht verwertet werden
  • passender Trockensubstanzgehalt
  • keine Schimmelbildung und Nacherwärmung

Silomanagement für eine einwandfreie Silierung:

  • keine losen Futterreste
  • glatte, saubere Anschnittsfläche
  • hohe Verdichtung
  • optimale Abdeckung, bis zur Entnahme aus dem Silostock

Mastitis, Euterentzündung

Euterentzündung beim Rind.

Die Erkrankungsmöglichkeiten der Milchdrüse sind vielfältig, die Entzündung des Eutergewebes (Mastitis) und die Zitzenverletzungen nehmen allerdings den größten Prozentsatz ein. Von einer Mastitis wird dann gesprochen, wenn eine Entzündung des Eutergewebes vorliegt. Diese Entzündung kann die Folge einer mechanischen Überreizung (z. B. bei falsch eingestellten Melkmaschinen) ohne die Beteiligung von Bakterien sein. Das Gewebe produziert dann vermehrt körpereigene Abwehr- und Heilzellen, wodurch der somatische Zellgehalt in der Milch erhöht wird. Dringen dann in das vorgeschädigt Eutergewebe Bakterien ein, so können sie sich rasch vermehren und aus der abakteriellen Entzündung wird eine bakterielle Euterentzündung. Neben dem Zellgehalt erhöht sich nun auch der Keimgehalt der Milch. Ab einem Zellgehalt von 500.000 Zellen je Milliliter leidet ein Tier an einer klinischen Mastitis.

Den wichtigsten Schutz vor bakteriellen Infektionen stellt der Strichkanal der Zitze dar, denn pathogene Keime dringen über den Strichkanal in das Innere der Zitze und weiter in die Milchdrüse ein. Besonders das verhornte Plattenepithel des Strichkanals spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Plattenepithel bildet Laktosebum, eine fettsäureartige Substanz mit bakterizider Wirkung.

Als Erreger von Euterentzündungen kommen sowohl Umwelt-assoziierte Keime, welche in jedem Stall zu finden sind, als auch Kuh-assoziierte Erreger, welche außerhalb des Tieres nicht überlebensfähig sind, in Frage. Diese Keime sind aber in der Regel nur dann erfolgreich, wenn das Eutergewebe schon vorher durch abiotische Faktoren geschwächt oder geschädigt wurde. Eine Mastitis kann nicht allein als bakterielles Problem gesehen werden.

Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren (Haltung, Melktechnik, Melkhygiene, Stress, Futteraufnahme, Wasseraufnahme, Rationsgestaltung, Futterhygiene, etc.), welche in der Interaktion die Grundlage für die Entstehung einer Mastitis schaffen. Daher wird eine Mastitis auch weitläufig als Faktorenkrankheit bezeichnet, welche durch ihre Entstehung Hinweise auf eine Schieflage des Organismus aus verschiedensten Gründen gibt. Entzündungen der Milchdrüse können für das betroffene Tier sehr schmerzhaft sein. Sie gehen einher mit einem verminderten Allgemeinbefinden des Tieres, einer Minderung der Milchmenge und der Milchqualität. Die Mastitis gilt als eine der teuersten Krankheiten in der Milchviehhaltung und wird auf ca. 220 € je Fall geschätzt. Der Behandlungserfolg ist zudem oft nur vorübergehend. Nur 1/3 der einmal erkrankten und behandelten Tiere bleibt im Folgejahr gesund. 2/3 der einmal erkrankten Tiere werden im Folgejahr gemerzt.

Methionin

ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Metritis

Entzündung des Uterus (Gebärmutter), bei der im Gegensatz zur Endometritis außer der Schleimhaut auch die Muskelschicht (Myometrium) und eventuell der seröse Überzug mitbeteiligt sind.

Mikrobenprotein

Die Pansenmikroben bauen große Teile des Futterrohproteins zu Ammoniak ab. Diesen Ammoniak nutzen sie für das Wachstum der Mikroben Population dabei synthetisieren sie hochwertiges Mikrobenprotein. Letztlich werden die Pansenmikroben mit dem Nahrungsbrei in den Darm geschwemmt und dort als Eiweiß verdaut. Damit ist der Wiederkäuer weitgehend unabhängig von der Zusammensetzung der Futterproteine.

Milch

Milch bzw. Kuhmilch ist ein vielseitiges Naturprodukt. Es bildet sich im Euter einer Kuh, die ein Kalb geboren hat. Es bietet Nährstoffe in optimaler und ausgewogener Zusammensetzung. Zudem enthält Milch mehr Calcium als jedes andere Nahrungsmittel.

Milchdrüse

Als Milchdrüse bezeichnet man die aus der Milchleiste hervorgehenden Drüsenkörper von Säugetieren, die während der Laktation Milch zur Ernährung des säugenden Nachwuchses bilden und abgeben können. Es handelt sich dabei um spezialisierte Hautdrüsen, die sich von einfachen, tubulären Drüsen ableiten lassen.

Milchfieber, Gebärparese

Gebärparese, oder Milchfieber genannt, ist eine Krankheit bei Säugetieren. Sie kann um den Geburtszeitpunkt bei Muttertieren auftreten und durch einen verminderten Calciumgehalt des Blutserums verursacht werden.

Milchinhaltsstoffe

Milch besteht zu 87 % aus Wasser. Der Rest besteht aus Milcheiweiß (ca. 3 %), Milchfett (ca. 4%) und Laktose (ca. 5 %). Außerdem enthält Milch die wesentlichen Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen Calcium.

Milchleistung

Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.

Milchsäure (Laktat)

Milchsäure (Laktat) entstammt entweder Silagen guter Qualität oder wird im Pansen nach Verfütterung von stärke– und zuckerreichen Rationen gebildet.

Unter normalen Bedingungen wird Milchsäure im Pansen sofort zu Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure weiterverarbeitet. Bei einer Pansenazidose akkumuliert sie im Pansen und kann dann 50 – 90% der im Pansen fermentierten Säuren ausmachen.

Mineralfutter

Mineralfuttermittel sind Ergänzungsfuttermittel, die überwiegend aus mineralischen Einzelfuttermitteln zusammengesetzt sind und mindestens 40% Rohasche enthalten.

Dabei unterscheidet man zwischen Mengen– und Spurenelementen.

Mischration, Totale Mischration (TMR)

Eine Totale Mischration ist ein Fütterungssystem in der Viehhaltung, bei dem bereits im Futtermischwagen alle Grund-, Ausgleichs- und Leistungsfutter gemischt werden. Eine zusätzliche Kraftfuttergabe ist dadurch nicht erforderlich.

Des Weiteren gibt es verschiedene Abwandlungen, wie die Teil-Mischration oder die Kompakt-TMR.

Monogastrier

Monogastrier haben einen einhöhligen Magen. Zu den Monogastriern gehört unter anderem das Schwein und das Pferd, der Hund und der Mensch.

Negative Energiebilanz (NEB), Negatives Energiesaldo

Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Kalbung sind häufig von einer negativen Energiebilanz der Milchkuh charakterisiert Die Milchleistung steigt schneller an als die Futteraufnahme, d.h. der Energiebedarf kann nicht mehr aus der Futteraufnahme gedeckt werden, eigene Körperreserven müssen angepackt werden. Die negative Energiebilanz, kurz NEB, kann durch optimales Fütterungs- und Haltungsmanagement beeinflusst werden.

Netto-Energie-Laktation (NEL)

Als Nettoenergie-Laktation wird der Energieanteil im Futter bezeichnet, der in Milch umgewandelt werden kann. Der Energiebedarf der Tiere und der Energiegehalt von Futtermitteln wird in NEL angegeben. Die Maßeinheit für Energie ist Megajoule (MJ)

Der Erhaltungsbedarf einer 650kg schweren Kuh beträgt 37,7 MJ NEL

Ein Kilogramm Milchleistungsfutter der Energiestufe 2 enthält 6,2 MJ NEL.

Neutrale Detergenzienfaser (NDF)

Bei der Van Soest-Futteranalyse wird die Futterprobe in neutraler Detergenzienlösung gekocht. Diese Behandlung überstehen nur die pflanzlichen Gerüstsubstanzen Hemicellulose, Zellulose und Lignin. Sie werden deshalb als neutral detergent fiber (neutrale Detergenzienfaser, NDF) zusammengefasst.

Nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung bleibt vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet. Schwefelsäure löst die Zellulose aus der ADF heraus. Es bleibt das acid detergent lignin (Lignin, ADL) übrig.

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein (NDICP)

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge an Protein an welches an die Faserfraktion gebunden ist und für die Verdauung zur Verfügung steht.

Nicht-Protein-Stickstoff (NPN)

Stickstoff ist nicht nur in Proteinen enthalten. Auch in Harnstoff, Säureamide, Betain und stickstoffhaltige Glykoside liefern Stickstoff, den die Pansenmikroben für die Mikrobenproteinsynthese verwerten können.

Pektin

Pektine sind Bestandteile der Pflanzenzellwände und reichlich in Früchten, Wurzeln und auch in grünen Blättern enthalten. Pektine besitzen Stützfunktionen und eine starke Quellfähigkeit.

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. In Anlehnung an die Dissoziationskonstante des Wassers teilt man die Wertebereiche ein in:

  • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
  • pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)

Dies gilt allerdings nur für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C.

Phosphor (P)

Phosphor ist ein chemisches Element mit dem Symbol P. Es kommt in mehreren, sich untereinander stark unterscheidenden Modifikationen vor. Phosphorverbindungen sind für alle Lebewesen essenziell und bei Aufbau und Funktionen der Organismen in zentralen Bereichen beteiligt.

Probiotika

Zu den funktionellen Lebensmitteln zählende definierte Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen. Aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Magen- und Gallensäure sowie gegenüber Verdauungsenzymen überleben Probiotika die Magenpassage und erreichen den Dickdarm in aktiver Form, um sich dort anzusiedeln. Hierdurch verdrängen die probiotischen Bakterien unerwünschte Keime, beeinflussen die Mikroflora damit positiv und üben gesundheitsfördernde Wirkungen aus.

Propionsäure

Propionsäure (Propionat, das Salz) macht 18-20% der Fettsäureproduktion im Pansen aus. Sie erreicht ihre höchste Konzentration bei einer kraftfutterreichen Ration.

90% der resorbierten Säure werden in der Leber zu Glukose umgewandelt. Sie bestimmt die Menge des im Euter synthetisierten Milchzuckers und damit die Milchmenge.

Proteine

Die biologisch sehr wichtigen Nahrungskomponenten der Proteine sind Makromoleküle, die als Hauptbestandteil für die Muskelbildung im Körper zuständig sind. Proteine haben unter anderem die Funktion, Fette durch das Blut zu transportieren, um die Abwehrkräfte des Organismus zu stärken.

Rationsberechnungsprogramm

Mit Hilfe eines Futterberechnungsprogramm bzw. eines Rationsberechnungsprogramm kann auf Grundlage von Futteranalysen der verwendeten Futtermittel eine Futterration nach den Gegebenheiten und Zielen des Landwirtes berechnet werden. Geeignete Rationskennzahlen helfen dabei die Ration leistungsgerecht und gesund zu gestalten.

Siehe: Futter-R oder AMTS

Rohasche (XA)

Die Rohasche (anorganische Substanz) bleibt nach der Veraschung der organischen Substanz (Verbrennen von Futtermitteln im Muffelofen bei 550°C) übrig. Die Rohasche besteht aus Mineralstoffen, Sand und Ton.

Rohfaser (XF)

Rohfaser ist keine chemisch definierte Substanz. Pektin der größte Teil der Zellulose, sowie Anteile der Hemizellulosen und des Lignins werden unter dem Begriff Rohfaser zusammengefasst.

Die Pansenmikroben vergären sie vorwiegend zu Essigsäure. Dadurch nimmt der Rohfasergehalt Einfluss auf die Milchfettsynthese. Außerdem regt sie die Speichelabsonderung und die Pansenmotorik an. (siehe strukturierte Rohfaser und NDF)

Rohfett (XL)

Rohfett enthält Fette (Neutralfette) und fettähnliche Substanzen (Lipoide). Zu den Lipoiden gehören u.a. fettlösliche Vitamine und Hormone, Wachse und ätherische Öle.

Rohfett ist wasserunlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln wie Äther und Benzin löslich. In der WEENDER Analyse wird Rohfett mit Petroläther (Soxhlet-Apparatur) aus den Futtermitteln extrahiert.

Rohwasser (XW)

Rohwasser ist die Differenz aus Frischmasse (FM, OM) und Trockenmasse (T, TM, TS). Es enthält noch flüchtige Substanzen wie Fettsäuren. Ammoniak oder Alkohole.

Rumen Undigestible Protein (RUP)

Rumen Undigestible Protein steht für im Pansen unabbaubares Rohprotein

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load (RUFAL)

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load gibt an, wie hoch der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist. Ein zu hoher RUFAL Wert führt zur Milchfettdepression.

Ruminale Stickstoffbilanz (RNB)

In den Vormägen wird Stickstoff (N) aus dem Futterprotein freigesetzt und von den Mikroben zur Bildung von Mikrobenprotein genutzt. Die Ruminale Stickstoffbilanz eines Futtermittels gibt an, ob im Vormagen ein Stickstoffmangel oder Stickstoffüberschuss herrscht. Die Ruminale Stickstoffbilanz ist ein kalkulatorisch ermittelter Wert.

Ruminohepatischer Kreislauf

Die wichtigste Stickstoffquelle für die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen ist Ammoniak. Nicht benötigtes Ammoniak wird von der Pansenschleimhaut resorbiert und durch die Leber zu Harnstoff entgiftet. Der im Blut befindliche Harnstoff wird zu einem geringen Teil per Diffusion in den Pansen abgegeben. Die größte Bedeutung für den Rücktransport des Harnstoffs in den Pansen besitzt jedoch die Speichelsekretion. Mit den enormen Mengen an Speichel, die der Wiederkäuer ausscheiden, gelangt auch eine quantitativ beachtliche Harnstoffmenge in den Pansen. Durch bakteriellen Abbau des Harnstoffs zu Ammoniak kann dieser wieder der mikrobiellen Proteinsynthese dienen. Damit wird der Kreislauf zwischen Pansen (Rumen) und Leber (Hepar) geschlossen.

Saure Detergenzienfaser (ADF)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest, bleibt nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet.

Saures Detergenzien unlösliches Rohprotein (ADICP)

Das saure Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge Protein an, die für die Verdauung und Aufnahme nicht zur Verfügung steht

Schüttelbox

Mit Hilfe einer Schüttelbox ist es möglich direkt am Futtertisch die Futterration zu bewerten. Es kann die Struktur der Ration gemessen werden.

Folgende Kriterien lassen sich mit der Futterschüttelbox bestimmen:

  • Mischgenauigkeit
  • Fehler in der Reihenfolge der Befüllung des Mischwagens
  • Austragegenauigkeit des Mischwagens
  • Strukturwirksamkeit der Mischration
  • Vollständigkeit der Komponenten der Mischration

Silage

Silagen gehören zu den Grundfuttermitteln (= Basis der Wiederkäuerernährung).

Herstellung:

Dabei wird Gras gemäht anschließend angewelkt und zerkleinert (Feldhäcksler oder mittels Schneidwerk im Ladewagen) zum Silo gefahren. Darin das Gras mit möglichst beschwerter Technik (üblicherweise Traktoren oder Radlader) festgefahren und verdichtet und im Anschluss mit Folien abgedeckt. Unter Sauerstoffabschluss beginnt dann der anaerobe Gärprozess, welcher das Futter konserviert.

Bei Mais wird dieser üblicherweise als Ganzpflanze mit dem Häcksler geerntet. Der Häcksler schneidet dabei die Pflanzen ab, häckselt sie klein zerreibt die Körner und bläst die zerkleinerte Pflanze auf das parallel mitfahrende Fahrzeug. Diese bringen das Siliergut zum Silo, wo wie bei Gras die Silierung beginnt.

Wichtig:

Das Siliergut muss möglichst kurz gehäckselt werden, da kleinere Partikel besser verdichtet werden können. Desto weniger Restsauerstoff befindet sich in der Silage und desto besser ist der Silierprozess. Das Siliergut muss sorgfältig festgefahren werden, damit die Verdichtung so hoch wie möglich ist. Die Abdeckung der Silage mittels Folien muss sofort nach dem Festfahren geschehen, damit Sauerstoff nicht wieder eindringen kann. Sauerstoffzufuhr führt zu Schimmelbildung und Verderb des Futters.

Somatische Zellen

Somatische Zellen sind entweder Euterepithelzellen, welche bei der Gewebeerneuerung abgestoßen werden, oder Leukozyten. Leukozyten werden über die Blutbahn ins Euter transportiert, bekämpfen im Falle einer Infektion Erreger und sterben ab. Beide Arten von Zellen werden über die Milch aus dem Körper geschleust. Die Milch gesunder Euterviertel enthält weniger als 100.000 Zellen je Milliliter. Ein Zellgehalt von 100.000 bis 250.000 Zellen je Milliliter gilt als leicht erhöht, muss aber nicht die Folge einer Euterentzündung sein. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Zellgehalt gegen Ende der Laktation erhöht, da sich durch die rückläufige Milchmenge der Konzentration der Zellen in der Milch erhöht. Werden mehrmals hintereinander mehr als 250.000 Zellen je Milliliter festgestellt, so handelt es sich um eine Entzündung der Milchdrüse, die durchaus chronisch verlaufen kann. Siehe Mastitis

Spurenelemente

Zu den Spurenelementen gehören:

  • Eisen (Fe)
  • Fluor (F)
  • Jod (J)
  • Kobalt (Co)
  • Kupfer (Cu)
  • Mangan (Mn)
  • Selen (Se)
  • Zink (Zn)

Stärke (XS)

Stärke ist der bedeutendste Energielieferant und zählt wie der Zucker zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten.

Stärke wird überwiegend schon im Pansen von den Mikroorganismen zu Propionsäure abgebaut. Nur die beständige Stärke passiert den Pansen unverändert.

Stärke ist das wichtigste Speicher-Kohlenhydrat der Pflanze und in Form von Stärkekörnern in Getreide, Kartoffeln und Maniok reichlich vorhanden. Es gibt zwei Stärkefraktionen: Amylose und Amylopektin.

Stickstoff (N)

Stickstoff ist ein chemisches Element mit dem Elemtsymbol N. Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Aminosäuren und damit der Proteine. Elementar tritt das farblose Gas nur in Form zweiatomiger Moleküle auf ist mit 78% der Hauptbestandteil der Luft.

Stoffwechselerkrankungen

Häufig treten Stoffwechselerkrankungen in den ersten Tagen und Wochen der Laktation auf. Sie ziehen oft weitere Erkrankungen und Funktionsstörungen mit sich. So bedingen beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Milchfieber und Ketose nachfolgende Fruchtbarkeitsprobleme.

Strukturwert (SW)

 Releativzahl zur Bewertung der Struktur von Futtermitteln. Er wird anhand von Kauzeitmessungen, Speichelfluss und Fütterungsversuchen zum kritischen Kraftfutteranteil in der Ration ermittelt.

Für eine Kuh mit einer Tagesleistung von 25kg Milch, sollte die Ration einen Strukturwert von mindestens 1 aufweisen.

Strukturwirksame Rohfaser (sXF)

Die strukturwirksame Rohfaser ist der pansenmotorisch wirksame Anteil der Rohfaser von Grobfuttermitteln. Sie bestimmt die Kau- und Wiederkauintensität. Dabei wird die Sekretion von Speichel angeregt, der für die Einstellung eines optimalen pH-Wertes im Pansen wichtig ist.

Für einen ungestörten Ablauf der Verdauungsprozesse wird bei Milchkühen eine Mindestmenge von 400g strukturwirksamer Rohfaser je 100kg Lebendmasse und Tag als ausreichend angesehen.

Subklinisch

Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen. Im Gegensatz zu einer klinischen Krankheit, sind hier zunächst keine Symptome erkennbar.

Beispiele sind: Subklinische Acidose / Subklinische Ketose bei der Milchkuh

Trockenmasse (TM), Trockensubstanz (TS)

wird zum Teil auch als T abgekürzt.

Die Trockenmasse ist der Anteil eines Futtermittels, der nach der Trocknung (ca. 4 Stunden bzw. bis zur Gewichtskonstanz bei 103°C) übrigbleibt.

Trockenmasseaufnahme

Die Futteraufnahme der Tiere wird in der Regel im Trockensubstanzgehalt der Futterration bewertet. Sie kann durch zahlreiche Faktoren positiv, wie auch negativ beeinflusst werden. So regt beispielsweise häufiges Futter Nachschieben die Trockenmasseaufnahme an, Mykotoxinbelastungen im Futter senken dessen Aufnahme.

Trockensteher

Als Trockensteher bezeichnet man Milchkühe in der Phase zwischen der vorangegangenen Laktation und der Geburt des folgenden Kalbes. In dieser Zeit kann sich der Organismus der Milchkuh regenerieren. In der Regel beträgt die Trockenstehphase rund 6 bis 8 Wochen. Altkühen wird eine kürzere Trockenstehzeit gewährt, Jungkühen (1.Laktation) eher eine längere.

Umsetzbare Energie (ME)

Die umsetzbare Energie ist der Energieanteil im Futter, der nach Abzug der Energieverluste über Kot, Harn und Methan für die Umsetzung im Tierkörper zur Verfügung steht.

Die umsetzbare Energie (ME, von englisch metabolizable energy) ist der Maßstab für den Energiebedarf bei Jungrindern und in der Rindermast. Gemessen wird die ME in Megajoule (MJ).

Unabbaubares Protein (UDP)

Der Teil des Futter-Rohproteins, der den Pansen unabgebaut passiert, wird als unabbaubares Protein (UDP) bezeichnet. Der Begriff UDP kommt aus dem englischen (undegraded dietary protein) und benennt damit direkt die Proteinquelle, die erst im Dünndarm zur Verfügung steht. Dieser Teil des Futterproteins wird auch als „Durchflussprotein„ oder „pansenbeständiges Protein„ bezeichnet.

Undigestible Neutral Detergent Fiber (uNDF)

uNDF 240 ist per Definition des CNCPS-Modells, der Anteil der Faser, der nie verdaut werden kann.

Van Soest

Van-Soest  
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateZuckerNicht-Faser-Kohlenhydrate
Stärke
Pektine / org. Rest
HemizelluloseNeutrale Detergenzien Faser
ZelluloseSaure Detergenzien Faser
LigninSäure Detergenzienlignin

Verdaulichkeit (D)

Die Verdaulichkeit stellt den prozentualen Anteil eines Nährstoffes dar, der verdaut und resorbiert wird. Sie ist abhängig von der physikalisch-chemischen Beschaffenheit und Verdauungsenzymen und anderen verdauungsfördernden Substanzen. Der Begriff Verdaulichkeit wird im englischen „digestibility“ genannt. Anwendung findet die Verdaulichkeit u.a. bei der digestible Neutral Detergent Fiber (dNDF oder NDFD)

Bei der Faserverdaulichkeit gibt es definierte Zeiten: 24h, 30h, 48h, 72h, 120h und 240h

Bei der Stärke wird die Verdaulichkeit bei 0, 3, 7 und 16h angegeben.

Weender-Analyse

Um den Nährwert eines Futtermittels angeben zu können, bedarf es bestimmter Analyseverfahren. Die Weender-Analyse zählt hierbei zu den Standardverfahren. Die Futtermittel werden nach Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, Rohfett und stickstofffreie Extraktstoffe unterschieden. Entwickelt wurde dieses Analysesystem 1860 in Weende bei Göttingen. Die Weender-Analyse wurde ab 1960 um die Detergenzienanalyse nach Van Soest erweitert. In den 1970er Jahren wurde dann auf Basis der Weender-Analyse das CNCPS-Modell entwickelt. Dieses Modell betrachtet die untersuchten Futtermittel noch präziser.

Weender-Analyse
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateN-freie Extraktstoffe
Rohfaser

Wiederkäuer

Wiederkäuer verfügen über ein mehrhöhliges Vormagensystem, das dem Drüsenmagen (Labmagen) vorgelagert ist. Der Futterbrei wird dabei zum Wiederkauen in die Mundhöhle zurückbefördert und erneut abgeschluckt.

Rind, Schaf, Ziege und Damwild gehören zu den Wiederkäuern.

Zelle

Eine Zelle ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller und Mehrzeller. Besteht das Lebewesen aus vielen Zellen können Zellen zu funktionellen Einheiten verbunden sein und dadurch Gewebe bilden.

Zellgehalt

Der Zellgehalt in der Milch stellt ein Qualitätskriterium dar. Ist der Zellgehalt < 100.000/ml Milch gelten die Tiere als gesund. Hohe Zellgehalte können beispielsweise über eine erhöhte Leitfähigkeit der Milch festgestellt werden oder mittels des Schalmtests.

Zellulose

Zellulose (Cellulose) ist ein Bestandteil der Pflanzenzellwände (Gerüstsubstanz). Während Säugetiere keine Enzyme zur Spaltung der Zellulose haben, können die Pansenmikroben der Wiederkäuer Zellulose als Energiequelle nutzen. Siehe NDF.

Zink (Zn)

Zink (Zn) hat eine vielseitige Bedeutung für den Zellstoffwechsel und ist in einer großen Zahl von körpereigenen Wirkstoffen (Hormone) enthalten. Außerdem hat Zink eine besondere Schutzfunktion für die Haut.

Zucker (XZ)

Zucker gehören zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Sie sind im Pansen sehr leicht löslich und werden von den Pansenmikroben zu flüchtigen Fettsäuren vergoren. Dadurch ist eine schnelle Bakterienvermehrung möglich. Wegen der Azidosegefahr müssen Futtermittel mit einem hohen Zuckergehalt in kleineren Einzelportionen über den Tag verteilt verabreicht werden.

Die kleinsten Bausteine der Kohlenhydrate sind die Einfachzucker (Monosaccharide). Hierzu gehören unter anderem Glukose, Fruktose, Galaktose und Ribose. Zu den Disacchariden (Verbindungen aus zwei Monosachariden) gehören u. a. Laktose, Maltose und Sacharose.

Zucker kann über zwei verschiedene Varianten bestimmt werden.

  1. mittels Ethanol (ESC steht für Ethanol löslicher Zucker)
  2. mittels Wasser (WSC steht für Wasser löslicher Zucker), diese Methode ist besser anerkannt hinsichtlich der Verdauung und der Umsetzung in der Kuh

Zunahme, Lebtagszunahme (LTZ)

Von täglichen Zunahmen wird vor allem im Bereich der Mast gesprochen. Angestrebte Tageszunahmen bei Mastbullen liegt bei über  1.200 g / Tag.

Die Höhe der Tageszunahmen gibt an, wie viel Gewicht ein (Mast)Tier am Tag zunimmt. Je höher die Tageszunahmen sind, desto schneller ist ein Tier ausgemästet und kann vermarktet werden. Hohe Tageszunahmen können nur realisiert werden, wenn eine bedarfs- und leistungsgerechte Fütterung vorliegt. Hierzu sind eine optimale Qualität der eingesetzten Futtermittel, sowie eine auf die Lebens- und Leistungsphasen abgestimmte Futterration und eine ausgewogene Versorgung mit Mengenelementen, Vitaminen und Spurenelementen unerlässlich.