Lebensleistung

Durchschnittskuhbestand

Es gibt 3 Möglichkeiten, den Durchschnittskuhbestand zu errechnen:

(Summe der Futtertage aller (A+B)-Kühe für ein Jahr)
Durchschnittskuhbestand=
365 Tage
Anfangsbestand + Summe der Monatsendbestände
Durchschnittskuhbestand=
Anzahl der Auswertungsmonate + 1
Anfangsbestand + Endbestand
Durchschnittskuhbestand=
2

Der Durchschnittskuhbestand kann über beliebige Zeiträume berechnet werden.

Erstkalbealter (EKA)

Das Erstkalbealter ist das Alter der Färse bei ihrer ersten Kalbung.
Erstkalbealter (EKA)=Datum der ersten Kalbung – Geburtsdatum

Richtwerte:

  • 24 bis 26 Monate (730 bis 791 Tage)

PubMed

Laktation

Die Laktation ist der Zeitraum, in dem eine Kuh Milch gibt (milchgebend/laktierend) – also vom Kalben bis zum Trockenstellen. Sie beginnt mit der Geburt des Kalbes und dauert in der Regel etwa 305 Tage. Nach der milchgebenden Phase folgt üblicherweise eine Trockenstehphase von etwa 6 bis 8 Wochen.

Lebenseffektivität (LE)

Die Lebenseffektivität kennzeichnet die Milch-, Fett- und Eiweißleistung je Lebenstag.

Sie wird also direkt durch die Lebensleistung und die Lebenstage bestimmt.

Lebensleistung (LL)
Lebenseffektivität (LE)=
Lebenstage (LT)

Somit beinhaltet die LE die Leistung in der produktiven Phase plus die Aufzuchtdauer. ( Die Aufzuchtdauer entspricht dem Erstkalbealter.)

Es ist eine LE von etwa 15 kg Milch/LT erforderlich um in die Gewinnzone zu kommen. Dies kann jedoch in Abhängigkeit vom betrieblichen Kostenniveau stark variieren.

Lebensleistung (LL)

Die Wirtschaftlichkeit der Milchkuh wird durch Nutzungsdauer (ND) und die erbrachte Milchmenge gemeinsam beeinflusst. Neben einem langen Kuh Leben ist auch eine entsprechende hohe Milchleistung erforderlich.

Die Lebensleistung ist die kumulative Milch-, Fett-, bzw. Eiweißleistung von der ersten Kalbung bis zum Abgang. Eine lange Nutzungsdauer (ND) setzt eine gute Tiergesundheit und optimale Haltungsbedingungen voraus.

Mastitis, Euterentzündung

Euterentzündung beim Rind.

Die Erkrankungsmöglichkeiten der Milchdrüse sind vielfältig, die Entzündung des Eutergewebes (Mastitis) und die Zitzenverletzungen nehmen allerdings den größten Prozentsatz ein. Von einer Mastitis wird dann gesprochen, wenn eine Entzündung des Eutergewebes vorliegt. Diese Entzündung kann die Folge einer mechanischen Überreizung (z. B. bei falsch eingestellten Melkmaschinen) ohne die Beteiligung von Bakterien sein. Das Gewebe produziert dann vermehrt körpereigene Abwehr- und Heilzellen, wodurch der somatische Zellgehalt in der Milch erhöht wird. Dringen dann in das vorgeschädigt Eutergewebe Bakterien ein, so können sie sich rasch vermehren und aus der abakteriellen Entzündung wird eine bakterielle Euterentzündung. Neben dem Zellgehalt erhöht sich nun auch der Keimgehalt der Milch. Ab einem Zellgehalt von 500.000 Zellen je Milliliter leidet ein Tier an einer klinischen Mastitis.

Den wichtigsten Schutz vor bakteriellen Infektionen stellt der Strichkanal der Zitze dar, denn pathogene Keime dringen über den Strichkanal in das Innere der Zitze und weiter in die Milchdrüse ein. Besonders das verhornte Plattenepithel des Strichkanals spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Plattenepithel bildet Laktosebum, eine fettsäureartige Substanz mit bakterizider Wirkung.

Als Erreger von Euterentzündungen kommen sowohl Umwelt-assoziierte Keime, welche in jedem Stall zu finden sind, als auch Kuh-assoziierte Erreger, welche außerhalb des Tieres nicht überlebensfähig sind, in Frage. Diese Keime sind aber in der Regel nur dann erfolgreich, wenn das Eutergewebe schon vorher durch abiotische Faktoren geschwächt oder geschädigt wurde. Eine Mastitis kann nicht allein als bakterielles Problem gesehen werden.

Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren (Haltung, Melktechnik, Melkhygiene, Stress, Futteraufnahme, Wasseraufnahme, Rationsgestaltung, Futterhygiene, etc.), welche in der Interaktion die Grundlage für die Entstehung einer Mastitis schaffen. Daher wird eine Mastitis auch weitläufig als Faktorenkrankheit bezeichnet, welche durch ihre Entstehung Hinweise auf eine Schieflage des Organismus aus verschiedensten Gründen gibt. Entzündungen der Milchdrüse können für das betroffene Tier sehr schmerzhaft sein. Sie gehen einher mit einem verminderten Allgemeinbefinden des Tieres, einer Minderung der Milchmenge und der Milchqualität. Die Mastitis gilt als eine der teuersten Krankheiten in der Milchviehhaltung und wird auf ca. 220 € je Fall geschätzt. Der Behandlungserfolg ist zudem oft nur vorübergehend. Nur 1/3 der einmal erkrankten und behandelten Tiere bleibt im Folgejahr gesund. 2/3 der einmal erkrankten Tiere werden im Folgejahr gemerzt.

Melktage (MT)

Die Melktage ergeben sich aus der Nutzungsdauer abzüglich der Trockenstehzeit

Melktage (MT)=Nutzungsdauer (ND)-Trockenstehzeit

Merzungsrate (MR)

Die Merzungsrate ist die Anzahl der (tatsächlich) gemerzten Kühe bezogen auf den Durchschnittskuhbestand.

Merzungen sind: Normal- und Hausschlachtungen, Verendungen und Nottötungen.

Anzahl Merzungen x 100
Merzungsrate (MR)=
Durchschnittskuhbestand

Milchleistung

Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.

Nutzungsdauer (ND)

Stellt die Zeitspanne dar, zwischen dem Alter bei der 1.Kalbung und dem Alter bei Abgang inklusive Trockenstehzeit (außer Abgang zur Zucht)

Sie ergibt sich aus den Nutzungstagen (NT) für diesen Zeitraum.

Nutzungsdauer=Durchschnittsalter der Abgangskühe (außer Abgang zur Zucht)
Durchschnittsalter dieser Kühe bei der 1. Kalbung

Persistenz

Fähigkeit der Kuh, ihre Milchleistung über die Laktationsperiode hinweg aufrechtzuerhalten.

Remontierungsrate (RMR)

Die Remontierungsrate gibt den Anteil der Färsen (inklusive Färsenzukäufe) am Durchschnittskuhbestand an, der für die Remontierung der Herde eingesetzt wird.

(Erstkalbungen aus eigener Nachzucht + Erstkalbungen aus Färsenzukäufen) x 100
Remontierungsrate (RMR)=
Durchschnittskuhbestand

Die RMR kann zur Ermittlung der Reproduktion aus eigener Nachzucht (RMR*) ermittelt werden:

Erstkalbungen aus eigener Nachzucht x 100
Remontierungsrate (RMR*)=
Durchschnittskuhbestand

Reproduktionsrate (RR)

Die Reproduktionsrate gibt den Anteil der Kühe und Färsen am Durchschnittskuhbestand an, der für die Remontierung der Herde eingesetzt wird.

(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe – Bestandsveränderungen) x 100
Reproduktionsrate (RR)=
Durchschnittskuhbestand

Teilweise wird die RR auch ohne Beachtung der Bestandsveränderungen ausgewiesen:

Bestandsveränderungen = Jahresendbestand – Jahresanfangsbestand

(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe) x 100
Reproduktionsrate (RR*)=
Durchschnittskuhbestand

Richtwert:

  • Bestand maximal 33%

Trockenstehphase

ist der Zeitraum zwischen dem Ende der milchgebenden Phase (laktierend) und der nächsten Kalbung.