_Vorwort_
Mit der Einführung der GfE2023 haben sich einige Änderungen ergeben, diese sind durch die folgendes gekennzeichnet.
GfE 2023
Mit der Einführung der GfE2023 haben sich einige Änderungen ergeben, diese sind durch die folgendes gekennzeichnet.
GfE 2023
Salze und Ester der Essigsäure.
Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest wird mit dem Kochen mit Schwefelsäure aus der ADF die Zellulose heraus gelöst. Es bleibt das acid detergent lignin (ADL, Lignin) übrig.
Nach Gutdünken, nach Belieben. In der Tierernährung bedeutet dies, dass das Tier rund um die Uhr Futter zur uneingeschränkten Verfügung hat.
Mit Sauerstoff, in Verbindung mit Sauerstoff, beschreibt ein Sauerstoff haltiges Milieu.
Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine zusammengesetzt sind. Ihr charkteristischer Bestandteil ist der Stickstoff.
Es wird zwischen essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren unterschieden. Die essentiellen kann der Körper nicht selbst bilden. Diese müssen über das Futter aufgenommen werden.
Zwei wichtige Vertreter in der Rinderfütterung sind:
Zum Verrechnen der Analyseergebnisse und zum Berechnen der Futterration gibt es ein passendes Programm: AMTS.Cattle.Pro, kurz AMTS.
Mittels AMTS können Futterrationen nach CNCPS berechnet werden.
ohne Sauerstoff, unter Sauerstoff freien Bedingungen.
Ein Anion ist der Begriff für ein negativ geladenes Ion. Das Gegenteil von Kation.
Antikörper oder Immunglobuline werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.
Die Pansenacidose ist eine der häufigsten Erkrankungen in heutigen Milchviehbeständen.
Die akute Pansenacidose entsteht, wenn nicht ausreichend laktatverwertende Bakterien im Pansen vorhanden sind und es zu einer Anreicherung von Milchsäure kommt. Das geschieht insbesondere bei Rationen mit einem hohen Anteil an leichtverdaulichen Kohlenhydraten und wenig strukturiertem Grobfutter. Dadurch kommt es zu einem Abfall des Pansen pH-Wertes. Bakterien, welche nicht an diesen niedrigen pH-Wert angepasst sind (zellulose-, stärke und laktatabbauende Mikroorganismen) sterben ab und setzen Endotoxine frei. Laktatbildende Bakterien hingegen vermehren sich massenhaft, bilden noch mehr Laktat und führen zu einem weiteren Absinken des pH-Wertes. Akute Pansenacidosen können durch eine zu schnelle Umstellung auf eine energiereiche, rohfaserarme Ration, Nahrungsentzug, Fehler in der Kraftfutterzuteilung oder durch Strukturarmut des Grundfutters entstehen.
Die Folgen von Pansenacidosen können schwerwiegend sein:
Zur Vorbeuge von Acidosen ist in der Rationsgestaltung stets auf die Wiederkäuergerechtheit oberster Augenmerk zu legen. Zudem muss auf eine maximale Futteraufnahme hingearbeitet werden, die durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Futtermittel und bestem Kuhkomfort gefördert wird.
Beständige Stärke (Pansenstabile Stärke, Bypass-Stärke, Durchflussstärke) wird nicht von den Mikroben im Vormagen verwertet. Sie wird erst im Dünndarm von körpereigenen Enzymen zu Glukose abgebaut und absorbiert. Die enzymatische Stärkeverdauung im Dünndarm ist energetisch effizienter als der Abbau im Pansen. Die so gewonnene Energie steht nicht den Mikroorganismen im Vormagen sondern der Kuh selber zur Verfügung. Die mikrobielle Eiweissbildung kann dadurch eingeschränkt sein. Anderseits dient die beständige Stärke als direkte Vorstufe zur Bildung von Milchzucker (Laktose).
Bis zu 1,5kg beständiger Stärke je Kuh und Tag können effizient verwertet werden. Der Anteil an beständiger Stärke im Futter beträgt zwischen 10 und 45% der Stärke. Futtermittel mit hohem Anteil an Durchflussstärke sind geschroteter Mais und teigreife Maissilage.
wird nicht mehr als eigene Vitamingröße geführt. Untersuchungen konnten keine Vitamin-A-unabhängige Funktion von β-Carotin nachweisen, daher wird kein eigener Versorgungswert mehr angegeben.
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Carotinoide sind Vorstufen des Vitamin A. Man bezeichnet sie deshalb auch als A-Provitamine. Denn sie werden im Körper teilweise in Vitamin A umgewandelt. Ihr Hauptvertreter, das ß-Carotin, wird zu 17% in Vitamin A umgesetzt, Gemische von Carotinoiden nur zu 7%. Beta-Carotin schützt die Zellen, gilt als natürlicher Sonnenschutz und kann hemmend auf die Entstehung von Krebs wirken.
Hydrogencarbonate, veraltet Bikarbonate, saure Carbonate, HCO3–Salze der Kohlensäure (H2CO3) bestehend aus HCO3– und ein oder zweiwertigen Metallen. Wichtiger Bestandteil des Hydrogencarbonat-Kohlensäure-Puffers zur kurzfristigen Regulation des Blut-pH-Wertes.
Biotin wurde ursprünglich als Vitamin H bezeichnet und gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Biotin wird von Mikroorganismen gebildet und eine weitgehende intestinale Versorgung ist gewährleistet. In pflanzlichem Material befindet sich Biotin vor allem in den Blättern. Biotin ist Koenzym von Enzymen, die Carboxylierungsreaktionen katalysieren. Biotin abhängige Reaktionen sind somit bedeutsam bei der Fettsäuresynthese, im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Auf Grund der hohen mikrobiellen Synthese im Verdauungstrakt ist die Untersuchung von Mangelsymptomen erschwert. Bei experimentell herbeigeführtem Biotinmangel wurde eine verminderte Gluconeogenese, ein reduzierter Kaliumgehalt in der Muskulatur, ein verminderter Ribonukleinsäuregehalt in der Leber, schorfige Dermatitis, Haarverfärbung und -ausfall, Lähmungen, sowie eine gestörte Reproduktion und Milchleistung beobachtet.
Methode zur Beurteilung der Körperfettreserven
In der Bullenmast werden die männlichen Nachkommen von Milchviehrassen oder aber die männlichen Nachkommen spezieller Fleischrassen aufgezogen und bis zu einem Lebendgewicht von etwa 700 kg gemästet. In der Bullenmast wird Wert auf hohe Tageszunahmen von über 1.200g / Tier und Tag gelegt. Dabei ist die tatsächliche Höhe der Tageszunahmen stark abhängig von der Qualität der eingesetzten Futtermittel, der Rationsgestaltung, der Haltungs- und Managementbedingungen, sowie der Genetik der Tiere.
Buttersäure (Butyrat) macht 12 bis 18% der Fettsäureproduktion im Pansen aus.
Sie wird größtenteils zu Ketonkörpern umgewandelt und zur Fettsäuresynthese im Körperfettgewebe und im Euter genutzt. 8 – 25% des Milchfettes stammen aus der Buttersäure.
Bei Kühen bezeichnet „close-up“ in der Regel die letzten 21 Tage vor dem Kalben, auch Anfütterungszeit genannt. Diese Zeit ist entscheidend für die Versorgung der Kuh mit Nährstoffen und ihre Vorbereitung auf die nächste Laktation.
CNCPS bedeutet ausgeschrieben Cornell Net Carbohydrate and Protein System. Es wurde in den 1970er- Jahren an der Cornell Universität in den USA entwickelt. Das CNCPS-Modell berücksichtigt bei der Futteranalyse eine exaktere Untersuchung von Protein, Fett und Kohlenhydraten. Es geht nicht nur um die reinen Nährstoffgehalte, sondern betrachtet ebenso die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt sowie die Passagerate. Außerdem bezieht es spezifische Tier- und Umweltfaktoren mit ein. Das Modell schlüsselt Kohlenhydrat- und Proteinfraktionen an Hand spezifischer Verdaulichkeiten oder Bindungen mit Faserfraktionen gezielt auf. So kann die Synchronisation im Pansen exakter erfasst werden. Genaue Aussagen über die Versorgungslage mit den essentiellen Aminosäuren können getroffen werden.
| CNCPS | ||||
|---|---|---|---|---|
| Rohasche | ||||
| Rohprotein | A1 | A2 | ||
| B1 | B2 | |||
| C | ||||
| Rohfett | C14:0 | |||
| C16:0 | ||||
| C18:0 | C18:1 | C18:2 | C18:3 | |
| Kohlenhydrate | A1 | A2 | A3 | A4 |
| B1 | B2 | B3 | ||
Das E.coli-Bakterium wurde 1919 von Theodor Escherich entdeckt und nach ihm benannt. E.coli-Bakterien kommen vorwiegend im tierischen wie auch im menschlichen Darm vor und sind daher auch als Fäkalkeime bekannt. Es handelt sich um säurebildende, stäbchenförmige, gramnegative (lactosepositive) Bakterien. E.coli-Bakterien ernähren sich vor allem von Zucker und Aminosäuren. E.coli-Bakterien sind anaerobe Mikroorganismen und haben die Fähigkeit benötigte Energie aus der Säuregärung zu ziehen.
Zellschicht (Epithel), die die Innenseite des Darms bedeckt. Die Zellen des Darmepithels dienen der Sekretion und Resorption. Bei Wirbeltieren besteht das Darmepithel aus einer einschichtigen Lage von Zellen, die Verdauungsenzyme und Schleim produzieren sowie Nährstoffe aus dem Darm resorbieren.
Zusammenfassende Bezeichnung der im Darm von Tieren und Menschen vorhandenen, regelmäßig nachweisbaren Bakterien (Darmbakterien) und Pilze oder auch nur der Bakterien; vorwiegend im Dickdarm angesiedelt.
Das Wort DLG steht als Akronym für Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Die DLG wurde 1885 von Max Eyth gegründet. Die DLG ist die Spitzenorganisation der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit über 22.000 Mitgliedern. Die DLG testet Land- und Kommunaltechnik sowie landwirtschaftliche Betriebe und Betriebsmittel. Die DLG prüft Mischfutter, Siliermittel, Reinigungs-, Desinfektions-, Euterhygiene- sowie Stalldesinfektionsmittel und Düngekalk. Nach erfolgreicher Prüfung auf Grundlage der hohen DLG-Maßstäbe wird das DLG-Gütezeichen vergeben. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an den Anforderungen der Praxis und entsprechen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Die DLG ist ein neutrales offenes Forum des Wissensaustausches und der Meinungsbildung. Die DLG organisiert Fachausstellungen für die Land- und Ernährungswirtschaft. Es finden Tagungen und Seminare statt wo kommuniziert und diskutiert wird. Außerdem bietet die DLG viele Aus- und Weiterbildungsangebote für die Land- und Ernährungswirtschaft.
Parallel zu sidP wird jede einzelne essentielle Aminosäure getrennt betrachtet. Unter sidAA versteht man die Menge jeder Aminosäure, die den Dünndarm erreicht und absorbiert werden kann. Die Versorgung mit sidP ergibt sich somit aus der Summe der sidAA-Werte der Ration.
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Für die Bedarfsableitung wurde ein Anteil von 85 % Pansenbakterien und 15 % Protozoen am MCP festgelegt. Aus den Aminosäurenmustern von Bakterien- und Protozoenprotein ergibt sich das Aminosäurenmuster des MCP. Je 100 g Mikrobenprotein sind z.B. 2,6 g Methionin und 8,7 g Lysin enthalten.
Annahme:
78 % mikrobiellem Aminosäuren-Stickstoff am gesamten mikrobiellen Stickstoff
85 % Verdaulichkeit am Dünndarm
Mikrobenprotein = MCP * 78 %.
dünndarmverdauliches Mikrobenprotein (sidMP) = Mikrobenprotein * 85%
Für die Berechnung des sidMP werden demnach folgende Parameter benötigt: TM-Aufnahme und LM0,75 zur Ermittlung des Futteraufnahmeniveaus (FAN), die organische Masse (OM) und deren Verdaulichkeit (OMD).
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Das zentrale neue Kenngrößenmaß ist das sidP. Es umfasst die Summe aller Aminosäuren, die nach den Verdauungsverlusten (vor allem im Pansen) tatsächlich bis zum Ende des Dünndarms zur Absorption gelangen. In der GfE 2023-Bedarfsrechnung wird nun der Proteinbedarf der Kuh in Form von sidP ausgedrückt. Dadurch wird direkt auf die tatsächlich verfügbare Aminosäurenmenge abgestellt.
Es ist die Summe aus dem dünndarmverdaulichen Mikrobenprotein (sidMP) und dem dünndarmverdaulichen – im Pansen nicht abgebautes Futterprotein – (sidUDP)
sidP = sidMP + sidUDP.
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Der Abbau des Rohproteins (EDG = effective degradation = effektiver Abbau) hängt von der Höhe der ruminalen Passagerate und damit von der Futteraufnahme ab. In die Gleichungen zur Berechnung des EDG fließen die geschätzten Parameter des Proteinabbaus aus den in-situ-Untersuchungen und die Passageraten ein, welche über Schätzgleichungen abgeleitet und nach Grobfutter, Konzentraten und Rationen differenziert sind.
Das UDP wird wie folgt berechnet: UDP = 100 – EDG
Die GfE nimmt an, dass das UDP ausschließlich aus Aminosäuren besteht.
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Zwölffingerdarm, erster Abschnitt des Dünndarms.
Bei Durchfallerkrankungen kommt es zu sehr häufigen Abgaben von dünnflüssigem Stuhl, wobei dies auch in Kombination mit Koliken auftreten kann. Durchfallerkrankungen bei Tieren (natürlich auch bei Menschen) gehen von verschiedenen Ursachen aus. Hauptverantwortliche sind oft Viren (Corona- und Rotaviren), bakterielle Erreger (E.coli-Bakterien, sowie Salmonellen). In selteneren Fällen kommen auch Parasiten in Betracht. Durchfallerkrankungen sind die Todesursache Nummer Eins bei Kälbern in den ersten beiden Lebenswochen.
Früher auch als Ruhr bezeichnet. Bei der Dysenterie kommt es zu einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms, welche von den Toxinen der Shigellen (gramnegative Stäbchenbakterien) hervorgerufen wird. Der Dickdarm produziert vermehrt Schleim, es kommt zu herdförmigen Nekrosen, Blutungen und einer verminderten Resorption. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 3 Tage. Es kommt zu Koliken und sehr starken blutigen Durchfällen mit all seinen negativen Folgen. Ein Dysenterieausbruch in einem Bestand führt zu großen wirtschaftlichen Verlusten.
Elemente, die in wässriger Lösung in der Lage sind, den elektrischen Strom zu leiten. Zu den Stoffen zählen neben Säuren und Basen auch die Salze. Die Verteilung dieser Stoffe im Körper bildet ein empfindliches Gleichgewicht, den Elektrolythaushalt. Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid. Der Austausch der Elektrolyte erfolgt aktiv oder passiv durch die Zellmembran. Durch diesen Ionentransport ändert sich die Spannung an der Zellmembran, wodurch die Steuerung aller Prozesse, die auf Zellebene ablaufen, erst ermöglicht wird.
Rinder benötigen, je nach Lebens- und Leistungsphase, für Erhaltung, Trächtigkeit, Milchleistung und Wachstum Energie. Diese kann über Energiekomponenten, wie Gerste, Weizen und Mais bereitgestellt werden.
Eine Entzündung ist eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf einen Reiz. Ursachen einer Entzündung sind häufig Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze.
Körpereigene, in der Regel spezifische Biokatalysatoren von Stoffwechselreaktionen. In der Tierernährung ermöglichen Enzyme, die nicht Körpereigen sind, die Verdauung von Nährstoffen, die sonst nicht verfügbar sind. Phytase macht unter anderem in Getreide enthaltenes, gebundenes Phosphor für die Tiere verfügbar.
ist die Energie zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen wird nun explizit auf Basis von ME angegeben. Für eine 600‑kg-Kuh ergibt sich mit 0,64 MJ/kg^0,75 ein Erhaltungsbedarf von etwa 5,8 MJ ME pro Tag. Damit ist die Basis für alle Leistungsbedarfe klar abgegrenzt.
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Essigsäure (Acetat) macht 50 – 60% der im Pansen produzierten flüchtigen Fettsäuren aus. Sie entsteht bevorzugt bei Fütterung einer rohfaserreichen Ration.
Essigsäure wird benötigt für die Fettsäuresynthese im Euter und im Körperfettgewebe. 17 -45% des Milchfettes entstammt der Essigsäure aus dem Pansen. Sie dient außerdem der Energiegewinnung und ist Ausgangspunkt der Ketonkörper Bildung.
Als Euter wird die Milchdrüse der weiblichen kleinen (Schafe, Ziegen) und großen Wiederkäuer (Rinder) bezeichnet. Die Milchdrüse des Rindes besteht aus vier Milchdrüsenkomplexen, von denen je zwei eine rechte und eine linke Euterhälfte mit je einem vorderen und hinteren Euterviertel bilden. Die Milchdrüse der Schafe und Ziegen und besteht nur aus zwei Milchdrüsenkomplexen, welche eine rechte und linke Euterhälfte bilden. Die einzelnen Euterviertel, bzw. Euterhälften sind deutlich voneinander getrennt. Es findet kein Austausch untereinander statt. So kommt es nur in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Erkrankungen einzelner Viertel oder Hälften innerhalb der Milchdrüse auf die anderen Viertel / die andere Hälfte. Eine Verschleppung von Erkrankungen auf andere Milchdrüsenkomplexe ist meistens Folge einer unzureichenden Melk- und / oder Liegeboxenhygiene.
Zur Beurteilung der Eutergesundheit werden der Gehalt an somatischen Zellen und der Keimgehalt der ermolkenen Milch herangezogen. Dabei ist zu beachten, dass der Keimgehalt der Tankmilch in erster Linie ein Parameter der Milchqualität und weniger der Eutergesundheit ist, da eine bakterielle Verunreinigung von außen möglich ist. Ohne äußerliche Verunreinigung enthält die Zisternenmilch ca. 100.000 Keime je Milliliter, Alveolarmilch gesunder Euterviertel enthält deutlich weniger Keime, die Konzentration beträgt zwischen 1.000 und 10.000 Keime je Milliliter. Milch bakteriell infizierter Viertel enthält mehr als 10.000 Keime je Milliliter. Anders als der Keimgehalt der Milch gibt der Gehalt an somatischen Zellen deutlichen Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Euters.
Fermentation oder Fermentierung bezeichnet in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder aber durch Zusatz von Enzymen.
Durch Fütterung von Fetten bei Milchkühen kann die Gesundheit, die Fruchtbarkeit, der Milchfettgehalt und die Milchleistung gesteuert werden. Hier ist besonders auf die Fettsäurenzusammensetzung zu achten.
Fettmobilisation bzw. das Fettmobilisationssyndrom tritt in der Regel um die Geburt des Kalbes herum auf. Häufig leiden vor der Geburt verfettete Tiere an diesem Syndrom. Sie bauen stark Körperfett ab. Ketosen, Festliegen sind Beispiele für Folgen dieser Erkrankung.
Fettsäuren sind Bausteine für Hormone und nehmen eine wichtige Rolle bei der Verwertung fettlöslicher Vitamine ein. Generell unterscheidet man zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Kohlenstoffatome (C) gefolgt von der Anzahl der ungesättigten Gruppen
Kurzkettige Fettsäuren wie z.B. Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure zählen zu den flüchtigen Fettsäuren.
Die Pansenmikroben vergären (fermentieren) Kohlenhydrate aus dem Futter zu flüchtigen Fettsäuren und gewinnen dabei Energie.
Als Fruchtbarkeit bezeichnet man im Allgemeinen das Fortpflanzungsvermögen unserer Nutztiere. Parameter der Fruchtbarkeit sind in Milchviehbeständen vorrangig die Zwischenkalbezeit und der Besamungsindex. Entscheidenden positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeitslage einer Herde haben die Qualität der Futtermittel, die Rationsgestaltung, die Haltungsbedingungen und der Gesundheitsstatus. Dieser wiederum wird ebenfalls maßgeblich durch die Fütterung und die Haltung der Tiere bestimmt.
Die Futteranalyse umfasst alle Untersuchungen, die erforderlich sind, um den Nährwert eines Futtermittels anzugeben.
ist ein zentraler Aspekt in den neuen Versorgungsempfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) für Milchkühe. Es beeinflusst maßgeblich die Energie- und Nährstoffversorgung der Tiere und steht in engem Zusammenhang mit der Verdaulichkeit des Futters sowie der Effizienz der Nährstoffverwertung.
Mit steigender Futteraufnahme erhöht sich die Passagerate des Futters durch den Verdauungstrakt. Dies führt zu einer verkürzten Verweildauer des Futters im Pansen und kann die Verdaulichkeit der organischen Masse verringern. Infolgedessen sinkt die Effizienz der Energiegewinnung aus dem Futter. Gleichzeitig nehmen die Energieverluste über den Kot zu, während die Methanverluste zunächst abnehmen .
Das Futteraufnahmeniveau beeinflusst nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die Proteinverwertung. Mit zunehmender Futteraufnahme steigt die Passagegeschwindigkeit, was die Verdaulichkeit des Proteins im Dünndarm beeinflussen kann. Die neuen Empfehlungen ersetzen daher die bisherige Bewertung des nutzbaren Rohproteins (nXP) durch die Bewertung des dünndarmverdaulichen Proteins (sidP) und der dünndarmverdaulichen Aminosäuren (sidAA).
Zudem wird die Strukturwirksamkeit der Faserfraktionen (ADF und NDF) stärker berücksichtigt, da sie die Pansenfunktion und damit die Futteraufnahme und -verwertung beeinflussen .
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Die Futtereffizienz ist eine Kennzahl zur Bewertung der Futterverwertung. Sie gibt an, wieviel Milch die Kühe aus einem Kilogramm Trockensubstanz produzieren. Je mehr Milch daraus umgesetzt wird, desto höher ist die Futtereffizienz.
Die Futterverwertung (FCR = feed conversion rate) ist in der Nutztierhaltung ein Maß, das den Futterverbrauch je Einheit Leistung beschreibt. Die Futterverwertung beschreibt demnach die Effizienz der Umsetzung von Futternährstoffen in Körpermasse (Mastvieh) oder Milchleistung (Milchvieh), wobei für die Ermittlung der Umsetzungseffizienz in der Milchproduktion üblicherweise die Kraftfuttereffizienz und die Grundfutterleistung als Parameter herangezogen werden. Die Futterverwertung gibt an, wie viel Futter für die Erzeugung von 1 kg Fleischzuwachs notwendig ist.
FCR = Futterzufuhr (kg) / Zuwachs (kg)
Der Begriff ist allerdings kein wissenschaftlicher Parameter, sondern dient eher zum Vergleich von Leistungsstandards. Die Futterverwertung gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Zuwachses oder die Qualität des Futters.
Zusatzstoffe werden auf Grund ihrer positiven Eigenschaften für Tier, Leistung, Gesundheit etc. eingesetzt. Man unterscheidet:
Geschützte Fette sind behandelt oder mit anderen Substanzen kombiniert, um sie vor dem Angriff der Pansenbakterien zu schützen und ihren Abbau im Pansen zu verhindern. Sie werden erst im Darm enzymatisch abgebaut.
Gesellschaft für Ernährungsphysiologie ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern aus den Bereichen
der Tierernährung und Ernährungsphysiologie. Sie erarbeitet Bewertungsmaßstäbe für Futtermittel und gibt Versorgungsempfehlungen für Energie und Nährstoffe für Nutztiere heraus, die auch fortlaufend aktualisiert werden. Die wissenschaftlichen Empfehlungen und Stellungnahmen der GfE können über www.gfe-frankfurt.de abgerufen werden
Die Leber kann aus Propionsäure und aus bestimmten (glucoplastischen) Aminosäuren Glukose herstellen. Dieser Prozess heißt Gluconeogenese.
Glukose ist das wichtigste Substrat für die Synthese von Milchzucker und zugleich der wichtigste Energielieferant für die Zellen. Der größte Teil der Glukose wird in der Leber durch Gluconeogenese (Glukoseneubildung) aus Propionsäure und glucoplastischen Aminosäuren gebildet.
Siehe auch Glykogen
Glycerin ist ein Grundbestandteil aller Fette (Triglyceride). Es hat als Futtermittel die Funktion eines Energielieferanten. Der Glycerinanteil ist ja nach Fett/Öl unterschiedlich.
Der tierische Organismus speichert Kohlenhydrate in Form von Glykogen. Als Speicherorgane dienen vor allem die Leber und in geringerem Maße auch die Muskulatur.
Grassilage wird aus Wiesen- oder Ackergras gewonnen. Durch luftdichte Lagerung wird die Silage haltbar gemacht, in dem die Milchsäuregärung abläuft.
Sensorische Qualitätsüberprüfung:
Muss aromatisch riechen und nicht in der Nase stechen. Deutlicher Buttersäuregeruch (sehr unangenehm) und / oder Essigsäuregeruch deuten auf eine Fehlgärung und schlechte Qualität hin. Dies führt zu einer verminderten Akzeptanz des Futters durch die Kühe => schlechte Futteraufnahme, schlechte Energieversorgung, Folgeerkrankungen (Fruchtbarkeitsstörungen, Klauenerkrankungen, Euterentzündungen). Es darf kein Schimmel sichtbar sein. Die Grashalme sollten möglichst kurz sein. Es sollten keine Erdklumpen in der Silage zu finden sein.
Trockensubstanz:
Wenn beim Wringen in der Hand Wasser austritt ist die Silage zu feucht (u.U. dadurch schlechtere Futteraufnahme, Fehlgärung etc.). Nach dem Drücken in der Hand sollte die Handfläche kleben, dann ist der Zuckergehalt als gut einzustufen. Keine Nacherwärmung (die Silage muss kühl sein nicht wärmer als Umgebungstemperatur, da durch Nacherwärmung ein Nährstoff- und Energieverlust entsteht, Schimmelbildung in Gang gesetzt wird und die Futteraufnahme leidet). Keine losen Futterreste vor dem Silagestock, diese ist prädestiniert für Nacherwärmung.
Verdichtung:
mit Kugelschreiber überprüfen (wenn Sie einen Kugelschreiber in die Silage drücken können, war Verdichtung nicht ausreichend).
Anschnittsfläche:
Möglichst eine glatt Schnittfläche, damit die Oberfläche nicht aufgelockert wird und kein Sauerstoff eintritt. Diese ist von der Entnahmetechnik abhängig:
Abdeckung:
Möglichst die Folie nur soweit wie nötig zurückziehen, um das Futter für den jeweiligen Tag zu entnehmen.
Je mehr Kraftfutter einer Kuh zugeteilt wird, desto weniger Grobfutter frisst sie.
Hemizellulosen sind leicht lösliche Zellwandsubstanzen. Nach der Zellulose sind sie der wichtigste Bestandteil der pflanzlichen Zellwand.
Siehe auch NDF
Immunglobuline/Antikörper werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.
Gesamtheit der für die spezifischen Abwehrmechanismen des Organismus verantwortlichen funktionellen Gewebe, Zellen und biologisch aktiven Komponenten. Die Funktion des Immunsystems beruht auf der Fähigkeit, zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen zu unterscheiden.
Der Kalium-Bedarf wurde im Vergleich zu GfE 2001 um etwa 30% nach oben korrigiert. Zudem wird explizit der negative Effekt eines hohen Kaliumgehalts auf die Magnesiumaufnahme berücksichtigt: Hohe Kaliumgehalte können die Verfügbarkeit von Magnesium (Mg) reduzieren.
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engl. Calcium (Ca) ist neben Phosphor (P) Baustoff für Knochen und Zähne sowie Bestandteil der Gewebe und Körperflüssigkeiten. Je nach Anforderung des Körpers an den Mineralstoffhaushalt wird Kalzium in oder aus dem Knochendepot ein- oder ausgelagert.
Für den physiologisch richtigen Ablauf des Stoffwechselgeschehens ist es von lebenswichtiger Bedeutung. Gemeinsam mit Magnesium steuert Kalzium die Nervenfunktionen. Vor allem im Transitmanagement ist eine Überversorgung mit Kalzium als Ursache der Folgekrankheit Gebärparese einschließlich dem Festliegen der Kühe bekannt.
Ein Kation ist der Begriff für ein positiv geladenes Ion. Gegenteil von Anion.
Die Kationen-Anionen-Bilanz betrachtet die Mengenverhältnisse ausgewählter Mineralstoffe in einer Ration.
In der Transitperiode vor dem Kalben sollten die Anionen (Chlor und Schwefel) überwiegen, die DCAB also einen negativen Wert annehmen. Dadurch wird die Mobilisation von Calcium aus den Knochen verbessert und dem Calciummangel nach dem Kalben (Milchfieber) vorgebeugt.
Keime sind Lebewesen oder subzelluläre Erreger, die in anderen Organismen gesundheitsschädigende Abläufe verursachen. Sie sind Mikroorganismen, die sich aus Bakterien, Viren und Pilzen, sowie aus Protozoen, Archaea und Mikroalgen zusammensetzen.
Als Keimgehalt bezeichnet man den Gehalt eines Materials an Mikroorganismen und zwar ihre Anzahl im Verhältnis zum Volumen oder zur Masse des Materials. Die Keimzahl in der Milch gibt Auskunft über die bakteriologische Beschaffenheit der Milch. Ist der Keimgehalt erhöht, liegen Mängel in der Milchgewinnung und –lagerung vor. Der Milchkeimgehalt wird pro Betrieb mindestens 2 Mal monatlich untersucht.
Der Kernel Processing Score (Körner Vermahlungsgrad) steht für ein standardisiertes Verfahren, um die Häckselqualität von Maissilagen zu bestimmen, indem die Partikelgröße der Maiskörner in einem Siebverfahren gemessen wird.
Die zu passierende Siebgröße liegt bei 4.75 mm und der Wert sollte >70 % sein.
Ketonkörper stellen eine bedeutende Energiereserve als Alternative zu Glukose dar. Sie werden in der Skelettmuskulatur, in der Niere und im laktierenden Euter effektiv verbrannt.
Ketonkörper entstehen vor allem in der Frühlaktation bei verstärktem Körperfettabbau und gleichzeitigem Energiemangel. Übersteigt die Bildung von Ketonkörpern ihre Verwertungsmöglichkeiten kommt es zur Ketose.
Die Acetonämie ist eine Stoffwechselstörung, die vorrangig zu Beginn der Laktation bei Hochleistungskühen auftritt. Die Acetonämie wird dabei durch eine starke negative Energiebilanz, hervorgerufen durch eine hohe Milchleistung und geringe Futteraufnahme, ausgelöst. Die Acetonämie ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fettmobilisationssyndrom innerhalb der ersten 10 Tage post partum.
Es wird zwischen drei verschiedenen Formen der Acetonämie unterschieden:
Alimentäre Acetonämie: Wird hervorgerufen durch die übermäßige Aufnahme und Verstoffwechselung von Buttersäure (z.B. durch schlechte Silagequalität mit hohem Buttersäuregehalt).
Primäre Acetonämie: Entweder als Bestandteils des Fettmobilisationssydroms oder als Ergebnis eines Glukosemangels in der Frühlaktation. Ein niedriger Blutglukosespiegel fördert die Bildung von Ketonkörpern.
Sekundäre Acetonämie: Das Energiedefizit, welches zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern führt wird durch eine andere Erkrankung hervorgerufen und die Ketose wird zur Begleiterscheinung.
Eine Bildung von Ketonkörpern findet unter physiologischen Bedingungen immer statt. Die entstehenden Ketonkörper sind Acetoacetat, Aceton und ß-Hydroxybutyrat. Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat werden in der Regel entweder in der Muskulatur oder durch Verwertung für die Fettsynthese in der Milchdrüse abgebaut. Aceton kann nicht verstoffwechselt werden und wird über die Atemluft ausgeschieden. In Stoffwechselsituationen, in denen der Energiegewinn in erhöhtem Maße aus dem Abbau von Körperfett erfolgt, werden Ketonkörper vermehrt gebildet und es kommt zu einer Anhäufung im Blut. Um ein erkranktes Tier zu therapieren muss der Blutzuckerspiegel erhöht und der Abbau von Körperfett durch einen Ausgleich der Energiebilanz gemindert werden. Dies kann mittels Invertzuckerlösungen, durch Verabreichung glucoplastischer Verbindungen (z.B. Propylenglycol) oder durch die Beifütterung pansenstabiler Glukose erfolgen.
Die Erhöhung der Konzentration von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat im Blut führt zu einem Protonenüberschuss und damit zu einem Abfall des Blut-pH-Wertes. Daraus kann dann eine Acidose (Ketoacidose) entstehen.
Ketose ist eine Stoffwechselerkrankung mit typischen Merkmalen:
Die Klauen sind stark entwickelte verhornte Zehen der Wiederkäuer und Schweine. Im Laufe der Evolution sind die 3. und 4. Zehe voll ausgebildet, die restlichen Zehen jedoch zurückentwickelt worden und heute nur noch rudimentär vorhanden. Daher werden Wiederkäuer und Schweine auch als Paarhufer bezeichnet. Der Hornschuh der Klaue stellt einen Schutz für die Zehenspitzen dar. Da der Hornschuh ständig wächst ist auch eine ständige Abnutzung notwendig. Bei unseren Nutztieren ist diese Abnutzung häufig nur unzureichend, so dass eine regelmäßige Klauenpflege zu Vorbeugung von Klauenerkrankungen erfolgen muss. Die Klauengesundheit wirkt sich elementar auf die Vitalität, Futteraufnahme und Leistungsbereitschaft des jeweiligen Tieres aus. Somit hat die Klauengesundheit einen direkten Einfluss auf den finanziellen Erfolg der Nutztierhaltung. Vielen Klauenerkrankungen kann durch eine angepasste Fütterung und eine regelmäßige Klauenpflege vorgebeugt werden.
Kohlenhydrate steht wegen ihrem hohen Anteil von rund 65 bis 75 % je Kilogramm Trockensubstanz bei den einzelnen Futtermitteln aus eine große Bedeutung zu. Sie sind die Hauptenergiequelle für Wiederkäuer wie z.B. Milchkühe.
Kategorien der Kohlenhydrate:
Unmittelbar nach der Geburt von der Milchdrüse abgegebenes Sekret.
Es weist einen hohen Gehalt an Eiweiß (Immunglobuline), verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen sowie weißen Blutkörperchen auf.
Die konjugierte Linolsäure (CLA) – stellt eine Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren dar – sie kann die Milchfett-Synthese im Euter hemmen, indem sie in das Enzymsystem eingreift.
Die Laktation ist der Zeitraum, in dem eine Kuh Milch gibt (milchgebend/laktierend) – also vom Kalben bis zum Trockenstellen. Sie beginnt mit der Geburt des Kalbes und dauert in der Regel etwa 305 Tage. Nach der milchgebenden Phase folgt üblicherweise eine Trockenstehphase von etwa 6 bis 8 Wochen.
Milchzucker, besteht aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Galaktose, die im Euter miteinander verbunden werden.
Lignin befindet sich in den pflanzlichen Zellwänden und kommt reichlich in verholzten Pflanzenteilen vor. Für Tiere ist Lignin weitgehend unverdaulich. Lignin ist kein Kohlenhydrat.
Siehe auch NDF.
Lysin ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure
Die Mg-Bedarfswerte steigen mit der Leistung an – bis zu etwa 40% höhere Werte als früher werden angesetzt. Gleichzeitig wurde die verringerte Mg-Aufnahme bei hohen Kaliumgehalten als Korrekturfaktor eingeführt.
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Magnesium (Mg) gilt als Baustein für Knochen, Knorpel und Zähne. Magnesium findet sich außerdem in den Muskeln, den Körperflüssigkeiten und im Gehirn wieder. In Verbindung mit Calcium ist Magnesium für die Funktionen der Nerven und Muskeln notwendig
Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer eingesetzt wird. Sie enthält vor allem Energie in Form von Stärke aus den Maiskörnern.
Sensorik für Qualitätssilage:
Silomanagement für eine einwandfreie Silierung:
Zu den Mengenelementen zählen:
ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure
Entzündung des Uterus (Gebärmutter), bei der im Gegensatz zur Endometritis außer der Schleimhaut auch die Muskelschicht (Myometrium) und eventuell der seröse Überzug mitbeteiligt sind.
Die Pansenmikroben bauen große Teile des Futterrohproteins zu Ammoniak ab. Diesen Ammoniak nutzen sie für das Wachstum der Mikroben Population dabei synthetisieren sie hochwertiges Mikrobenprotein. Letztlich werden die Pansenmikroben mit dem Nahrungsbrei in den Darm geschwemmt und dort als Eiweiß verdaut. Damit ist der Wiederkäuer weitgehend unabhängig von der Zusammensetzung der Futterproteine.
Die eigentliche Versorgung mit sidP erfolgt über das im Pansen gebildete Mikrobiomasse-Protein (MCP) und das undegradierte Futterprotein (UDP).
MCP (Microbial Crude Protein) ist das Protein, das Pansenbakterien aus Kohlenhydraten und Ammoniak herstellen. Die Menge an MCP wird v. a. durch die verfügbare Energie bestimmt und hängt eng mit der verdaute organischen Masse (DOM) zusammen. UDP ist jener Anteil des Futterproteins, der den Pansen unverdaut passiert und im Darm abgebaut wird. Beide Quellen liefern sidP an die Kuh.
GfE 2023
Milch bzw. Kuhmilch ist ein vielseitiges Naturprodukt. Es bildet sich im Euter einer Kuh, die ein Kalb geboren hat. Es bietet Nährstoffe in optimaler und ausgewogener Zusammensetzung. Zudem enthält Milch mehr Calcium als jedes andere Nahrungsmittel.
Als Milchdrüse bezeichnet man die aus der Milchleiste hervorgehenden Drüsenkörper von Säugetieren, die während der Laktation Milch zur Ernährung des säugenden Nachwuchses bilden und abgeben können. Es handelt sich dabei um spezialisierte Hautdrüsen, die sich von einfachen, tubulären Drüsen ableiten lassen.
Gebärparese, oder Milchfieber genannt, ist eine Krankheit bei Säugetieren. Sie kann um den Geburtszeitpunkt bei Muttertieren auftreten und durch einen verminderten Calciumgehalt des Blutserums verursacht werden.
Milch besteht zu 87 % aus Wasser. Der Rest besteht aus Milcheiweiß (ca. 3 %), Milchfett (ca. 4%) und Laktose (ca. 5 %). Außerdem enthält Milch die wesentlichen Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen Calcium.
Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.
Milchsäure (Laktat) entstammt entweder Silagen guter Qualität oder wird im Pansen nach Verfütterung von stärke– und zuckerreichen Rationen gebildet.
Unter normalen Bedingungen wird Milchsäure im Pansen sofort zu Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure weiterverarbeitet. Bei einer Pansenazidose akkumuliert sie im Pansen und kann dann 50 – 90% der im Pansen fermentierten Säuren ausmachen.
Mineralfuttermittel sind Ergänzungsfuttermittel, die überwiegend aus mineralischen Einzelfuttermitteln zusammengesetzt sind und mindestens 40% Rohasche enthalten.
Dabei unterscheidet man zwischen Mengen– und Spurenelementen.
Eine Totale Mischration ist ein Fütterungssystem in der Viehhaltung, bei dem bereits im Futtermischwagen alle Grund-, Ausgleichs- und Leistungsfutter gemischt werden. Eine zusätzliche Kraftfuttergabe ist dadurch nicht erforderlich.
Des Weiteren gibt es verschiedene Abwandlungen, wie die Teil-Mischration oder die Kompakt-TMR.
Monogastrier haben einen einhöhligen Magen. Zu den Monogastriern gehört unter anderem das Schwein und das Pferd, der Hund und der Mensch.
Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Kalbung sind häufig von einer negativen Energiebilanz der Milchkuh charakterisiert Die Milchleistung steigt schneller an als die Futteraufnahme, d.h. der Energiebedarf kann nicht mehr aus der Futteraufnahme gedeckt werden, eigene Körperreserven müssen angepackt werden. Die negative Energiebilanz, kurz NEB, kann durch optimales Fütterungs- und Haltungsmanagement beeinflusst werden.
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Als Nettoenergie-Laktation wird der Energieanteil im Futter bezeichnet, der in Milch umgewandelt werden kann. Der Energiebedarf der Tiere und der Energiegehalt von Futtermitteln wird in NEL angegeben. Die Maßeinheit für Energie ist Megajoule (MJ)
Der Erhaltungsbedarf einer 650kg schweren Kuh beträgt 37,7 MJ NEL
Ein Kilogramm Milchleistungsfutter der Energiestufe 2 enthält 6,2 MJ NEL.
NDF ist in der GfE 2023 nun die zentrale Faserkomponente zur Einschätzung der Rationsstruktur. NDF umfasst die pflanzlichen Gerüstsubstanzen Hemicellulose, Zellulose und Lignin, die nur mikrobiell abbaubar sind. Nach dem Ausaschen erhält man NDFom (organische NDF). Laboranalysen liefern häufig aNDFom (NDFom nach Amylase-Vorbehandlung), um Stärke auszuschließen
Bei der Van Soest-Futteranalyse wird die Futterprobe in neutraler Detergenzienlösung gekocht. Diese Behandlung überstehen nur die pflanzlichen Zellwandbestandteile. Sie werden deshalb als neutral detergent fiber (neutrale Detergenzienfaser, NDF) zusammengefasst.
Nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung bleibt vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet. Schwefelsäure löst die Zellulose aus der ADF heraus. Es bleibt das acid detergent lignin (Lignin, ADL) übrig.
Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge an Protein an welches an die Faserfraktion gebunden ist und für die Verdauung zur Verfügung steht.
Stickstoff ist nicht nur in Proteinen enthalten. Auch in Harnstoff, Säureamide, Betain und stickstoffhaltige Glykoside liefern Stickstoff, den die Pansenmikroben für die Mikrobenproteinsynthese verwerten können.
Als non fiber carbohydrates, Nicht-Struktur-Kohlenhydrate werden leicht lösliche Kohlenhydrate ohne Faserstruktur genannt. Zum Beispiel Stärke, Zucker, Pektine.
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Das nutzbare Rohprotein (nXP) ist die am Darm anflutende Rohproteinmenge. Es besteht aus dem Bakterieneiweiß und dem unabgebauten Futterprotein (UDP)
Pansengeschützte Futtermittel sind geschützt vor Um- und Abbau im Vormagensystem. Häufig werden pansengeschützte Fette oder Proteine bzw. Aminosäuren in der Fütterung eingesetzt.
Pektine sind Bestandteile der Pflanzenzellwände und reichlich in Früchten, Wurzeln und auch in grünen Blättern enthalten. Pektine besitzen Stützfunktionen und eine starke Quellfähigkeit.
Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. In Anlehnung an die Dissoziationskonstante des Wassers teilt man die Wertebereiche ein in:
Dies gilt allerdings nur für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C.
Für Phosphor wurde der Verwertungsansatz angehoben. Statt 70% Verwertung im Wiederkäuer wird nun 80% angenommen. Das senkt die empfohlenen P-Zufuhrwerte um rund 12%. In der Praxis erlaubt dies eine deutliche Reduktion des Phosphoreinsatzes in der Ration.
GfE 2023
Phosphor ist ein chemisches Element mit dem Symbol P. Es kommt in mehreren, sich untereinander stark unterscheidenden Modifikationen vor. Phosphorverbindungen sind für alle Lebewesen essenziell und bei Aufbau und Funktionen der Organismen in zentralen Bereichen beteiligt.
verknüpft die chemische Faserfraktion mit der Partikelgröße der Ration. Sie gibt den Anteil der NDF an, der als strukturwirksam gilt (typisch: Partikel >8 mm) und daher für ein gesundes Pansengeschehen erforderlich ist. Die GfE 2023 folgt hier internationalen Empfehlungen: Für die Rationsplanung sollte peNDF über entsprechende Siebanalysen erfasst werden.
Zu den funktionellen Lebensmitteln zählende definierte Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen. Aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Magen- und Gallensäure sowie gegenüber Verdauungsenzymen überleben Probiotika die Magenpassage und erreichen den Dickdarm in aktiver Form, um sich dort anzusiedeln. Hierdurch verdrängen die probiotischen Bakterien unerwünschte Keime, beeinflussen die Mikroflora damit positiv und üben gesundheitsfördernde Wirkungen aus.
Propionsäure (Propionat, das Salz) macht 18-20% der Fettsäureproduktion im Pansen aus. Sie erreicht ihre höchste Konzentration bei einer kraftfutterreichen Ration.
90% der resorbierten Säure werden in der Leber zu Glukose umgewandelt. Sie bestimmt die Menge des im Euter synthetisierten Milchzuckers und damit die Milchmenge.
Die biologisch sehr wichtigen Nahrungskomponenten der Proteine sind Makromoleküle, die als Hauptbestandteil für die Muskelbildung im Körper zuständig sind. Proteine haben unter anderem die Funktion, Fette durch das Blut zu transportieren, um die Abwehrkräfte des Organismus zu stärken.
Mit Hilfe eines Futterberechnungsprogramm kann auf Grundlage von Futteranalysen der verwendeten Futtermittel eine Futterration nach den Gegebenheiten und Zielen des Landwirtes berechnet werden. Geeignete Rationskennzahlen helfen dabei die Ration leistungsgerecht und gesund zu gestalten.
Die Rohasche (anorganische Substanz) bleibt nach der Veraschung der organischen Substanz (Verbrennen von Futtermitteln im Muffelofen bei 550°C) übrig. Die Rohasche besteht aus Mineralstoffen, Sand und Ton.
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Rohfaser ist keine chemisch definierte Substanz. Pektin der größte Teil der Zellulose, sowie Anteile der Hemizellulosen und des Lignins werden unter dem Begriff Rohfaser zusammengefasst.
Die Pansenmikroben vergären sie vorwiegend zu Essigsäure. Dadurch nimmt der Rohfasergehalt Einfluss auf die Milchfettsynthese. Außerdem regt sie die Speichelabsonderung und die Pansenmotorik an. (siehe strukturierte Rohfaser und NDF)
Rohfett enthält Fette (Neutralfette) und fettähnliche Substanzen (Lipoide). Zu den Lipoiden gehören u.a. fettlösliche Vitamine und Hormone, Wachse und ätherische Öle.
Rohfett ist wasserunlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln wie Äther und Benzin löslich. In der WEENDER Analyse wird Rohfett mit Petroläther (Soxhlet-Apparatur) aus den Futtermitteln extrahiert.
Das im Futter enthaltene Rohprotein (XP) besteht aus Reinprotein und Nicht-Protein-Stickstoff (NPN). Proteine bestehen im Mittel zu 16% aus Stickstoff (N). Daher lässt sich der Rohproteingehalt aus dem Stickstoffgehalt berechnen.
XP = N x 6,25
(siehe nutzbares Rohprotein nXP)
Rohwasser ist die Differenz aus Frischmasse (FM, OM) und Trockenmasse (T, TM, TS). Es enthält noch flüchtige Substanzen wie Fettsäuren. Ammoniak oder Alkohole.
Rumen Undigestible Protein steht für im Pansen unabbaubares Rohprotein
Rumen Unsaturated Fatty Acid Load gibt an, wie hoch der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist. Ein zu hoher RUFAL Wert führt zur Milchfettdepression.
In den Vormägen wird Stickstoff (N) aus dem Futterprotein freigesetzt und von den Mikroben zur Bildung von Mikrobenprotein genutzt. Die Ruminale Stickstoffbilanz eines Futtermittels gibt an, ob im Vormagen ein Stickstoffmangel oder Stickstoffüberschuss herrscht. Die Ruminale Stickstoffbilanz ist ein kalkulatorisch ermittelter Wert.
entspricht dem mikrobiellen N‑Saldo im Pansen, also der Differenz zwischen dem im Pansen abgebauten Futterrohprotein (RDP) und dem von den Pansenmikroben gebildeten Mikrobiellen Rohprotein (MCP).
RMD = [Ruminal abgebautes Futterrohprotein (RDP) – Mikrobielles Rohprotein (MCP)]/6,25
Ein positiver RMD zeigt, dass mehr Futterstickstoff abgebaut wurde als Mikrobenprotein produziert, ein negativer RMD umgekehrt. Der RMD wird bei der Bedarfsermittlung für nicht-proteinogene N‑Verluste eingesetzt.
GfE 2023
Die wichtigste Stickstoffquelle für die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen ist Ammoniak. Nicht benötigtes Ammoniak wird von der Pansenschleimhaut resorbiert und durch die Leber zu Harnstoff entgiftet. Der im Blut befindliche Harnstoff wird zu einem geringen Teil per Diffusion in den Pansen abgegeben. Die größte Bedeutung für den Rücktransport des Harnstoffs in den Pansen besitzt jedoch die Speichelsekretion. Mit den enormen Mengen an Speichel, die der Wiederkäuer ausscheiden, gelangt auch eine quantitativ beachtliche Harnstoffmenge in den Pansen. Durch bakteriellen Abbau des Harnstoffs zu Ammoniak kann dieser wieder der mikrobiellen Proteinsynthese dienen. Damit wird der Kreislauf zwischen Pansen (Rumen) und Leber (Hepar) geschlossen.
Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest, bleibt nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet.
Das saure Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge Protein an, die für die Verdauung und Aufnahme nicht zur Verfügung steht
Mit Hilfe einer Schüttelbox ist es möglich direkt am Futtertisch die Futterration zu bewerten. Es kann die Struktur der Ration gemessen werden.
Folgende Kriterien lassen sich mit der Futterschüttelbox bestimmen:
Silagen gehören zu den Grundfuttermitteln (= Basis der Wiederkäuerernährung).
Herstellung:
Dabei wird Gras gemäht anschließend angewelkt und zerkleinert (Feldhäcksler oder mittels Schneidwerk im Ladewagen) zum Silo gefahren. Darin das Gras mit möglichst beschwerter Technik (üblicherweise Traktoren oder Radlader) festgefahren und verdichtet und im Anschluss mit Folien abgedeckt. Unter Sauerstoffabschluss beginnt dann der anaerobe Gärprozess, welcher das Futter konserviert.
Bei Mais wird dieser üblicherweise als Ganzpflanze mit dem Häcksler geerntet. Der Häcksler schneidet dabei die Pflanzen ab, häckselt sie klein zerreibt die Körner und bläst die zerkleinerte Pflanze auf das parallel mitfahrende Fahrzeug. Diese bringen das Siliergut zum Silo, wo wie bei Gras die Silierung beginnt.
Wichtig:
Das Siliergut muss möglichst kurz gehäckselt werden, da kleinere Partikel besser verdichtet werden können. Desto weniger Restsauerstoff befindet sich in der Silage und desto besser ist der Silierprozess. Das Siliergut muss sorgfältig festgefahren werden, damit die Verdichtung so hoch wie möglich ist. Die Abdeckung der Silage mittels Folien muss sofort nach dem Festfahren geschehen, damit Sauerstoff nicht wieder eindringen kann. Sauerstoffzufuhr führt zu Schimmelbildung und Verderb des Futters.
Zu den Spurenelementen gehören:
Stärke ist der bedeutendste Energielieferant und zählt wie der Zucker zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten.
Stärke wird überwiegend schon im Pansen von den Mikroorganismen zu Propionsäure abgebaut. Nur die beständige Stärke passiert den Pansen unverändert.
Stärke ist das wichtigste Speicher-Kohlenhydrat der Pflanze und in Form von Stärkekörnern in Getreide, Kartoffeln und Maniok reichlich vorhanden. Es gibt zwei Stärkefraktionen: Amylose und Amylopektin.
Stickstoff ist ein chemisches Element mit dem Elemtsymbol N. Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Aminosäuren und damit der Proteine. Elementar tritt das farblose Gas nur in Form zweiatomiger Moleküle auf ist mit 78% der Hauptbestandteil der Luft.
Stickstofffreie Extraktstoffe werden in der WEENDER-Analyse nur rechnerisch erfasst. Sie umfassen die Bestandteile Zucker, Stärke, Glykogen, Inulin, organische Säuren und die löslichen Anteile von Zellulose, Hemizellulose, Lignin und Pektinen.
NfE = organische Substanz – Rohprotein – Rohfett – Rohfaser
Häufig treten Stoffwechselerkrankungen in den ersten Tagen und Wochen der Laktation auf. Sie ziehen oft weitere Erkrankungen und Funktionsstörungen mit sich. So bedingen beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Milchfieber und Ketose nachfolgende Fruchtbarkeitsprobleme.
in der GfE 2023 entfallen
Releativzahl zur Bewertung der Struktur von Futtermitteln. Er wird anhand von Kauzeitmessungen, Speichelfluss und Fütterungsversuchen zum kritischen Kraftfutteranteil in der Ration ermittelt.
Für eine Kuh mit einer Tagesleistung von 25kg Milch, sollte die Ration einen Strukturwert von mindestens 1 aufweisen.
Die strukturwirksame Rohfaser ist der pansenmotorisch wirksame Anteil der Rohfaser von Grobfuttermitteln. Sie bestimmt die Kau- und Wiederkauintensität. Dabei wird die Sekretion von Speichel angeregt, der für die Einstellung eines optimalen pH-Wertes im Pansen wichtig ist.
Für einen ungestörten Ablauf der Verdauungsprozesse wird bei Milchkühen eine Mindestmenge von 400g strukturwirksamer Rohfaser je 100kg Lebendmasse und Tag als ausreichend angesehen.
Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen. Im Gegensatz zu einer klinischen Krankheit, sind hier zunächst keine Symptome erkennbar.
Beispiele sind: Subklinische Acidose / Subklinische Ketose bei der Milchkuh
wird zum Teil auch als T abgekürzt.
Die Trockenmasse ist der Anteil eines Futtermittels, der nach der Trocknung (ca. 4 Stunden bzw. bis zur Gewichtskonstanz bei 103°C) übrigbleibt.
Die Futteraufnahme der Tiere wird in der Regel im Trockensubstanzgehalt der Futterration bewertet. Sie kann durch zahlreiche Faktoren positiv, wie auch negativ beeinflusst werden. So regt beispielsweise häufiges Futter Nachschieben die Trockenmasseaufnahme an, Mykotoxinbelastungen im Futter senken dessen Aufnahme.
Als Trockensteher bezeichnet man Milchkühe in der Phase zwischen der vorangegangenen Laktation und der Geburt des folgenden Kalbes. In dieser Zeit kann sich der Organismus der Milchkuh regenerieren. In der Regel beträgt die Trockenstehphase rund 6 bis 8 Wochen. Altkühen wird eine kürzere Trockenstehzeit gewährt, Jungkühen (1.Laktation) eher eine längere.
ist der Zeitraum zwischen dem Ende der milchgebenden Phase (laktierend) und der nächsten Kalbung.
In GfE 2023 wird die Energieversorgung von Milchkühen auf der Basis der umsetzbaren Energie (ME) ausgewiesen. Hierfür wurde ein neues dreistufiges Verfahren entwickelt, das aus den analytisch ermittelten Werten für Bruttoenergie (GE), Rohprotein (XP/CP), Rohasche (XA/CA) und insbesondere der Verdaulichkeit der organischen Masse (OMD) die ME berechnet. Damit entfällt das bisherige Nettoenergie-Laktation (NEL)-System vollständig. ME (in MJ/kg TM) steht für die Energie, die aus dem Futter nach Abzug von Verdauungs-, Methan- und Harnstoffverlusten dem Tier tatsächlich zur Verfügung steht.
GfE 2023
Die umsetzbare Energie ist der Energieanteil im Futter, der nach Abzug der Energieverluste über Kot, Harn und Methan für die Umsetzung im Tierkörper zur Verfügung steht.
Die umsetzbare Energie (ME, von englisch metabolizable energy) ist der Maßstab für den Energiebedarf bei Jungrindern und in der Rindermast. Gemessen wird die ME in Megajoule (MJ).
Der Teil des Futter-Rohproteins, der den Pansen unabgebaut passiert, wird als unabbaubares Protein (UDP) bezeichnet. Der Begriff UDP kommt aus dem englischen (undegraded dietary protein) und benennt damit direkt die Proteinquelle, die erst im Dünndarm zur Verfügung steht. Dieser Teil des Futterproteins wird auch als „Durchflussprotein„ oder „pansenbeständiges Protein„ bezeichnet.
uNDF 240 ist per Definition des CNCPS-Modells, der Anteil der Faser, der nie verdaut werden kann.
| Van-Soest | ||||
|---|---|---|---|---|
| Rohasche | ||||
| Rohprotein | ||||
| Rohfett | ||||
| Kohlenhydrate | Zucker | Nicht-Faser-Kohlenhydrate | ||
| Stärke | ||||
| Pektine / org. Rest | ||||
| Hemizellulose | Neutrale Detergenzien Faser | |||
| Zellulose | Saure Detergenzien Faser | |||
| Lignin | Säure Detergenzienlignin | |||
Die Verdaulichkeit stellt den prozentualen Anteil eines Nährstoffes dar, der verdaut und resorbiert wird. Sie ist abhängig von der physikalisch-chemischen Beschaffenheit und Verdauungsenzymen und anderen verdauungsfördernden Substanzen. Der Begriff Verdaulichkeit wird im englischen „digestibility“ genannt. Anwendung findet die Verdaulichkeit u.a. bei der digestible Neutral Detergent Fiber (dNDF oder NDFD)
Bei der Faserverdaulichkeit gibt es definierte Zeiten: 24h, 30h, 48h, 72h, 120h und 240h
Bei der Stärke wird die Verdaulichkeit bei 0, 3, 7 und 16h angegeben.
Sie kann aus der Verdaulichkeit der Organischen Masse (OMD = organic matter digestibility)) abgeleitet werden, da sich ED und OMD durch eine konstante Differenz unterscheiden:
ED (%) = OMD (%) – 3,3
Die OMD kann über Verdauungsversuche oder Schätzgleichungen ermittelt werden. Es existieren Schätzgleichungen z.B. für Mais- und Grasprodukte.
GfE 2023
ist ein zentrales Futterbewertungskriterium. Sie gibt an, welcher Anteil der organischen Substanz eines Futters im Verdauungstrakt abgebaut wird. In den neuen Berechnungen beeinflusst die OMD maßgeblich die ME-Konzentration von Futtermitteln und ebenso die mikrobiell verfügbare Proteinbildung. So wird etwa die in einer Herde gebildete Menge mikrobiellen Proteins (MCP) gut über die verdaute organische Masse (DOM) beschrieben. Je höher die OMD eines Futters, desto mehr Umsetzbare Energie (ME) liefert es und desto höher ist typischerweise auch sein Gehalt an dünndarmverdaulichem Protein (sidP).
GfE 2023
Um den Nährwert eines Futtermittels angeben zu können, bedarf es bestimmter Analyseverfahren. Die Weender-Analyse zählt hierbei zu den Standardverfahren. Die Futtermittel werden nach Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, Rohfett und stickstofffreie Extraktstoffe unterschieden. Entwickelt wurde dieses Analysesystem 1860 in Weende bei Göttingen. Die Weender-Analyse wurde ab 1960 um die Detergenzienanalyse nach Van Soest erweitert. In den 1970er Jahren wurde dann auf Basis der Weender-Analyse das CNCPS-Modell entwickelt. Dieses Modell betrachtet die untersuchten Futtermittel noch präziser.
| Weender-Analyse | |
|---|---|
| Rohasche | |
| Rohprotein | |
| Rohfett | |
| Kohlenhydrate | N-freie Extraktstoffe |
| Rohfaser | |
Wiederkäuer verfügen über ein mehrhöhliges Vormagensystem, das dem Drüsenmagen (Labmagen) vorgelagert ist. Der Futterbrei wird dabei zum Wiederkauen in die Mundhöhle zurückbefördert und erneut abgeschluckt.
Rind, Schaf, Ziege und Damwild gehören zu den Wiederkäuern.
Eine Zelle ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller und Mehrzeller. Besteht das Lebewesen aus vielen Zellen können Zellen zu funktionellen Einheiten verbunden sein und dadurch Gewebe bilden.
Zellulose (Cellulose) ist ein Bestandteil der Pflanzenzellwände (Gerüstsubstanz). Während Säugetiere keine Enzyme zur Spaltung der Zellulose haben, können die Pansenmikroben der Wiederkäuer Zellulose als Energiequelle nutzen. Siehe NDF.
Zink (Zn) hat eine vielseitige Bedeutung für den Zellstoffwechsel und ist in einer großen Zahl von körpereigenen Wirkstoffen (Hormone) enthalten. Außerdem hat Zink eine besondere Schutzfunktion für die Haut.
Zucker gehören zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Sie sind im Pansen sehr leicht löslich und werden von den Pansenmikroben zu flüchtigen Fettsäuren vergoren. Dadurch ist eine schnelle Bakterienvermehrung möglich. Wegen der Azidosegefahr müssen Futtermittel mit einem hohen Zuckergehalt in kleineren Einzelportionen über den Tag verteilt verabreicht werden.
Die kleinsten Bausteine der Kohlenhydrate sind die Einfachzucker (Monosaccharide). Hierzu gehören unter anderem Glukose, Fruktose, Galaktose und Ribose. Zu den Disacchariden (Verbindungen aus zwei Monosachariden) gehören u. a. Laktose, Maltose und Sacharose.
Zucker kann über zwei verschiedene Varianten bestimmt werden.
Von täglichen Zunahmen wird vor allem im Bereich der Mast gesprochen. Angestrebte Tageszunahmen bei Mastbullen liegt bei über 1.200 g / Tag.
Die Höhe der Tageszunahmen gibt an, wie viel Gewicht ein (Mast)Tier am Tag zunimmt. Je höher die Tageszunahmen sind, desto schneller ist ein Tier ausgemästet und kann vermarktet werden. Hohe Tageszunahmen können nur realisiert werden, wenn eine bedarfs- und leistungsgerechte Fütterung vorliegt. Hierzu sind eine optimale Qualität der eingesetzten Futtermittel, sowie eine auf die Lebens- und Leistungsphasen abgestimmte Futterration und eine ausgewogene Versorgung mit Mengenelementen, Vitaminen und Spurenelementen unerlässlich.
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