_Vorwort_
Mit der GfE 2023 wurde das Fütterungsmodell für Milchkühe grundlegend überarbeitet. Während die GfE 2001 die Energieversorgung über die Nettoenergie Laktation (NEL) und die Proteinversorgung über das nutzbare Rohprotein (nXP) bewertete, basiert die GfE 2023 auf der umsetzbaren Energie (ME) sowie dem dünndarmverdaulichen Protein (sidP) und den dünndarmverdaulichen Aminosäuren (sidAA).
Neu ist außerdem die Berücksichtigung des tatsächlichen Futteraufnahmeniveaus (FANi). Dadurch fließen Einflüsse der Futteraufnahme auf Verdaulichkeit, Passagerate (k), Methanverluste und die Bildung mikrobiellen Proteins (MCP) in die Berechnung ein. Das Ergebnis ist eine deutlich präzisere und biologisch realistischere Bewertung der Energie- und Proteinversorgung von Milchkühen.
Mit der Einführung der GfE2023 haben sich einige Änderungen ergeben, diese sind durch die folgendes gekennzeichnet.
| GfE 2001 | GfE 2023 |
|---|---|
| Energiebewertung über NEL | Energiebewertung über ME |
| Proteinbewertung über nXP | Proteinbewertung über sidP und sidAA |
| Feste Futterbewertung | Berücksichtigung des FANi |
| Vereinfachte Proteinbewertung | Trennung in RDP, UDP, MCP und sidUDP |
| Geringere Berücksichtigung biologischer Zusammenhänge | Genauere Abbildung der Pansen- und Dünndarmverdauung |
GfE 2023
Releativzahl zur Bewertung der Struktur von Futtermitteln. Er wird anhand von Kauzeitmessungen, Speichelfluss und Fütterungsversuchen zum kritischen Kraftfutteranteil in der Ration ermittelt.