Übersicht

01. Anwendung des KuhWert

Die Entscheidung über den Verbleib von Kühen und Ersatzfärsen zur weiteren Zucht im Betrieb ist von außerordentlich hoher wirtschaftlicher Relevanz und nicht immer ganz einfach für den Betriebsleiter. Um die Entscheidung über die erneute Besamung oder gar den Abgang eines Tieres zukünftig zu erleichtern, haben vit Verden, VITPC-Software und dsp-Agrosoft GmbH den “KuhWert“ entwickelt. Der “KuhWert“ kann in der Herdenmanagementsoftware HERDEplus der dsp-Agrosoft GmbH und im Herdeninformationssystem NETRINDmlp vom vit kostenpflichtig bereitgestellt und mit weiteren notwendigen Informationen für die Entscheidungsfindung verknüpft werden.

02. Was genau ist der KuhWert

Der KuhWert ist ein auf Basis von Betriebs- und Herdenparametern berechneter Schätzwert, für den wirtschaftlichen Wert in Euro, den eine Kuh bzw. Färse innerhalb der nächsten 5 Jahre erreichen kann. Dieser zu erwartende wirtschaftliche Wert wird aus der Differenz der möglichen Einnahmen (Milchleistung, Kälber, Schlachtung) und Ausgaben (Futter, TU, Besamungen, Bestandsergänzung) sowie der Berücksichtigung des Zinssatzes für Diskontierung ermittelt. In die Berechnung des KuhWertes fließen neben Informationen aus der Milchleistungsprüfung vor allem auch individuelle betriebliche Kenngrößen ein. Der KuhWert bietet somit erstmals eine einheitliche und objektive Bewertungsgrundlage für den direkten wirtschaftlichen Vergleich und die Rangierung von Kühen und Färsen innerhalb eines Betriebes.

03. Einflussfaktoren auf die Höhe des KuhWert

Zur Berechnung des KuhWerts von Kühen und Ersatzfärsen werden Herdenparameter und Tierdaten aus dem aktuellen vit-Datenbestand entnommen. Als Herdenparameter fließen neben dem Herdendurchschnitt (Milch-kg) auch die mittleren Bestandskennwerte für die Brunstnutzungsrate, die Fruchtbarkeitsrate (NR56) sowie die Merzungsrate in die Berechnung mit ein. All diese Informationen werden mit den betriebsindividuellen ökonomischen Betriebskennwerten wie z.B. dem Milchpreis, den Futterkosten oder dem Wert einer Färse verknüpft. Sofern der Nutzer keine eigenen Angaben hierüber macht, werden aktuell anzunehmende Standardwerte für die tägliche Berechnung herangezogen.

Von allen Tierdaten hat die Milchleistung (305-Tage Leistung sowie ihre Veränderung im Laktationsverlauf) den größten Einfluss auf die Höhe des KuhWerts. Neben der Milchleistung der aktuellen Laktation wird hier die zu erwartende Milchleistung der kommenden Laktationen berücksichtigt. Des Weiteren werden die im Rahmen der Milchleistungsprüfung (MLP) erhobenen Angaben hinsichtlich Laktationsnummer sowie Trächtigkeits- und Laktationsmonat mit herangezogen Mit zunehmender Laktationsnummer steigt die Merzungsrate und damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kuh keine weiteren vollen 60 Monate erlebt und Leistungen erbringt. Jüngere Tiere haben daher tendenziell einen höheren KuhWert als ältere Kühe. Dies zeigt die Abbildung 1 am Beispiel der Entwicklung des KuhWerts für tragende und nicht tragende Kühe anhand eines Praxisbetriebes.

Für Ersatzfärsen erfolgt die Schätzung erst dann, wenn eine Trächtigkeit vorliegt und sie in den nächsten 90 Tagen zur Kalbung anstehen. Da für diese Tiere noch keine Leistungsdaten vorliegen, werden für sie genomischen Zuchtwerte oder alternativ Pedigreezuchtwerte zur Schätzung der künftigen Milchleistung und der somit erwarteten monetären Einnahmen herangezogen.

Abbildung 1: Entwicklung des KuhWerts in Abhängigkeit des Alters, bei Trächtigkeit und Nichtträchtigkeit

Die vergleichsweise bessere Bewertung jüngerer Kühe kann dazu beitragen überhöhte Abgänge vor allem in der 1 und 2. Laktation zu vermeiden. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensleistung aus, da mehr Tiere die Chance bekommen die Folgelaktationen zu erreichen.

Ältere Kühe haben infolge ihrer geringeren Lebenserwartung im Mittel niedrigere KuhWerte. Zur Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit sollte vor allem auch aus züchterischen Aspekten die bisher erbrachte Lebensleistung zusätzlich mitberücksichtigt werden.

04. Reproduktion

Der Reproduktionsstatus wird durch die Trächtigkeit bzw. Nichtträchtigkeit bestimmt. Er ist die entscheidende Größe für den künftigen wirtschaftlichen Wert eines Tieres und somit für Wert der Trächtigkeit die Höhe seines KuhWerts.

Die Abbildung 2 verdeutlicht, wie sich mit zunehmender Dauer der Nichtträchtigkeit der KuhWert eines Tieres drastisch verschlechtert (rote Linie). Dies ist in der wachsenden Wahrscheinlichkeit einer Merzung wegen Nichtträchtigkeit begründet. Damit sinkt die Möglichkeit einer weiteren Leistungserbringung in Folgelaktationen

Demgegenüber wird ersichtlich, dass sich bei einer Trächtigkeit (blaue Linie) der wirtschaftliche Wert im Laktationsverlauf auf einem wesentlich höheren Niveau entwickelt.

Abbildung 2: Trend des KuhWerts (tragend/nicht tragend über alle Laktationen

05. Verlust durch Nichtträchtigkeit

Der KuhWert wird für jedes Tier immer für beide Reproduktionsstati, tragend und nicht tragend, berechnet. Aus der Differenz des KuhWertes „nicht tragend“ zu „tragend“ kann der Verlust durch Nichtträchtigkeit berechnet werden, der bei Merzung einer nicht tragenden Kuh entsteht. Daraus wird deutlich, inwieweit es sich lohnt, eine nicht tragende Kuh nochmals zu besamen. Dieser Zusammenhang wird in der Abbildung 2 durch die Fläche charakterisiert die sich zwischen der blauen und roten Line bildet. Am 200. Laktationstag beträgt beispielhaft der wirtschaftliche Verlust durch Nichtträchtigkeit 2.200€. In der folgenden Abbildung 3 wird die durchschnittliche Entwicklung des KuhWerts anhand aller Kühe eines Beispielbetriebes im Laktationsverlauf und mit zunehmendem Alter zusammenfassend verdeutlicht.

Abbildung 3: Verlauf der mittleren KuhWerts eines Beispielbetriebs im Laktationsverlauf und mit zunehmender Alter

06. Anwendung des KuhWert in HERDEplus

Zur objektiven Entscheidung über den Verbleib oder den Abgang eines Tieres kann es sinnvoll sein, den KuhWert mit weiteren derzeit darin noch nicht enthaltenen tierbezogenen Informationen zu verknüpfen. Dies betrifft insbesondere den Gesundheitsstatus und die aktuellen Leistungen. In HERDEplus wird dies im Controlling Modul „Analyse KuhWert“, in den Arbeitslisten, Bestandsübersichten und in der Einzeltieranzeige ermöglicht.

In der täglichen Arbeit kann der KuhWert für die Bewertung der nichttragenden Tiere in der Zuchthygiene genutzt werden.

Seine Bereitstellung in der TU-Arbeitsliste ermöglicht erstmals die Einbeziehung der künftigen Wirtschaftlichkeit in den Selektionsentscheid und führt somit zu einer neuen Qualität in der zuchthygienischen Arbeit. Wenn eine Kuh bei der Trächtigkeitsuntersuchung als nicht tragend festgestellt wird, sollte nur dann eine weitere Besamung erfolgen, wenn sich dies wirtschaftlich lohnt. Dazu kann ein betriebsindividueller Grenzwert anhand des KuhWert tragend festgelegt und farblich markiert ausgewiesen werden. Bei dessen Unterschreitung sollten die Tiere nicht mehr besamt werden.

07. Arbeitsliste Trächtigkeitsuntersuchung

ZHU ArbeitslisteListeInfo
BesamungLaktationMLPKuhWertGemelkMilch
TierArtErg.TageDatumNr.Nr.TageMkgZZnicht tragendtragendDatumkg
671TU+3714.07.3617030.921855 €136220.08.27.2
705TU-3813.07.3621830.5857561 €142020.08.29.7
852TU-3813.07.4226023.1107522 €2301 €20.08.30.3
905TU-3912.07.432102799707 €133020.08.22.4
Tabelle 1: Arbeitsliste zur Trächtigkeitsuntersuchung

Dies wird anhand folgender Beispiele auf Basis der aktuellen Trächtigkeit Untersuchungsergebnisse verdeutlicht:

  • Der betriebliche Grenzwert für die Unwirtschaftlichkeit wurde mit 1.500€ für den KuhWert tragend festgelegt. Das Tier 671 ist tragend. Sein niedriger KuhWert tragend von 1.362€ ist hier ohne Bedeutung und bleibt unberücksichtigt. Dies gilt grundsätzlich für alle tragenden Tiere.
  • Das Tier 705 ist nicht tragend. Trotz seines geringen Kuhwertes tragend von 1.420€ empfiehlt sich eine nochmalige Belegung, weil es mit 29.7kg bei 218 Melktagen ein hohes Leistungsvermögen in der aktuellen Laktation zeigt.
  • Das Tier 852 ist nicht tragend. Da sein KuhWert tragend mit 2.301€ oberhalb der Unwirtschaftlichkeitsgrenze liegt sollte es trotz seines hohen Laktationstandes wieder besamt werden. Dafür spricht auch die aktuelle hohe Milchleistung von 30,3kg.
  • Das Tier 905 ist nicht tragend. Es sollte nicht wieder belegt werden, weil es hat einen geringen KuhWert tragend von 1.370€ hat und auch aktuell eine geringe Milchleistung aufweist.

08. Nutzung des KuhWert im Analyse Modul

Im Folgenden wird die KuhWert Bewertung unter Einbeziehung weiterer Informationen (Krankheitshäufigkeiten, Ausfallzeiten, aktuelle Gemelks- und Besamungsdaten) bespielhaft dargestellt (Tabelle 2). Diese Listendarstellung kann mittels einer Filterung für unterschiedlichste Fragestellungen (Zuchthygieneunterstützung, Problemtierlisten, …) variabel aufbereitet und sortiert werden.
Ein weiterer wichtiger Anwendungsfall ist die Unterstützung bei der Entscheidung über die weitere Nutzung von Tieren im Analysemodul KuhWert.

09. HERDEplus Analysemodul KuhWert

Anzahl DiagnosenInfo
LaktKuhWertBWEUFRUSWWarte-zeitLakMilchBes.TU
TierNr.nicht tragendLakgesLakgesLakgesLakgesTageTagkgTage n.B.Befund
5333-24431724127933326.5260TU-
8903126128931.850TU-
820420915 32129429.354TU-
65531570 €2111525929.770TU-
Tabelle 2: Analyse KuhWert, geringster nicht tragender Wert zuerst

Im Beispiel der Tabelle 2 wurden ausschließlich nicht tragende Tiere ab Laktation 3 für die Bewertung bereitgestellt und nach dem niedrigsten nicht tragenden KuhWert aufsteigend sortiert. Mit rot wurden die Tiere gekennzeichnet, deren KuhWert nicht tragend unterhalb der betrieblich festgelegten Wirtschaftlichkeitsgrenze von 1.500€ liegt.

Anhand der ausgewiesenen Informationen kann folgende Rangfolge abgeleitet werden:

  • Das schlechteste Tier ist die 533. Es ist nicht tragend und hat mit -244€ einen sehr geringen KuhWert nicht tragend. Mit 333 Melktagen hat es noch eine passable Leistung von 26,5kg Milch, aber 79 Tage Milchausfall in 3 Laktationen.
  • Dazwischen rangiert das Tier 820. Es ist ebenfalls nicht tragend hat aber einen besseren KuhWert als das Tier 890 bei einem vergleichbaren Laktationstag und 29,3kg Milch, verzeichnet jedoch 21 Tage Milchausfall in der aktuellen Laktation.
  • Das beste Tier ist die 890. Es ist nicht tragend und hat mit 126€ einen vergleichsweise guten KuhWert nicht tragend. Es hat weiterhin am Melktag 289 eine hohe aktuelle Milchleistung mit 31,8kg.

1. Festlegung der Begrifflichkeiten

Die Pregnancyrate (PR) wird in der Übersetzung als Trächtigkeitsrate bezeichnet. Dies weicht von den deutschen Definitionen einer Trächtigkeitsrate ab, da diese sich (physiologisch richtigerweise) auf den Trächtigkeitserfolg der besamten Tiere bezieht. Nur besamte Tiere können tragend werden. Das sollte so beibehalten werden.

Da die Pregnancyrate (PR) den Anteil tragender Tiere zu den aufgestellten Tieren charakterisiert könnte man sie zur Unterscheidung zur deutschen Begrifflichkeit der Trächtigkeitsrate als Trächtigkeitsanteil bezeichnen. In Übereinstimmung mit der internationalen Literatur ist jedoch der Begriff Pregnancyrate besser geeignet, zumal dieser sich in Deutschland etabliert hat.

Das gleiche trifft auf die Conceptionrate [englisch]  zu. Die in Ihrer Übersetzung „Konzeptionsrate“ in einem Konflikt zur Definition der deutschen Konzeptionsrate (KR) stehen würde.

Im Folgenden werden deshalb generell die Begriffe

verwendet.

Die Aussagesicherheit der Pregnancyrate wird, insbesondere bei kleinen Tierzahlen, durch die Sicherheit der Conception Risk infolge einer zu geringen Anzahl besamter Tiere (unter 10) beeinträchtigt.

1. Vorwort

ICAR ist eine internationale Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung und Verbesserung der Leistungsdatenerfassung und Zuchtwertschätzung bei landwirtschaftlichen Nutztieren zu fördern. Unsere Mitglieder sind Organisationen, die weltweit in verschiedenen Ländern mit der Datenerfassung bei Tieren befasst sind, sowie mit diesen zusammenarbeitende Dienstleister im Bereich der Tierdatenerfassung. Unsere Arbeit wird in wesentlichen Teilen von 18 Fachgruppen getragen, die sich schwerpunktmäßig mit jeweils spezifischen Aspekten der Datenerfassung oder Zuchtwertschätzung beschäftigen. Die Arbeitsbereiche unserer Fachgruppen decken insgesamt folgende Bereiche ab: Standards und Richtlinien, Stellungnahmen und Veröffentlichungen, Umfragen sowie (technische) Neuerungen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stehen über die ICAR-Website (http://www.icar.org) frei zur Verfügung und werden bei den im Jahresturnus stattfindenden ICAR-Tagungen vorgestellt. Großer Dank seitens ICAR gebührt den zahlreichen Experten für die viele Arbeit, die Zeit und das Wissen, das sie unentgeltlich investieren, um internationale Standards und Richtlinien zur Datenerfassung im Nutztierbereich zu entwickeln. Ihr Engagement hat zur Folge, dass die über die ICAR-Mitglieder weltweit bereitgestellten Informationen dazu genutzt werden können, die Landwirte in Entscheidungsprozessen zu unterstützen und so zu einer Steigerung der Effizienz im gesamten Sektor der Tierproduktion beizutragen. Die ICAR Arbeitsgruppe für funktionale Merkmale (ICAR Functional Traits Working Group, ICAR WGFT) ist besonders aktiv und hat sich bereits mit einer ganzen Reihe beim Milchrind überaus wichtiger Merkmale wie der Fruchtbarkeit, der Eutergesundheit und zuletzt der Gliedmaßengesundheit befasst. Diese Arbeit ist Teil der Strategie von ICAR, seinen Mitgliedern dabei zu helfen, ihr Dienstleistungsangebot für die Landwirte zu optimieren und die züchterische Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutztiere, insbesondere der Milchrinder, zu fördern. Erstmals liegen nun ein international abgestimmter Atlas und ein einheitliches Kodierungssystem für Klauenmerkmale beim Rind vor. Dies bedeutet einen großen Schritt in Richtung der Verringerung der Häufigkeit von Klauenerkrankungen, die die Tiergesundheit, das Tierwohl und die Produktivität in erheblichem Maße beeinträchtigen. ICAR strebt eine kontinuierliche Verbesserung an und begrüßt daher alle Anregungen, wie die angebotenen Leistungen und insbesondere die Qualität von Standards und Richtlinien weiter optimiert werden können.

Hans Wilmink
ICAR Präsident

10. Fazit

Der wirtschaftliche Erfolg des Betriebes hängt von einer umfassenden Kenntnis vieler Faktoren ab. Bisher werden in der Bewertung ausschließlich der erbrachten Ergebnisse und der aktuelle Leistungsstand berücksichtigt. Die tierindividuelle Bereitstellung des KuhWerts ermöglicht die frühzeitige Festlegung des weiteren Verwendungszweckes (Verkauf tragend vs. eigene Nachzucht).

Mit der Bereitstellung des KuhWertes werden diese erstmals um die Schätzung der voraussichtlichen Wirtschaftlichkeit ergänzt. Damit wird eine neue Qualität insbesondere in der Zuchthygiene beim Entscheid für eine erneute Belegung objektiver abgesichert. Es wird überhöhten vorzeitigen Abgängen vor allem in den ersten beiden Laktationen entgegengewirkt und damit die Lebensleistung der Herde verbessert.

2. Übersicht

Details

NameCodeBeschreibungWeitere BezeichnungenWissenschaftliche Veröffentlichungen (engl.)
Ungleiche Klauen (UK)UKErheblicher Unterschied in Breite, Höhe und/oder Länge zwischen Außen- und Innenklaue, der sich durch die Klauenkorrektur nicht beheben lässt
Konkave VorderwandKVKonkave (d.h. nach innen gewölbte) Form der VorderwandEinwärts gewölbte Vorderwand
Rollklaue ROROJegliche schraubenartige Drehung der Außen- oder Innenklaue mit einwärts gedrehter Seitenwand; der Verlauf der Vorderwand weicht von einer geraden Linie abKorkenzieherklaue, Zwang(s)klaue
Dermatitis digitalisDDInfektion der Haut um die Klauen und/oder im Zwischenklauenspalt mit oberflächlichen geröteten Defekten (Erosion), meist schmerzhaften tiefen Defekten (Geschwüren) und/oder chronischer warzenartiger Hautzubildung (Hyperkeratose/Proliferation)Mortellaro‘sche Krankheit, (Klauen-) ErdbeerkrankheitPubMed
KlauenfäuleIDAlle Arten milder Hautentzündung im Bereich der Klauen, die nicht der Dermatitis digitalis (Mortellaro‘sche Krankheit) zuzuordnen sindDermatitis interdigitalis / oberflächliche Dermatitis
Doppelte SohleDSZwei oder mehrere Lagen von Sohlenhorn mit Hohlräumen dazwischenDoppelsohle
BallenhornfäuleBFAuflösung und Fäulnis des Ballenhorns, in schweren Fällen Bildung typischer V-förmiger Furchen, die bis zur Lederhaut reichen könnenBallenfäulePubMed
Hornspalt/-kluftHRZusammenhangstrennung im Wandhorn der KlaueRiss in der Hornwand
Axialer HornspaltHSASpalt, d.h. in Längsrichtung (= parallel zur Vorderwand) verlaufende Zusammenhangstrennung, am inneren (axialen) Wandhorn der KlaueHornspalt an der Innenwand
HornkluftHKHorizontal (= parallel zum Kronsaum) verlaufende Zusammenhangstrennung im WandhornHorizontaler Hornspalt
HornspaltHSSpalt, d.h. in Längsrichtung (=parallel zur Vorderwand) verlaufende Zusammenhangstrennung, im Bereich des äußeren oder vorderen (dorsalen) WandhornsLängslaufender Hornspalt, Riss in der Hornwand
LimaxLIIn den Zwischenzehenspalt ragende BindegewebszubildungTylom, Zwischenklauenwulst, Zwischenklauenwarze (CH)
ZwischenklauenphlegmoneZPSymmetrische, schmerzhafte Schwellung des Unterfußes, von der üblicherweise ein übelriechender Geruch ausgeht, und die mit plötzlichem Auftreten von Lahmheit verbunden istInterdigitale Phlegmone, (Zwischenklauen-) Panaritium, Zwischenklauennekrose, Schlegel(CH), Rigel (CH)
ScherenklaueSCHSich überkreuzende Klauenspitzen
SohlenblutungSBDiffuse und/oder umschriebene rote oder gelbe Verfärbung des Sohlenhorns und/oder der weißen Linie (Einblutung in das Sohlenhorn)
Flächenhafte (diffuse) SohlenblutungSBDDiffuse hellrote bis gelbliche Verfärbung des Sohlenhorns (Einblutung in das Sohlenhorn)
Umschriebene SohlenblutungSBUDeutlich abgegrenzte rote Verfärbung des Sohlenhorns (Einblutung in das Sohlenhorn)Steingalle
Schwellung des Kronsaums und/ oder BallensSKBEin- oder beidseitige Schwellung des Kronsaumes und/oder des Ballens oberhalb der Hornkapsel, die durch verschiedene Erkrankungen bedingt sein kann
KlauengeschwürKGUmschriebener Horndefekt mit freiliegender Lederhaut (Geschwür) im Bereich der Sohle, Benennung nach der jeweiligen Lokalisation (Zone) beispielsweise als Ballengeschwür, Sohlengeschwür, Sohlenspitzengeschwür, KlauenbeinspitzennekrosePubMed
SohlengeschwürSGUmschriebener Defekt (Geschwür) des Sohlenhorns mit freiliegender entzündeter oder nekrotischer (abgestorbener) LederhautRusterholz’sches Sohlengeschwür und Sohlengeschwüre an untypischer Stelle
BallengeschwürBGKlauengeschwür im Bereich des Weichballens
SohlenspitzengeschwürSSGKlauengeschwür im Bereich der SohlenspitzeZehenspitzenabszess, Klauenspitzengeschwür
SohlenspitzennekroseSSNNekrose der Sohlenlederhaut an der Klauenspitze mit Beteiligung des KlauenbeinsZehenspitzennekrose, Klauenbeinspitzennekrose
Dünne SohleDUNSohlenhorn gibt auf Fingerdruck nach (fühlt sich schwammartig an)PubMed
Weiße-Linie-ErkrankungWLZusammenhangstrennung in der weißen Linie mit oder ohne eitrigem AusflussPubMed
Weiße-Linie-DefektWLDZusammenhangstrennung in der weißen Linie, die auch nach Angleichen der Sohlenflächen (nach Schritt 2 der Klauenpflege) bestehen bleibtSich auslaufender Defekt der weißen Linie (CH), Wanddefekt
Weiße-Linie-AbzessWLAZusammenhangstrennung in der weißen Linie mit eitrignekrotisierender Entzündung der WandlederhautEitrig-hohle Wand, Sohlenwandabszess, Eitriger WeißeLinie-Defekt, Eitriger Wanddefekt
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Abkalben

Das Abkalben bezeichnet den Geburtsvorgang bei Rindern und Kühen. Das angestrebte Erstkalbealter liegt bei 24 bis 26 Monaten. Vor der Kalbung werden die hochtragenden Tiere separat von der restlichen Herde aufgestallt und mit einer speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Ration (Trockensteherration) auf die Kalbung vorbereitet. So wird der Grundstein für die Gesundheit von Kuh und Kalb, sowie eine hohe Milchleistung in der nachfolgenden Laktation gelegt.

Abkalberate (AKR)

Anzahl Abkalbungen x 100
Abkalberate=
Anzahl besamte Tiere

Richtwert: Bestand über 90

Abkürzungen

aAaTriple-A Code by Weeks® Animal AnalysisTriple-A Code by Weeks® Animal Analysis
Betr.Anzahl BetriebeNo. of herds
BLCBLAD-TrägerBLAD carrier
BLFBLAD-freiBLAD free
BYCBrachyspina-TrägerBrachyspina carrier
BYFBrachyspina-freiBrachyspina free
CVCCVM-TrägerCVM carrier
CVFCVM-freiCVM free
DNDoppelnutzung Milch und FleischDual purpose (DP)
ETaus EmbroytransferFrom embryo transfer
EXexzellentExcellent
geb.GeburtsdatumDate of birth
GPgood plusGood plus
HB-Nr.HerdbuchnummerHerd book number
LaLaktationLactation
Pphänotypisch hornlosPhenotypically polled
PPhomozygot hornlosHomozygous polled
Ppheterozygot hornlosHeterozygous polled
PP*homozygot hornlos getestetTested homozygous polled
Pp*heterozygot hornlos getestetTested heterozygous polled
PSWackelhörnerScurs
RDCRotfaktorRed carrier / Red factor
Si. %Sicherheit der Zuchtwerte in %Reliability of breeding value in %
Tö.Anzahl TöchterNo. of daughters
VGvery goodVery good
VRCVRC-TrägerVRC carrier

Absetzen

Bei Kälbern, welche nach der Geburt beim Muttertier bleiben und gesäugt werden, bezeichnet das Absetzen die Trennung des Nachwuchses vom Muttertier. Dies geschieht in der Regel abrupt. Bei Kälbern, welche nach der Geburt vom Muttertier getrennt werden bezeichnet das Absetzen die schrittweise Entwöhnung des Kalbes von der Kuhmilch, bzw. der Milchaustauschertränke. Zum Zeitpunkt des Absetzens müssen die Jungtiere bereits in der Lage sein, ihren Nährstoffbedarf durch die Festfutteraufnahme decken zu können. Daher ist es wichtig, dass bereits frühzeitig vor dem Absetzen eine Beifütterung stattfindet, damit sich die Tiere an die Konsistenz und den Geschmack des Festfutters gewöhnen können. Ebenso muss im Verdauungstrakt eine langsame Gewöhnung an die neuen Nährstoffe erfolgen, damit diese verwertet werden können und es nicht zu Durchfallerkrankungen kommt.

Acid detergent lignin (ADL)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest wird mit dem Kochen mit Schwefelsäure aus der ADF die Zellulose heraus gelöst. Es bleibt das acid detergent lignin (ADL, Lignin) übrig.

Ad libitum

Nach Gutdünken, nach Belieben. In der Tierernährung bedeutet dies, dass das Tier rund um die Uhr Futter zur uneingeschränkten Verfügung hat.

Aerob

Mit Sauerstoff, in Verbindung mit Sauerstoff, beschreibt ein Sauerstoff haltiges Milieu.

Aminosäure

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine zusammengesetzt sind. Ihr charkteristischer Bestandteil ist der Stickstoff.

Es wird zwischen essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren unterschieden. Die essentiellen kann der Körper nicht selbst bilden. Diese müssen über das Futter aufgenommen werden.

Zwei wichtige Vertreter in der Rinderfütterung sind:

Anaerob

ohne Sauerstoff, unter Sauerstoff freien Bedingungen.

Anion

Ein Anion ist der Begriff für ein negativ geladenes Ion. Das Gegenteil von Kation.

Anteilige Färsenkalbungen

Die anteiligen Färsenkalbungen sind ein Näherungswert für die Reproduktionsrate. Sie gibt den Anteil der Färsenkalbungen an den Gesamtkalbungen  an.

Färsenkalbungen x 100
Anteilige Färsenkalbungen=
Kalbungen insgesamt

Richtwert:  Bestand maximal 33 %

Antikörper

Antikörper oder Immunglobuline werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Anzahl Besamungen oder Gesamtbesamungen (GB)

Anzahl der Besamungen = Anzahl der Erstbesamungen + Anzahl der Nachbesamungen.

Die Anzahl Besamungen wird erhöht, wenn die Folgebesamung in der nächsten Brunst durchgeführt wird, d.h. wenn die Differenz zwischen 2 aufeinanderfolgende Besamungen größer als 10 Tage ist. Sie wird dann als  Nachbesamung interpretiert.

Anzahl Portionen

Die aufeinanderfolgenden Anpaarungen (Besamungen + Folgebesamungen in der gleichen Brunst) innerhalb der Laktation werden fortlaufend gezählt.

Liegt die Anzahl Portionen wesentlich mehr als 5 % über der Anzahl Besamungen, ist die Brunsterkennung zu überprüfen und die Brunstkontrolle zu intensivieren.

Aufzucht

Die Aufzucht ist die Versorgung und die Pflege neugeborener Tiere in menschlicher Obhut.

Auswertbare Besamungen

Als auswertbare Besamung werden alle Besamungen von Tieren gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der letzten Besamung vergangen sind.

Auswertbare Erstbesamungen (AEB)

Als auswertbare Erstbesamungen  werden alle Erstbesamungen (EB) von Tieren definiert, die im Auswertungszeitraum liegen und nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit). Je nachdem ob die  Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen oder die Non-Return-Rate 90  berechnet werden soll erfolgen weitere Präzisierungen.

Azidose

Die Pansenacidose ist eine der häufigsten Erkrankungen in heutigen Milchviehbeständen.

Die akute Pansenacidose entsteht, wenn nicht ausreichend laktatverwertende Bakterien im Pansen vorhanden sind und es zu einer Anreicherung von Milchsäure kommt. Das geschieht insbesondere bei Rationen mit einem hohen Anteil an leichtverdaulichen Kohlenhydraten und wenig strukturiertem Grobfutter. Dadurch kommt es zu einem Abfall des Pansen pH-Wertes. Bakterien, welche nicht an diesen niedrigen pH-Wert angepasst sind (zellulose-, stärke und laktatabbauende Mikroorganismen) sterben ab und setzen Endotoxine frei. Laktatbildende Bakterien hingegen vermehren sich massenhaft, bilden noch mehr Laktat und führen zu einem weiteren Absinken des pH-Wertes. Akute Pansenacidosen können durch eine zu schnelle Umstellung auf eine energiereiche, rohfaserarme Ration, Nahrungsentzug, Fehler in der Kraftfutterzuteilung oder durch Strukturarmut des Grundfutters entstehen.

Die Folgen von Pansenacidosen können schwerwiegend sein:

  • Der osmotische Drück in den Vormägen steigt an. Dadurch kommt es zu einer verminderten Wasserresorption durch die Vormägen und der Inhalt (Futterbrei) verflüssigt sich => dünnbreiige Kotkonsistenz. Gleichzeitig entsteht ein Wassermangel im Gewebe und im Blut, es kommt zur Bluteindickung mit einhergehender Herz-Kreislauf-Belastung.
  • Durch die freigesetzten Endotoxine kann eine Schockreaktion ausgelöst werden.
  • Entzündung der Pansenschleimhaut durch erhöhte Säurekonzentration.
  • Der Organismus wird vermehrt durch Laktat belastet, die Leber kann die anflutenden Mengen nicht verstoffwechseln und es kommt zu einer metabiolischen Acidose.
  • Schädigung der Gefäße der Klauenlederhaut, dadurch entsteht eine akute Entzündung (Laminitis).
  • Zudem hat jede Acidosenegative Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft, Fruchtbarkeit und Gesundheit und ist mitverantwortlich für zahlreiche Störungen der Tiergesundheit (Labmagenverlagerung, Klauenerkrankungen, erhöhte Mastitisanfälligkeit, Fruchtbarkeitsstörungen durch vermehrt auftretende Endometritis, schwache und stille Brunsten).

Zur Vorbeuge von Acidosen ist in der Rationsgestaltung stets auf die Wiederkäuergerechtheit oberster Augenmerk zu legen. Zudem muss auf eine maximale Futteraufnahme hingearbeitet werden, die durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Futtermittel und bestem Kuhkomfort gefördert wird.

Bedeckung

Darunter versteht man die Belegung des weiblichen Rindes, die durch den Mitarbeiter beobachtet wurde. In der Regel betrifft dies nur einen Tag.

Begriffe Fleckvieh

Name; P, Pp, PP, PS: Hornstatus

HBNr.: Herdbuchnummer

GF: Genetische Besonderheiten

Pigm.: Augenpigment in %

Geb.: Geburtsdatum

LOM: Lebensohrmarkennummer

GZW = Gesamtzuchtwert: fasst die verschiedenen Teilzuchtwerte zu einem Gesamtindex zusammen, Sicherheit (Si) in %. inkl. genomischer Zuchtwerte

MW = Milchwert: Der Milchwert ist ein Index, in dem Milch-, Fett- und Eiweiß-kg mit einer ökonomischen Gewichtung von 0:1:1,4 zusammengefasst sind; Sicherheit in %.

Milchleistung: +788 kg -0.18 % +24 kg +0.01 % +27 kg
bedeutet: Zuchtwerte für Milchmenge, Fett-%, Fett-kg, Eiweiß-%, Eiweiß-kg.

FW = Fleischwert: Fleischleistung: 116 104 110 86%
bedeutet: Relativzuchtwerte für Nettozunahme, Ausschlachtung und Handelsklasse. Der Fleischwert fasst die drei Teilzuchtwerte zu einem Index zusammen; Si. in %.

FIT = Fitness: fasst die einzelnen Teilzuchtwerte Nutzungsdauer, Zellzahl, Fruchtbarkeit, Totgeburten, Kalbeverlauf, Melkbarkeit und Persistenz zu einem Fitness-Index zusammen; Si. in %

Kp = Kalbeverlauf paternal

R = Rahmen

B = Bemuskelung

F = Fundament

E = Euter

aAa: Triple A Code

Belegungen

Belegungen sind Besamungen oder Bedeckungen.

In der Kennziffernberechnung wird nicht zwischen Bedeckungen und Besamungen unterschieden. Im folgenden werden alle Belegungen als Besamungen gewertet.

Berechnungsgrundlage

Berechnung zukünftig anfallender Einnahmen (Milch, Kälber, Schlachtung) und Ausgaben (Futter, Besamung, Trächtigkeitsuntersuchung, Bestandsergänzung)

Berechnung auf Grundlage der

Betriebsparameter (Standard oder einzelbetrieblich verändert)
und
Herdenparameter (Bestandskennwerte zu Leistung, Fruchtbarkeit und Remontierung

Besamung

Die künstliche Besamung ist eine Methode zur Zeugung von Nachkommen, bei der Sperma eines männlichen Zuchttiers gewonnen und instrumentell in die Geschlechtsorgane eines weiblichen Zuchttiers eingeführt wird. Die Besamung kann auf natürliche Weise, die als Natursprung bezeichnet wird, oder als künstliche Besamung (KB) durchgeführt werden.

Die Vorteile der künstlichen Besamung gegenüber der natürlichen Bedeckung liegt vor allem in der Nutzung besonderer Vererber, auch über sehr weite Strecken, der Schutz vor Deckinfektionen und Verletzungen, die Entlastung stark genutzter Vatertiere sowie die Besamung von sehr vielen weiblichen Tieren.

Besamungsaufwand (BA) oder Trächtigkeitsindex (TI)

Der Besamungsaufwand (BA) gibt für tragende Tiere an, wie viel Besamungen für deren Trächtigkeit erforderlich waren. Er bezieht sich ausschließlich auf  tragende Tiere. Doppelbesamungen werden nicht berücksichtigt. siehe Trächtigkeitsindex (TI)

Anzahl der Besamungen der tragenden Tiere
Besamungsaufwand BA=
Anzahl tragender Tiere

Richtwerte:

  • Bestand: 1,8
  • Kühe: 1,8
  • Färsen: 1,4

Daraus sind die Unterschiede zum Besamungsindex (BI) erklärbar. Der BI ist erhöht, wenn oft gute Zuchttiere mehr als üblich besamt werden , um unbedingt ein Kalb zu erzeugen.

Der Besamungsaufwand (BA) kann auch für nicht tragende Tiere (NT) analog ausgewiesen werden. siehe Besamungsaufwand nicht tragende Tiere (BANT) oder Nichtträchtigkeitsindex (NTI)

Achtung! Den Besamungsaufwand (BA) nicht verwechseln mit dem Gesamtindex (GI)

Besamungsaufwand für nicht tragende Tiere (BANT) oder Nichtträchtigkeitsindex (NTI)

Anzahl der Besamungen der nicht tragenden Tiere
BANT=
Anzahl nicht tragender Tiere

Besamungserfolg

Der Besamungserfolg beschreibt den prozentualen Anteil der Tiere, die nach der jeweiligen Besamung (EB, NB1, NB2, …) tragend geworden sind.

Siehe Konzeptionsrate (KR)

Besamungsindex (BI) oder Gesamtindex (GI)

Der Besamungsindex kennzeichnet die Anzahl Besamungen je Trächtigkeit. Doppelbesamungen werden nicht berücksichtigt. siehe Gesamtindex (GI)

BI für den Tierbestand

Anzahl der auswertbaren Besamungen der tragenden + nichttragenden Tiere
Besamungsindex (BI)=
Anzahl tragender Tiere

Als auswertbare Besamungen  werden alle Besamungen von den Tieren definiert, deren letzte Besamung im Auswertungszeitraum liegt, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgänge wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein Trächtigkeitsergebnis vorliegt oder die bis zu 90 Tagen nach der letzten Besamung nicht wieder besamt wurden.

Richtwerte: 

  • Kühe: Unter 1,8
  • Färsen: Unter 1,7 

Die Richtwerte sind in Verbindung mit der RZ und der GZ zu bewerten.

Achtung: Nicht verwechseln mit dem Besamungsaufwand (BA)

BI je Besamungstechniker

Anzahl auswertbare Besamungen TR + Anzahl auswertbare Besamungen NTR
BI je Besamungstechniker=
auswertbare Besamungen TR

Als auswertbare Besamungen  werden alle Besamungen eines Besamungstechnikers definiert, die im Auswertungszeitraum liegen. Zu jeder Besamung wird festgestellt, ob sie zur Trächtigkeit geführt hat (TR) oder nicht (NTR). Zum Feststellen der Trächtigkeit bzw. Nichtträchtigkeit darf die Kuh nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sein (außer Abgänge wegen Unfruchtbarkeit), es muss entweder ein Trächtigkeitsergebnis vorliegen oder sie darf bis zu 90 Tagen nach der letzten Besamung nicht wieder besamt worden sein.

Wenn die Trächtigkeitsergebnisse nicht vorliegen, dann kann als Kompromiss der Besamungsindex (BI*) nach folgenden Formeln ermittelt werden:

BI* für den Tierbestand

Anzahl der durchgeführten Besamungen insgesamt
BI* für den Tierbestand=
Anzahl besamte Tiere

BI* je Besamungstechniker

Anzahl der vom Techniker durchgeführten Besamungen insgesamt
BI* je Besamungstechniker=
Anzahl vom Techniker besamte Tiere

Beständige Stärke (bXS)

Beständige Stärke (Pansenstabile Stärke, Bypass-Stärke, Durchflussstärke) wird nicht von den Mikroben im Vormagen verwertet. Sie wird erst im Dünndarm von körpereigenen Enzymen zu Glukose abgebaut und absorbiert. Die enzymatische Stärkeverdauung im Dünndarm ist energetisch effizienter als der Abbau im Pansen. Die so gewonnene Energie steht nicht den Mikroorganismen im Vormagen sondern der Kuh selber zur Verfügung. Die mikrobielle Eiweissbildung kann dadurch eingeschränkt sein. Anderseits dient die beständige Stärke als direkte Vorstufe zur Bildung von Milchzucker (Laktose).

Bis zu 1,5kg beständiger Stärke je Kuh und Tag können effizient verwertet werden. Der Anteil an beständiger Stärke im Futter beträgt zwischen 10 und 45% der Stärke. Futtermittel mit hohem Anteil an Durchflussstärke sind geschroteter Mais und teigreife Maissilage.

Bestandsersatzrate (BESR) oder Bestandsergänzungsrate

Die Bestandsersatzrate ist die Anzahl der Kühe eines Jahreszeitraumes, die ein Betrieb einsetzen müsste, um die abgegangenen Kühe identisch zu ersetzen, prozentual bezogen auf den Durchschnittsbestand.

(Jahresanfangsbestand Kühe + Kuhzugänge (aus Erstkalbungen und Kuhzukäufen) - Jahresendbestand) x 100
Bestandsersatzrate (BESR)=
Durchschnittskuhbestand

Richtwert: Bestand maximal 33%

Beta Kasein

Seit einiger Zeit besteht ein verstärktes Interesse an den verschiedenen β -Kasein-Varianten. Momentan sind insgesamt 12 natürlich vorkommende, genetische Varianten des β-Kaseins
bekannt, die sich an einer oder mehreren Aminosäurepositionen voneinander unterscheiden:

  • A1, A2, A3, B, C, D, E , F, G, H1, H2 und I

Als Resultat einer natürlichen Mutation wird an Position 67 des Proteins die Aminosäure Prolin (Pro, A2 Allel) gegen die Aminosäure Histidin (His, A1 Allel) ausgetauscht. Aufgrund dieses Polymorphismus lässt sich die Milch bzw. das β-Kasein in zwei Gruppen einteilen:

  • die A1-ähnliche Gruppe und
  • die A2-ähnliche Gruppe.

Zur A1-ähnlichen Gruppe gehören die β-Kaseine A1, B, C, F und G. Ihnen allen ist die Aminosäure Histidin an Position 67 gemeinsam, sie besitzen jedoch noch zusätzliche Aminosäureaustausche an anderen Positionen des Proteins.

Die Mitglieder der A2-ähnlichen Gruppe (A2, A3, D, E, H1, H2 und I) besitzen als Gemeinsamkeit an Position 67 des β-Kasein-Proteins ein Prolin, unterscheiden sich untereinander jedoch jeweils an mindestens einer weiteren Aminosäureposition.

A1, B und C sowie A2 und I sind die häufigsten Varianten beim Rind. Welche Proteinform die Kuh in der Milch exprimiert, hängt von ihrer genetischen Konstitution ab. Sie wird von kodominanten Varianten des β-Kasein-Gens kontrolliert.

Kühe, die sowohl das A1-Allel als auch das A2-Allel (Genotyp A1A2) tragen, produzieren Milch, die zu gleichen Anteilen die A1- und A2-Form des β-Kaseins enthält. Eine Kuh mit zwei Kopien des A2-Allels (Genotyp A2A2) wird nur Milch mit der A2-Variante produzieren.

A1 ist umstritten.

Beta-Carotin

Carotinoide sind Vorstufen des Vitamin A. Man bezeichnet sie deshalb auch als A-Provitamine. Denn sie werden im Körper teilweise in Vitamin A umgewandelt. Ihr Hauptvertreter, das ß-Carotin, wird zu 17% in Vitamin A umgesetzt, Gemische von Carotinoiden nur zu 7%. Betacarotin schützt die Zellen, gilt als natürlicher Sonnenschutz und kann hemmend auf die Entstehung von Krebs wirken.

Bikarbonate

Hydrogencarbonate, veraltet Bikarbonate, saure Carbonate, HCO3–Salze der Kohlensäure (H2CO3) bestehend aus HCO3– und ein oder zweiwertigen Metallen. Wichtiger Bestandteil des Hydrogencarbonat-Kohlensäure-Puffers zur kurzfristigen Regulation des Blut-pH-Wertes.

Biotin

Biotin wurde ursprünglich als Vitamin H bezeichnet und gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Biotin wird von Mikroorganismen gebildet und eine weitgehende intestinale Versorgung ist gewährleistet. In pflanzlichem Material befindet sich Biotin vor allem in den Blättern. Biotin ist Koenzym von Enzymen, die Carboxylierungsreaktionen katalysieren. Biotin abhängige Reaktionen sind somit bedeutsam bei der Fettsäuresynthese, im Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel. Auf Grund der hohen mikrobiellen Synthese im Verdauungstrakt ist die Untersuchung von Mangelsymptomen erschwert. Bei experimentell herbeigeführtem Biotinmangel wurde eine verminderte Gluconeogenese, ein reduzierter Kaliumgehalt in der Muskulatur, ein verminderter Ribonukleinsäuregehalt in der Leber, schorfige Dermatitis, Haarverfärbung und -ausfall, Lähmungen, sowie eine gestörte Reproduktion und Milchleistung beobachtet.

Body Condition Score (BCS)

Methode zur Beurteilung der Körperfettreserven

Brunsterkennungsrate (BER)

Anteil der erkannten Brunsten (unabhängig, ob besamt oder nicht) im Verhältnis zu den zur Brunstbeobachtung vorgesehenen Tieren.

Anzahl brünstiger Tiere x 100
Brunsterkennungsrate (BER)=
Anzahl zur Brunstbeobachtung vorgesehener Tiere

Die Anzahl zur Brunstbeobachtung/Besamung vorgesehener Tiere ergibt sich aus den

  • noch nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit (42 Tage pp)  bzw. freiwilligen Wartezeit
  • noch nicht besamten zuchtreifen Färsen, die die Optimalkondition mit 380 bis 420 kg Körpermasse bzw. ein Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben

Diese Tiere dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch einen Besamungsstopp haben.

Brunstnutzungsrate (BNR)

Die Brunstnutzungsrate kennzeichnet
  • den Anteil an Kühen, die nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder einer betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ) in einem Zeitraum von 21 Tagen erstbesamt und/oder nachbesamt wurden im Verhältnis zu den, in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung/Besamung vorgesehenen Tiere.
  • den Anteil an Färsen, die nach Erreichen der Optimalkondition bzw.  nach dem 14. Lebensmonat besamt wurden im Verhältnis zu den, in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung/Besamung vorgesehenen Tiere.

Anzahl besamter Tiere (in 21 Tagen) x 100
Brunstnutzungsrate (BNR)=
Anzahl zur Besamung anstehende Tiere (in 21 Tagen)

Die Anzahl zur Besamung vorgesehener Tiere ergibt sich aus den

  •  noch nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit  (42 Tage) oder der FWZ bzw.
  •  noch nicht besamten zuchtreifen Färsen, die die Optimalkondition bzw. ein Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben.

Diese Tiere beziehen sich auf den Zeitraum von 21 Tagen. Sie dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch einen Besamungsstopp haben. Die 21 Tage können sich entweder auf einen Kalenderzeitraum von genau 21 Tagen beziehen oder auf ein durchschnittliches Brunstintervall von 21 Tagen in einem frei wählbaren Zeitraum.

Im betrieblichen Controlling sind die physiologisch bedingte Mindestrastzeit bei Kühen und die Lebensmonate bei Färsen frei einstellbar.

Schätzung mittels Formel: Die BNR kann aus dem Besamungsindex (BI), der Güstzeit (GZ) und der Wartezeit (FWZ) wie folgt berechnet werden:

In der Formel werden abgegangene Kühe, bis auf Abgänge wegen Unfruchtbarkeit, nicht berücksichtigt.

BI * 21 * 100
Brunstnutzungsrate (BNR)=
GZ – (FWZ – 21/2)

Die BNR kann für folgende Spezifikationen berechnet werden:

Die freiwillige Wartezeit (FWZ) ergibt sich entweder aus der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder der betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ)

Brunstnutzungsrate für Erstbesamungen (BNREB)

Die Brunstnutzungsrate für Erstbesamungen kennzeichnet
  • den Anteil an Kühen, die nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder einer betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ) in einem Zeitraum von 21 Tagen erstbesamt wurden im Verhältnis zu den, in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung/Besamung vorgesehenen Tiere.
  • den Anteil an Färsen, die nach Erreichen der Optimalkondition bzw.  nach dem 14. Lebensmonat erstbesamt wurden im Verhältnis zu den, in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung/Besamung vorgesehenen Tiere.

Anzahl erstbesamter Tiere x 100
Brunstnutzungsrate (BNREB)=
Anzahl zur Erstbesamung anstehender Tiere

Die Anzahl zur Esrtbesamung vorgesehener Tiere ergibt sich aus den

  •  noch nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit  (42 Tage) oder der FWZ bzw.
  •  noch nicht besamten zuchtreifen Färsen, die die Optimalkondition bzw. ein Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben.

Diese Tiere beziehen sich auf den Zeitraum von 21 Tagen. Sie dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch einen Besamungsstopp haben. Die 21 Tage können sich entweder auf einen Kalenderzeitraum von genau 21 Tagen beziehen oder auf ein durchschnittliches Brunstintervall von 21 Tagen in einem frei wählbaren Zeitraum.

Im betrieblichen Controlling sind die physiologisch bedingte Mindestrastzeit bei Kühen und die Lebensmonate bei Färsen frei einstellbar.

Schätzung mittels Formel: Die BNR kann aus der Rastzeit (RZ) und der freiwilligen Wartezeit (FWZ) wie folgt berechnet werden:

21 * 100
Brunstnutzungsrate (BNREB)=
RZ – (FWZ – 21/2)

BNREB21/42/63 = Prozentsatz der Tiere, die innerhalb von 21/42/63 Tagen nach Ablauf der freiwilligen Wartezeit besamt wurden.

Die freiwillige Wartezeit (FWZ) ergibt sich entweder aus der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder der betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ)

Bullenmast

In der Bullenmast werden die männlichen Nachkommen von Milchviehrassen oder aber die männlichen Nachkommen spezieller Fleischrassen aufgezogen und bis zu einem Lebendgewicht von etwa 700 kg gemästet. In der Bullenmast wird Wert auf hohe Tageszunahmen von über 1.200g / Tier und Tag gelegt. Dabei ist die tatsächliche Höhe der Tageszunahmen stark abhängig von der Qualität der eingesetzten Futtermittel, der Rationsgestaltung, der Haltungs- und Managementbedingungen, sowie der Genetik der Tiere.

Buttersäure

Buttersäure (Butyrat) macht 12 bis 18% der Fettsäureproduktion im Pansen aus.

Sie wird größtenteils zu Ketonkörpern umgewandelt und zur Fettsäuresynthese im Körperfettgewebe und im Euter genutzt. 8 – 25% des Milchfettes stammen aus der Buttersäure.

Calcium (Ca)

Calcium (Ca) ist neben Phosphor (P) Baustoff für Knochen und Zähne sowie Bestandteil der Gewebe und Körperflüssigkeiten. Je nach Anforderung des Körpers an den Mineralstoffhaushalt wird Calcium in oder aus dem Knochendepot ein- oder ausgelagert.

Für den physiologisch richtigen Ablauf des Stoffwechselgeschehens ist es von lebenswichtiger Bedeutung. Gemeinsam mit Magnesium steuert Calcium die Nervenfunktionen. Vor allem im Transitmanagement ist eine Überversorgung mit Calcium als Ursache der Folgekrankheit Gebärparese einschließlich dem Festliegen der Kühe bekannt.

CNCPS

CNCPS bedeutet ausgeschrieben Cornell Net Carbohydrate and Protein System. Es wurde in den 1970er- Jahren an der Cornell Universität in den USA entwickelt. Das CNCPS-Modell berücksichtigt bei der Futteranalyse eine exaktere Untersuchung von ProteinFett und Kohlenhydraten. Es geht nicht nur um die reinen Nährstoffgehalte, sondern betrachtet ebenso die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt sowie die Passagerate. Außerdem bezieht es spezifische Tier- und Umweltfaktoren mit ein. Das Modell schlüsselt Kohlenhydrat- und Proteinfraktionen an Hand spezifischer Verdaulichkeiten oder Bindungen mit Faserfraktionen gezielt auf. So kann die Synchronisation im Pansen exakter erfasst werden. Genaue Aussagen über die Versorgungslage mit den essentiellen Aminosäuren können getroffen werden.

CNCPS
Rohasche
RohproteinA1A2
B1B2
C
RohfettC14:0
C16:0
C18:0C18:1C18:2C18:3
KohlenhydrateA1A2A3A4
B1B2B3

Coli Bakterium, Escherichia Coli

Das E.coli-Bakterium wurde 1919 von Theodor Escherich entdeckt und nach ihm benannt. E.coli-Bakterien kommen vorwiegend im tierischen wie auch im menschlichen Darm vor und sind daher auch als Fäkalkeime bekannt. Es handelt sich um säurebildende, stäbchenförmige, gramnegative (lactosepositive) Bakterien. E.coli-Bakterien ernähren sich vor allem von Zucker und Aminosäuren. E.coli-Bakterien sind anaerobe Mikroorganismen und haben die Fähigkeit benötigte Energie aus der Säuregärung zu ziehen.

Conception Risk (CR)

Die Conception Risk (CR) gibt an, den prozentualen Anteil der Tiere, die in einer Brunstperiode (21 Tage) tragend wurden, bezogen auf die Tiere, die in diesem Zeitraum besamt wurden.

Anzahl tragende Tiere x 100
Conception Risk (CR)=
Anzahl besamte Tiere

PubMed

Darmepithel

Zellschicht (Epithel), die die Innenseite des Darms bedeckt. Die Zellen des Darmepithels dienen der Sekretion und Resorption. Bei Wirbeltieren besteht das Darmepithel aus einer einschichtigen Lage von Zellen, die Verdauungsenzyme und Schleim produzieren sowie Nährstoffe aus dem Darm resorbieren.

Darmflora

Zusammenfassende Bezeichnung der im Darm von Tieren und Menschen vorhandenen, regelmäßig nachweisbaren Bakterien (Darmbakterien) und Pilze oder auch nur der Bakterien; vorwiegend im Dickdarm angesiedelt.

DDcontrol

Mortellaro oder wissenschaftlich Dermatitis Digitalis (DD) ist eine Faktorenerkrankung. Ein einzelner Fall schlägt mit 300 bis 500 Euro an Milchgeldverlust, Behandlungskosten usw. zu Buche. Auch wenn die Haltungsumwelt (neben einer Infektionsquelle) den größten Einfluss auf das Auftreten von DD hat, gibt es auch eine erbliche vermittelte Resistenz gegen die Erkrankung. Mit dem Zuchtwert DDcontrol werden ab August 2018 deutsche Bullen gekennzeichnet, die eine besonders hohe Resistenz an ihre Nachkommen weitergeben.

Wissenschaftliche Auswertungen der Genomdaten haben gezeigt, dass es eine Reihe von Bereichen auf dem Erbgut der Kühe gibt, die einen großen Anteil daran haben, ob ein Tier anfälliger oder weniger anfällig gegenüber der Erkrankung ist. Diese genetische Struktur bedingt allerdings, dass sich im mittleren Zuchtwertbereich die Unterschiede zwischen den Bullen kaum gegeneinander abgrenzen lassen. Sehr klare Unterschiede zeigen sich allerdings, wenn Bullen mit hohen DDcontrol Zuchtwerten mit Tieren mit einer großen genetischen Anfälligkeit verglichen werden. Aus diesem Grund wird der neue Mortellaro-Zuchtwert nicht wie gewohnt als Relativzuchtwert für alle Bullen veröffentlicht: Die 10 % besten Bullen erhalten die Auszeichnung DDpremium und weitere 15 % das Label DDcontrol, so dass insgesamt die 25 % besten Bullen gekennzeichnet werden. Der Landwirt kann also aus einer breiten Basis exzellenter DDcontrol Vererber schöpfen.

Am besten funktioniert DDcontrol, wenn der Zuchtwert als Gesamtkonzept zusammen mit regelmäßiger Klauenpflege und einer Optimierung der Haltungsbedingungen und Fütterung eingesetzt wird. Hierbei hilft u.a. das eLearning – Programm „Klauenfitnet“. (gekürzt)

Till Masthoff
Bundesverband Rind und Schwein e.V.

Quelle: https://www.rind-schwein.de/brs-rind/mortellaro.html

Dermatitis Digitalis (DD)

Hervorgerufen wird DD durch sogenannte Treponemen, bewegliche schraubenförmige Bakterien. Diese gelangen meist durch befallene Zukaufstiere in den Bestand und verbreiten sich durch einzelne erkrankte Tiere in der Haltungsumwelt der Rinder. Doch nur das bloße Vorhandensein der Treponemen reicht für einen Krankheitsausbruch bei einem Tier nicht aus. Erst wenn eine Kuh z.B. durch einen Energiemangel in der Hochlaktation in ihrer Abwehrkraft geschwächt ist, können die Erreger die Immunabwehr des Tieres überwinden und Krankheitssymptome hervorrufen. Nach einer Übertragung bohren sich die Treponemen aktiv in die tiefen Hautschichten der Klauenhaut, dorthin wo sie weder das Immunsystem des Tieres noch Medikamente erreichen können. Bricht die Krankheit bei einer Kuh aus, zeigen sich in der Frühphase zunächst kleine scharf abgegrenzte Läsionen, meist am weichen Ballen oder im Zwischenklauenspalt. In der Frühphase ist die Erkrankung noch nicht schmerzhaft, so dass zunächst noch keine Lahmheit bei den Tieren auftritt. Das tiefrote, runde und höckerige Erscheinungsbild der Läsion haben der Dermatitis ihren deutschen Spitznamen Erdbeerkrankheit eingebracht. Bleibt DD in der Frühphase unentdeckt, breitet sie sich weiter auf der Klauenhaut aus und wird schmerzhaft für die Tiere. Im Stall fallen akute Fälle durch eine leichte bis mittelgradige Lahmheit auf. Beim Blick auf die Klauenhaut unmittelbar oberhalb des weichen Ballens der Hintergliedmaßen bestätigt sich dann der Verdacht: Mortellaro. Wird nun behandelt, ziehen sich die Treponemen tief in die Klauenhaut zurück. Es entsteht die chronische DD, die als solche kaum noch zu erkennen ist. Wird das Immunsystem der Kuh z.B. durch eine Hitzeperiode oder eine Kalbung geschwächt, flackert die Erkrankung wieder auf und der Teufelskreis beginnt von neuem. (gekürzt)

PubMed Quelle

DLG

Das Wort DLG steht als Akronym für Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Die DLG wurde 1885 von Max Eyth gegründet. Die DLG ist die Spitzenorganisation der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit über 22.000 Mitgliedern. Die DLG testet Land- und Kommunaltechnik sowie landwirtschaftliche Betriebe und Betriebsmittel. Die DLG prüft Mischfutter, Siliermittel, Reinigungs-, Desinfektions-, Euterhygiene- sowie Stalldesinfektionsmittel und Düngekalk. Nach erfolgreicher Prüfung auf Grundlage der hohen DLG-Maßstäbe wird das DLG-Gütezeichen vergeben. Die Qualitätsvorgaben orientieren sich an den Anforderungen der Praxis und entsprechen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die DLG testet über 24.000 Produkte im Jahr. Mit einem breiten Produktangebot an Tests liefert die DLG klare Aussagen zu geprüfter Technik. Die Prüfungen liefern das Fundament für neutrale Praktikerinformationen. Grundlage für die Messungen sind internationale Standards und Normen sowie selbst entwickelte Tests anhand praktischer Anforderungen. Die DLG-Prüfstelle ist national und international akkreditiert und notifiziert. Das Testzentrum in Groß-Umstadt entwickelt modernste Messtechnik und leistungsfähige Prüfeinrichtungen. „ISOBUS“ bzw. „ISOagriNET“, die standardisierten BUS-Systeme für die Außen- und Innenwirtschaft, erlauben in der Landtechnik einen herstellerübergreifenden Datentransfer zwischen Schleppern und Anbaugeräten sowie in der Tierhaltungstechnik den Datentransfer zwischen einzelnen Systemen bis hin zur systemübergreifenden Dokumentation. Diese internationalen Prüfstandards wurden von der DLG mitentwickelt und schließen mit dem DLG-Zertifikat ISOBUS-conform und ISOagiNET-conform ab.

Die DLG ist ein neutrales offenes Forum des Wissensaustausches und der Meinungsbildung. Die DLG organisiert Fachausstellungen für die Land- und Ernährungswirtschaft. Es finden Tagungen und Seminare statt wo kommuniziert und diskutiert wird. Außerdem bietet die DLG viele Aus- und Weiterbildungsangebote für die Land- und Ernährungswirtschaft.

Doppelbesamungen oder Folgebesamung in der gleichen Brunst

Als Folge der Gleichsetzung  von Nach- und Wiederholungsbesamungen wird eine erneute Besamung, deren Abstand zur jeweils vorhergehenden Erst- oder Nachbesamung bis zu 10 Tagen beträgt, als Doppelbesamung bzw. Folgebesamung in der gleichen Brunst bezeichnet.

(In Baden Württemberg beträgt diese Differenz 15 Tage.)

Sie erhöhen nicht die Anzahl der Besamungen, sondern die Anzahl der Portionen.

Richtwert: Anteil der Folgebesamungen an den Gesamtbesamungen unter 5%

DS (1.3) Doppelte Sohle

Definition: Bei der Rehe- und/oder Trauma-bedingten doppelten Sohle handelt es sich um einen Hohlraum zwischen zwei Lagen des Sohlenhorns, der mit bröckeliger Hornsubstanz angefüllt ist.

Vorkommen und Aussehen: Eine doppelte Sohle entsteht infolge von Störungen in der Hornbildung, meist infolge einer Rehe. Infolge der Quetschung der Sohlenlederhaut wird zunächst qualitativ minderwertiges Horn gebildet. Nach Abklingen der Rehe wird wiederum gesundes Sohlenhorn produziert. Die Doppelsohlenbildung wird in der Regel während des Klauenschnitts sichtbar.

Behandlung und Vorbeuge: Anlässlich des Klauenschnittes werden lose Anteile des Sohlenhornes entfernt bis das gesunde, nachgewachsene Horn sichtbar wird. Vorbeuge siehe unter 1.

Duodenum

Zwölffingerdarm, erster Abschnitt des Dünndarms.

Durchfall

Bei Durchfallerkrankungen kommt es zu sehr häufigen Abgaben von dünnflüssigem Stuhl, wobei dies auch in Kombination mit Koliken auftreten kann. Durchfallerkrankungen bei Tieren (natürlich auch bei Menschen) gehen von verschiedenen Ursachen aus. Hauptverantwortliche sind oft Viren (Corona- und Rotaviren), bakterielle Erreger (E.coli-Bakterien, sowie Salmonellen). In selteneren Fällen kommen auch Parasiten in Betracht. Durchfallerkrankungen sind die Todesursache Nummer Eins bei Kälbern in den ersten beiden Lebenswochen.

Durchschnittskuhbestand

Es gibt 3 Möglichkeiten, den Durchschnittskuhbestand zu errechnen:

(Summe der Futtertage aller (A+B)-Kühe für ein Jahr)
Durchschnittskuhbestand=
365 Tage

Anfangsbestand + Summe der Monatsendbestände
Durchschnittskuhbestand=
Anzahl der Auswertungsmonate + 1

Anfangsbestand + Endbestand
Durchschnittskuhbestand=
2

Der Durchschnittskuhbestand kann über beliebige Zeiträume berechnet werden.

Dysenterie

Früher auch als Ruhr bezeichnet. Bei der Dysenterie kommt es zu einer entzündlichen Erkrankung des Dickdarms, welche von den Toxinen der Shigellen (gramnegative Stäbchenbakterien) hervorgerufen wird. Der Dickdarm produziert vermehrt Schleim, es kommt zu herdförmigen Nekrosen, Blutungen und einer verminderten Resorption. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 3 Tage. Es kommt zu Koliken und sehr starken blutigen Durchfällen mit all seinen negativen Folgen. Ein Dysenterieausbruch in einem Bestand führt zu großen wirtschaftlichen Verlusten.

Elektrolyte

Elemente, die in wässriger Lösung in der Lage sind, den elektrischen Strom zu leiten. Zu den Stoffen zählen neben Säuren und Basen auch die Salze. Die Verteilung dieser Stoffe im Körper bildet ein empfindliches Gleichgewicht, den Elektrolythaushalt. Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid. Der Austausch der Elektrolyte erfolgt aktiv oder passiv durch die Zellmembran. Durch diesen Ionentransport ändert sich die Spannung an der Zellmembran, wodurch die Steuerung aller Prozesse, die auf Zellebene ablaufen, erst ermöglicht wird.

Energie

Rinder benötigen, je nach Lebens- und Leistungsphase, für Erhaltung, Trächtigkeit, Milchleistung und Wachstum Energie. Diese kann über Energiekomponenten, wie Gerste, Weizen und Mais bereitgestellt werden.

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf einen Reiz. Ursachen einer Entzündung sind häufig Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze.

Enzyme

Körpereigene, in der Regel spezifische Biokatalysatoren von Stoffwechselreaktionen. In der Tierernährung ermöglichen Enzyme, die nicht Körpereigen sind, die Verdauung von Nährstoffen, die sonst nicht verfügbar sind. Phytase macht unter anderem in Getreide enthaltenes, gebundenes Phosphor für die Tiere verfügbar.

Erbfehler Haplotyp 5

Seit 2013 ist der Erbfehler HH5 (fruchtbarkeitsbeeinträchtigender Haplotyp 5) in der Holsteinpopulation bekannt. Er ist schuld an Fortpflanzungsstörungen, die seit vielen Jahren auftreten. Auch unter optimalen Bedingungen kommt es aufgrund von HH5 immer wieder vor, dass Kälber vor der Geburt sterben. Dieser frühe Fruchttod führt jedes Jahr zu erheblichen Verlusten in der  Tierzucht.

Erstbesamung (EB)

Erstbesamung ist die erste Besamung eines Jungrindes (womit es zur Färse wird) bzw. die erste Besamung einer Kuh nach der Kalbung. Als Erstbesamung gilt weiterhin jede Besamung, deren Differenz zur vorangegangenen Besamung größer als 224 Tage ist.

(Minimale Trächtigkeitsdauer 210 Tage + minimale Rastzeit 15 Tage = 225 Tage).

Erstbesamungsalter (EBA)

Das Erstbesamungsalter ist das Alter eines Jungrindes bei der Erstbesamung

Erstbesamungsalter (EBA)=Datum der ersten Besamung – Geburtsdatum

Richtwerte:

  • Körpermasse: 380 bis 420 kg
  • Lebensalter: 14–18 Monate (426 bis 548 Tage)

Erstbesamungsindex (EBI)

Der Erstbesamungsindex entspricht dem Besamungsindex (BI) bezogen auf Erstbesamungen.

Erstkalbealter (EKA)

Das Erstkalbealter ist das Alter der Färse bei ihrer ersten Kalbung.

Erstkalbealter (EKA)=Datum der ersten Kalbung – Geburtsdatum

Richtwerte:

  • 24 bis 26 Monate (730 bis 791 Tage)

PubMed

Essigsäure

Essigsäure (Acetat) macht 50 – 60% der im Pansen produzierten flüchtigen Fettsäuren aus. Sie entsteht bevorzugt bei Fütterung einer rohfaserreichen Ration.

Essigsäure wird benötigt für die Fettsäuresynthese im Euter und im Körperfettgewebe. 17 -45% des Milchfettes entstammt der Essigsäure aus dem Pansen. Sie dient außerdem der Energiegewinnung und ist Ausgangspunkt der Ketonkörper Bildung.

Euter

Als Euter wird die Milchdrüse der weiblichen kleinen (Schafe, Ziegen) und großen Wiederkäuer (Rinder) bezeichnet. Die Milchdrüse des Rindes besteht aus vier Milchdrüsenkomplexen, von denen je zwei eine rechte und eine linke Euterhälfte mit je einem vorderen und hinteren Euterviertel bilden. Die Milchdrüse der Schafe und Ziegen und besteht nur aus zwei Milchdrüsenkomplexen, welche eine rechte und linke Euterhälfte bilden. Die einzelnen Euterviertel, bzw. Euterhälften sind deutlich voneinander getrennt. Es findet kein Austausch untereinander statt. So kommt es nur in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Erkrankungen einzelner Viertel oder Hälften innerhalb der Milchdrüse auf die anderen Viertel / die andere Hälfte. Eine Verschleppung von Erkrankungen auf andere Milchdrüsenkomplexe ist meistens Folge einer unzureichenden Melk- und / oder Liegeboxenhygiene.

Eutergesundheit

Zur Beurteilung der Eutergesundheit werden der Gehalt an somatischen Zellen und der Keimgehalt der ermolkenen Milch herangezogen. Dabei ist zu beachten, dass der Keimgehalt der Tankmilch in erster Linie ein Parameter der Milchqualität und weniger der Eutergesundheit ist, da eine bakterielle Verunreinigung von außen möglich ist. Ohne äußerliche Verunreinigung enthält die Zisternenmilch ca. 100.000 Keime je Milliliter, Alveolarmilch gesunder Euterviertel enthält deutlich weniger Keime, die Konzentration beträgt zwischen 1.000 und 10.000 Keime je Milliliter. Milch bakteriell infizierter Viertel enthält mehr als 10.000 Keime je Milliliter. Anders als der Keimgehalt der Milch gibt der Gehalt an somatischen Zellen deutlichen Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Euters.

Exterieur (Linear Profil)

Ein funktionaler Körperbau ist Grundlage für eine hohe Leistung über mehrere Laktationen. 18 lineare Merkmale werden durch den Klassifizierer beschrieben. Die Nachkommen von Besamungsbullen werden auf Basis einer Stichprobe der Nachkommenprüfung für die Merkmale der äußeren Erscheinung in der ersten Laktation nach den Vorgaben und Mindestkriterien der Zuchtverbände unterzogen.

  • Größe
  • Milchcharakter
  • Körpertiefe
  • Stärke
  • Beckenneigung
  • Beckenbreite
  • Hinterbeinwinkelung
  • Klauenwinkel
  • Sprunggelenk
  • Hinterbeinstellung
  • Bewegung
  • Hintereuterhöhe
  • Zentralband
  • Strichplazierung vorne
  • Strichplazierung hinten
  • Vordereuteraufhängung
  • Eutertiefe
  • Strichlänge

Für die Kuheinstufung werden die Ausprägungen in den 4 Merkmalsbereichen

  • Milchtyp (10%)
  • Körper (20%)
  • Fundament (30%)
  • Euter (40%)

ermittelt. In jeder Laktation kann eine Bewertung der Kuh vorgenommen werden. Grundsätzlich ist die letzte Bewertung mit Angabe der Laktationsnummer auf den Zuchtunterlagen (z. B. Zuchtbescheinigung) und bei Veröffentlichungen (z. B. Kataloge) anzugeben.

Zusammengefasst:

  • die Devise „alle Balken nach rechts“ gilt schon lange nicht mehr ⇒ entscheidend ist immer die Anpaarung
  • viele Merkmale haben bei einem Wert von 100 das Optimum
  • keine Angst vor Zuchtwerten unter 100 bei Milchtyp/ Körper ⇒ diese sind oft positiv bei der Anpaarung
  • Bewegung ist das einziges Maximalmerkmal
  • je nach Merkmal bedeutet eine Standardabweichung zwischen 1,2 und 1,4 Linearnoten
  • der RZN sollte immer das erste Selektionsmerkmal sein

Exterieurmerkmale

Linearmerkmal
/ Trait
Abkürzung
Abbreviation
Extremwerte
/Extremes
Extremwerte
/Extremes
Milchcharakter / Dairy character
Milchcharakter / Dairy characterMCh / DCderbscharf/edel
Körper / Body
Größe / StatureGrö / Stakleingroß
Körpertiefe / Body depthKTi / BDwenigviel
Stärke / Chest widthStä / CWschwachstark
Beckenneigung / Rump angleBNe / RAansteigendabfallend
Beckenbreite / Rump widthBBr / RWschmalbreit
Body Condition Score / BCSBCS / BCSmagerfett
Fundament / Feet
Hinterbeinwinkelung
/ Rear leg set side view
HWi
/ RLs
steilgewinkelt
Klauenwinkel / Foot angleKWi / FAflachsteil
Sprunggelenk / Hock qualitySpr / HQderbtrocken
Hinterbeinstellung
/ Rear leg set rear view
HSt
/ RLr
hackenengparallel
Bewegung / LocomotionBew / Loclahmgut
Euter / Udder
Hintereuter / Rear udder heightHEu / RUHtief/schmalhoch/breit
Zentralband / Central ligamentZBa / CLschwachstark
Strichplatzierung vorne
/ Teat placement front
SPv
/ TPf
außeninnen
Strichplatzierung hinten
/ Teat placement rear
SPh
/ TPr
außeninnen
Vordereuteraufhängung
/ Fore udder attachmen
VEu / FUAlosefest
Eutertiefe / Udder depthETi / UDtiefhoch
Strichlänge / Teat lenghtSLä / TLkurzlang
Einstufungsnoten / Scores
Milchtyp / Dairy typeMty / DT
Körper / BodyKörp / Body
Fundament / Feet and legsFund / F&L
Euter / UdderEut / Udder

Färse

Weibliches Jungrind ab der ersten Besamung. Ab der ersten Kalbung (Erstkalbung) wird die Färse zur Erstkalbin oder Jungkuh.

PubMed

Färsenkonzeptionsalter (FKA)

Das Färsenkonzeptionsalter ist das Alter der Färse beim Erreichen der Trächtigkeit. Dabei gilt das Datum der Besamung aus der die Färse trächtig geworden ist.

(Datum der letzten Besamung, aus der die Färse tragend ist – Geburtsdatum)
Färsenkonzeptionsalter (FKA)=
30,4375

Richtwert:

  • 16 bis 19 Monate (487 – 578 Tage)

Fermentation, Fermentierung

Fermentation oder Fermentierung bezeichnet in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder aber durch Zusatz von Enzymen.

Fettmobilisation, Fettmobilisationssyndrom

Fettmobilisation bzw. das Fettmobilisationssyndrom tritt in der Regel um die Geburt des Kalbes herum auf. Häufig leiden vor der Geburt verfettete Tiere an diesem Syndrom. Sie bauen stark Körperfett ab. Ketosen, Festliegen sind Beispiele für Folgen dieser Erkrankung.

Fettsäuren

Fettsäuren sind Bausteine für Hormone und nehmen eine wichtige Rolle bei der Verwertung fettlöslicher Vitamine ein. Generell unterscheidet man zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Kohlenstoffatome (C) gefolgt von der Anzahl der ungesättigten Gruppen

  • C14:0 gesättigte Fettsäure -Myristinsäure
  • C16:0 gesättigte Fettsäure – Palmitinsäure
  • C18:0 gesättigte Fettsäure – Stearinsäure
  • C18:1 einfach ungesättigte Fettsäure – Ölsäure
  • C18:2 zweifach ungesättigte Fettsäure – Linolsäure
  • C18:3 dreifach ungesättigte Fettsäure – Linolensäure

Freiwillige Wartezeit (FWZ)

Freiwillige Wartezeit (FWZ) ist für Kühe die betrieblich festgelegte Zeitspanne nach der Kalbung, in der kein Tier besamt werden soll.

Richtwert:

  • Bestand: über 45 und unter 70 Tagen liegen.
  • Kühe: 60 Tage nach der Kalbung (in Abhängigkeit von der Leistung und Körperkondition).
  • Färsen: 15 Lebensmonate.

PubMed

Fruchtbarkeit

Als Fruchtbarkeit bezeichnet man im Allgemeinen das Fortpflanzungsvermögen unserer Nutztiere. Parameter der Fruchtbarkeit sind in Milchviehbeständen vorrangig die Zwischenkalbezeit und der Besamungsindex. Entscheidenden positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeitslage einer Herde haben die Qualität der Futtermittel, die Rationsgestaltung, die Haltungsbedingungen und der Gesundheitsstatus. Dieser wiederum wird ebenfalls maßgeblich durch die Fütterung und die Haltung der Tiere bestimmt.

Für wen ist der KuhWert gedacht

Der KuhWert soll Landwirte und Herdenmanager und Berater bei der Planung der Bestandsergänzung unterstützen.

  • Verbleib von Kühen und vorhandenen Ersatzfärsen zur weiteren Zucht / Produktion
  • Zum Abgang / Verkauf aus dem Betrieb

Futteranalyse

Die Futteranalyse umfasst alle Untersuchungen, die erforderlich sind, um den Nährwert eines Futtermittels anzugeben.

Futtereffizienz

Die Futtereffizienz ist eine Kennzahl zur Bewertung der Futterverwertung. Sie gibt an, wieviel Milch die Kühe aus einem Kilogramm Trockensubstanz produzieren. Je mehr Milch daraus umgesetzt wird, desto höher ist die Futtereffizienz.

Futterverwertung (FCR)

Die Futterverwertung (FCR = feed conversion rate) ist in der Nutztierhaltung ein Maß, das den Futterverbrauch je Einheit Leistung beschreibt. Die Futterverwertung beschreibt demnach die Effizienz der Umsetzung von Futternährstoffen in Körpermasse (Mastvieh) oder Milchleistung (Milchvieh), wobei für die Ermittlung der Umsetzungseffizienz in der Milchproduktion üblicherweise die Kraftfuttereffizienz und die Grundfutterleistung als Parameter herangezogen werden. Die Futterverwertung gibt an, wie viel Futter für die Erzeugung von 1 kg Fleischzuwachs notwendig ist.

FCR = Futterzufuhr (kg) / Zuwachs (kg)

Der Begriff ist allerdings kein wissenschaftlicher Parameter, sondern dient eher zum Vergleich von Leistungsstandards. Die Futterverwertung gibt keinen Aufschluss über die Qualität des Zuwachses oder die Qualität des Futters.

Futterzusatzstoffe

Zusatzstoffe werden auf Grund ihrer positiven Eigenschaften für Tier, Leistung, Gesundheit etc. eingesetzt. Man unterscheidet:

Gesamtträchtigkeit (GESTR)

Anteil der tragenden Kühe am Bestand der lebenden Kühe.

Anzahl tragender Kühe
GESTR=
Anzahl lebender Kühe

Die Gesamtträchtigkeit (GESTR) ist von den Trächtigkeitsraten zu unterscheiden.

Geschützte Fette

Geschützte Fette sind behandelt oder mit anderen Substanzen kombiniert, um sie vor dem Angriff der Pansenbakterien zu schützen und ihren Abbau im Pansen zu verhindern. Sie werden erst im Darm enzymatisch abgebaut.

Gesundheitszuchtwerte

Die deutsche Holsteinzucht führt erstmals direkte genomische Gesundheitszuchtwerte ein. Die Gesundheitszuchtwerte zeigen auf, welche Vererber widerstandsfähige Nachkommen hervorbringen. Sie verbessern damit effektiv, schnell und zielgenau die Tiergesundheit in der Herde ohne auf Leistung verzichten zu müssen. Ab sofort erscheinen mit den Zuchtwertschätzungen diese fünf neuen Gesundheitszuchtwerte:

  • RZEuterfit mit Merkmalen zu klinischer und subklinischer Mastitis
  • RZKlaue mit Merkmalen zu Klauenerkrankungen
  • RZMetabol mit Merkmalen zu Stoffwechselerkrankungen
  • RZRepro mit Merkmalen zu Störungen der Fortpflanzung
  • RZGesund als Gesamtzuchtwert, in dem alle vier Werte entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet sind

Insgesamt 13 Merkmale sind in den neuen Komplexzuchtwerten berücksichtigt. Möglich geworden sind die genomischen Zuchtwerte durch mehrere große Projekte zur genomischen Typisierung und zur systematischen Gesundheitsdatenerfassung in deutschen Betrieben. Die Daten sind daher sehr gut an deutsche deutscher Herden- und Betriebsstrukturen angepasst. Die genomischen Zuchtwerte bieten Sicherheiten zwischen 0,5 und 0,6 – diese Werte sind für ein Gesundheitsmerkmal sehr hoch und sprechen für die überlegene Datenqualität der deutschen Relativ-Zuchtwerte und Zuchtwertschätzverfahren.

GfE

Gesellschaft für Ernährungsphysiologie

Glycerin

Glycerin ist ein Grundbestandteil aller Fette (Triglyceride). Es hat als Futtermittel die Funktion eines Energielieferanten. Der Glycerinanteil ist ja nach Fett/Öl unterschiedlich.

Glykogen

Der tierische Organismus speichert Kohlenhydrate in Form von Glykogen. Als Speicherorgane dienen vor allem die Leber und in geringerem Maße auch die Muskulatur.

Grassilage

Grassilage wird aus Wiesen- oder Ackergras gewonnen. Durch luftdichte Lagerung wird die Silage haltbar gemacht, in dem die Milchsäuregärung abläuft.

Sensorische Qualitätsüberprüfung:

Muss aromatisch riechen und nicht in der Nase stechen. Deutlicher Buttersäuregeruch (sehr unangenehm) und / oder Essigsäuregeruch deuten auf eine Fehlgärung und schlechte Qualität hin. Dies führt zu einer verminderten Akzeptanz des Futters durch die Kühe => schlechte Futteraufnahme, schlechte Energieversorgung, Folgeerkrankungen (Fruchtbarkeitsstörungen, Klauenerkrankungen, Euterentzündungen). Es darf kein Schimmel sichtbar sein. Die Grashalme sollten möglichst kurz sein. Es sollten keine Erdklumpen in der Silage zu finden sein.

Trockensubstanz:

Wenn beim Wringen in der Hand Wasser austritt ist die Silage zu feucht (u.U. dadurch schlechtere Futteraufnahme, Fehlgärung etc.). Nach dem Drücken in der Hand sollte die Handfläche kleben, dann ist der Zuckergehalt als gut einzustufen. Keine Nacherwärmung (die Silage muss kühl sein nicht wärmer als Umgebungstemperatur, da durch Nacherwärmung ein Nährstoff- und Energieverlust entsteht, Schimmelbildung in Gang gesetzt wird und die Futteraufnahme leidet). Keine losen Futterreste vor dem Silagestock, diese ist prädestiniert für Nacherwärmung.

Verdichtung:

mit Kugelschreiber überprüfen (wenn Sie einen Kugelschreiber in die Silage drücken können, war  Verdichtung nicht ausreichend).

Anschnittsfläche:

Möglichst eine glatt Schnittfläche, damit die Oberfläche nicht aufgelockert wird und kein Sauerstoff eintritt. Diese ist von der Entnahmetechnik abhängig:

  • Schneidzangen / Blockschneider / Fräsen entnehmen sauber und hinterlassen glatte Fläche
  • Greifzangen /Schaufeln reißen Futter heraus und lockern auf.

Abdeckung:

Möglichst die Folie nur soweit wie nötig zurückziehen, um das Futter für den jeweiligen Tag zu entnehmen.

Grobfutterverdrängung

Je mehr Kraftfutter einer Kuh zugeteilt wird, desto weniger Grobfutter frisst sie.

Güstzeit (GZ) oder Zwischentragezeit (ZTZ) bzw. Serviceperiode

Die Güstzeit ist die bedeutendste Fruchtbarkeitskennziffer.

Sie berechnet sich aus dem Zeitraum zwischen der Kalbung und der erfolgreichen Besamung.

Richtwerte:

  • Bestand: 85 bis 125 Tage
  • Kühe: 42 bis 125 Tage

Haplotypen

HH1
IN = Imputed Negative
IV = Imputed Verdacht
H1C=HH1-Carrier
H1F=Frei von HH1
H1H=Homozygot (nicht lebensfähig)
H1N=Negativ
H1P=Positiv
H1S=Homozygot (nicht lebensfähig)
H1V=Verdacht

HH2
IN = Imputed Negative
IV = Imputed Verdacht
H2C=HH1-Carrier
H2F=Frei von HH2
H2H=Homozygot (nicht lebensfähig)
H2N=Negativ
H2P=Positiv
H2S=Homozygot (nicht lebensfähig)
H2V=Verdacht

HH3
IN = Imputed Negative
IV = Imputed Verdacht
H3C=HH3-Carrier
H3F=Frei von HH3
H3H=Homozygot (nicht lebensfähig)
H3N=Negativ
H3P=Positiv
H3S=Homozygot (nicht lebensfähig)
H3V=Verdacht

HH4
IN = Imputed Negative
IV = Imputed Verdacht
H4C=HH4-Carrier
H4F=Frei von HH4
H4H=Homozygot (nicht lebensfähig)
H5N=Negativ
H5P=Positiv
H4S=Homozygot (nicht lebensfähig)
H5V=Verdacht

HH5
IN = Imputed Negative
IV = Imputed Verdacht
H5C=HH5 Carrier
H5F=Frei von HH5
H5H=Homozygot (nicht lebensfähig)
H5N=Negativ
H5P=Positiv
H5S=Homozygot (nicht lebensfähig)
H5V=Verdacht

Hemizellulose

Hemizellulosen sind leicht lösliche Zellwandsubstanzen. Nach der Zellulose sind sie der wichtigste Bestandteil der pflanzlichen Zellwand.

Siehe auch NDF

Herdenparameter

gleitend aus den MLP-Daten des letzten Jahres

Hintergrundwissen – Besamungsindex und Besamungsaufwand

Während der Besamungsindex (BI) den Gesamtaufwand an Besamungen für eine Trächtigkeit unter Einbeziehung der Besamungen der tragenden und nichttragenden Tiere charakterisiert, bezieht sich der Besamungsaufwand (BA) ausschließlich auf den Aufwand an Besamungen für die tragenden Tiere.

Analog trifft dies auch für den Portionsindex (PI) und den Portionsaufwand (PA) zu.

Hintergrundwissen – Trächtigkeitsrate (TREB) oder Konzeptionsrate (KR) ?

Die Trächtigkeitsrate sollte in der bisherigen Form unverändert beibehalten werden, da sie von den Besamungsstationen deutschlandweit einheitlich benutzt wird und einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Die Trächtigkeitsraten haben als Bezugsgröße ausschließlich Besamungen.
Um jedoch das Trächtigkeitsergebnis der zur Besamung vorgesehenen Tiere zu ermitteln, wird die Pregnancy Rate (PR) empfohlen.

Die Trächtigkeitsrate beschreibt den Anteil tragender Tiere zu einer definierten Bezugsgröße (Erstbesamung (EB), Nachbesamung (NB), Gesamtbesamung (GB)).

Daraus leiten sich folgende Spezifikationen und ihre Synonyme Bezeichnungen ab:
Für synonyme Bezeichnungen finden Sie hier in der nachfolgenden Tabelle die entsprechende Gegenüberstellung:

Zu verwendende einheitliche Bezeichnungsynonyme, alte Bezeichnungen
Besamungsaufwand (BA)Trächtigkeitsindex (TI)
Besamungsaufwand nicht tragende (BANT)Nichtträchtigkeitsindex (NTI)
Besamungsindex (BI)Gesamtindex (GI)
DoppelbesamungFolgebesamung in der gleichen Brunst
Nachbesamung (NB)Wiederholungsbesamung (WB)
Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB)Erstbesamungserfolg (EBE)
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)Konzeptionsrate i
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)Konzeptionsrate
Güstzeit (GZ)Zwischentragezeit, Zwischenträchtigkeitszeit, Serviceperiode
JungkuhErstkalbin

Die Gesamtträchtigkeit (GESTR) ist von den Trächtigkeitsraten zu unterscheiden. Sie bezieht die tragenden Tiere auf die lebenden Tiere des Bestandes.

Die Güstzeit (GZ), Zwischentragezeit (ZTZ) und Serviceperiode sind identisch.

 

HS (8) Hornspalt

Definition: Bei einem Hornspalt handelt es sich um einen senkrecht im Wandsegment verlaufenden Spalt, der sich in der Tiefe bis auf die Lederhaut ausdehnen kann. Verläuft der Spalt parallel zum Kronsaum, handelt es sich um eine Hornkluft. Die Außenklaue der Vordergliedmaßen ist bevorzugt betroffen.

Ursachen und Entstehung: Hornspalten sind auf zu trockenes und damit sprödes Horn (sand crack), ungewöhnliche Belastungsverhältnisse, Kronsaumverletzungen, Rehe oder Spurenelementmangel zurückzuführen.

Vorkommen und Aussehen: Beide Formen führen zu Lahmheiten, sobald die Lederhaut in Mitleidenschaft gezogen wird.

Behandlung und Vorbeuge: Zur Behandlung trägt man das lose Horn ab, wobei man gleichzeitig für fließende Übergänge zwischen Wandhorn und Lederhaut sorgt. Das Anbringen eines Kunstharzes im Wandbereich oberhalb der Zusammenhangstrennung kann eine Ausdehnung des Spaltes verhindern. Ein festsitzender Druckverband ist nötig um den Vorfall der freiliegenden Lederhaut zu vermeiden. Eine zu hoher Trockensubstanzgehalt des Hornes sowie Rehe auslösende Faktoren sollten vermieden werden.

Immunglobuline

Immunglobuline/Antikörper werden von einer Klasse der weißen Blutzellen gebildet (B-Lymphozyten) und bilden einen Teil des erworbenen Immunsystems. Sie kommen nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Sekreten und Körperflüssigkeiten vor.

Immunsystem

Gesamtheit der für die spezifischen Abwehrmechanismen des Organismus verantwortlichen funktionellen Gewebe, Zellen und biologisch aktiven Komponenten. Die Funktion des Immunsystems beruht auf der Fähigkeit, zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen zu unterscheiden.

Insulin

Siehe STH

Jungkuh oder Erstkalbin

Bedeutet Kuh in der 1. Laktation.

In einigen Regionen in Deutschland wird dies fälschlicherweise als Färse bezeichnet.

Kation

Ein Kation ist der Begriff für ein positiv geladenes Ion. Gegenteil von Anion.

Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB)

Die Kationen-Anionen-Bilanz betrachtet die Mengenverhältnisse ausgewählter Mineralstoffe in einer Ration.

In der Transitperiode vor dem Kalben sollten die Anionen (Chlor und Schwefel) überwiegen, die DCAB also einen negativen Wert annehmen. Dadurch wird die Mobilisation von Calcium aus den Knochen verbessert und dem Calciummangel nach dem Kalben (Milchfieber) vorgebeugt.

Keime

Keime sind Lebewesen oder subzelluläre Erreger, die in anderen Organismen gesundheitsschädigende Abläufe verursachen. Sie sind Mikroorganismen, die sich aus Bakterien, Viren und Pilzen, sowie aus Protozoen, Archaea und Mikroalgen zusammensetzen.

Keimgehalt

Als Keimgehalt bezeichnet man den Gehalt eines Materials an Mikroorganismen und zwar ihre Anzahl im Verhältnis zum Volumen oder zur Masse des Materials. Die Keimzahl in der Milch gibt Auskunft über die bakteriologische Beschaffenheit der Milch. Ist der Keimgehalt erhöht, liegen Mängel in der Milchgewinnung und –lagerung vor. Der Milchkeimgehalt wird pro Betrieb mindestens 2 Mal monatlich untersucht.

Kernel Processing Score (KPS)

Der Kernel Processing Score (Körner Vermahlungsgrad) steht für ein standardisiertes Verfahren, um die Häckselqualität von Maissilagen zu bestimmen, indem die Partikelgröße der Maiskörner in einem Siebverfahren gemessen wird.

Die zu passierende Siebgröße liegt bei 4.75 mm und der Wert sollte >70 % sein.

PubMed

Ketonkörper

Ketonkörper stellen eine bedeutende Energiereserve als Alternative zu Glukose dar. Sie werden in der Skelettmuskulatur, in der Niere und im laktierenden Euter effektiv verbrannt.

Ketonkörper entstehen vor allem in der Frühlaktation bei verstärktem Körperfettabbau und gleichzeitigem Energiemangel. Übersteigt die Bildung von Ketonkörpern ihre Verwertungsmöglichkeiten kommt es zur Ketose.

Ketose, Acetonämie

Die Acetonämie ist eine Stoffwechselstörung, die vorrangig zu Beginn der Laktation bei Hochleistungskühen auftritt. Die Acetonämie wird dabei durch eine starke negative Energiebilanz, hervorgerufen durch eine hohe Milchleistung und geringe Futteraufnahme, ausgelöst. Die Acetonämie ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fettmobilisationssyndrom innerhalb der ersten 10 Tage post partum.

Es wird zwischen drei verschiedenen Formen der Acetonämie unterschieden:

Alimentäre Acetonämie: Wird hervorgerufen durch die übermäßige Aufnahme und Verstoffwechselung von Buttersäure (z.B. durch schlechte Silagequalität mit hohem Buttersäuregehalt).

Primäre Acetonämie: Entweder als Bestandteils des Fettmobilisationssydroms oder als Ergebnis eines Glukosemangels in der Frühlaktation. Ein niedriger Blutglukosespiegel fördert die Bildung von Ketonkörpern.

Sekundäre Acetonämie: Das Energiedefizit, welches zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern führt wird durch eine andere Erkrankung hervorgerufen und die Ketose wird zur Begleiterscheinung.

Eine Bildung von Ketonkörpern findet unter physiologischen Bedingungen immer statt. Die entstehenden Ketonkörper sind Acetoacetat, Aceton und ß-Hydroxybutyrat. Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat werden in der Regel entweder in der Muskulatur oder durch Verwertung für die Fettsynthese in der Milchdrüse abgebaut. Aceton kann nicht verstoffwechselt werden und wird über die Atemluft ausgeschieden. In Stoffwechselsituationen, in denen der Energiegewinn in erhöhtem Maße aus dem Abbau von Körperfett erfolgt, werden Ketonkörper vermehrt gebildet und es kommt zu einer Anhäufung im Blut. Um ein erkranktes Tier zu therapieren muss der Blutzuckerspiegel erhöht und der Abbau von Körperfett durch einen Ausgleich der Energiebilanz gemindert werden. Dies kann mittels Invertzuckerlösungen, durch Verabreichung glucoplastischer Verbindungen (z.B. Propylenglycol) oder durch die Beifütterung pansenstabiler Glukose erfolgen.

Die Erhöhung der Konzentration von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat im Blut führt zu einem Protonenüberschuss und damit zu einem Abfall des Blut-pH-Wertes. Daraus kann dann eine Acidose (Ketoacidose) entstehen.

Ketose ist eine Stoffwechselerkrankung mit typischen Merkmalen:

  • Anstieg von Ketonkörpern im Blut
  • Ausscheiden von Ketonkörpern über Milch, Harn und Atemluft
  • deutlicher Leistungsabfall
  • starkes Abmagern des Rindes

Klauen

Die Klauen sind stark entwickelte verhornte Zehen der Wiederkäuer und Schweine. Im Laufe der Evolution sind die 3. und 4. Zehe voll ausgebildet, die restlichen Zehen jedoch zurückentwickelt worden und heute nur noch rudimentär vorhanden. Daher werden Wiederkäuer und Schweine auch als Paarhufer bezeichnet. Der Hornschuh der Klaue stellt einen Schutz für die Zehenspitzen dar. Da der Hornschuh ständig wächst ist auch eine ständige Abnutzung notwendig. Bei unseren Nutztieren ist diese Abnutzung häufig nur unzureichend, so dass eine regelmäßige Klauenpflege zu Vorbeugung von Klauenerkrankungen erfolgen muss. Die Klauengesundheit wirkt sich elementar auf die Vitalität, Futteraufnahme und Leistungsbereitschaft des jeweiligen Tieres aus. Somit hat die Klauengesundheit einen direkten Einfluss auf den finanziellen Erfolg der Nutztierhaltung. Vielen Klauenerkrankungen kann durch eine angepasste Fütterung und eine regelmäßige Klauenpflege vorgebeugt werden.

Klauen- und Gliedmaßengesundheit

Die Klauen- und Gliedmaßengesundheit stellt in der Rinderhaltung einen ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor dar. Neben Euterkrankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen verursachen insbesondere Klauenerkrankungen finanzielle Verluste. Letztere beruhen auf den Kosten für die Behandlung und den erhöhten Arbeitsaufwand sowie auf dem verminderten Ertrag bei Schlachtung lahmer Kühe. Der Anteil von Kühen mit krankhaften Befunden an den Klauen rangiert je nach Betrieb zwischen 6% und über 40%.
Die Störungen der Klauengesundheit bei Milchkühen beruhen einerseits auf Defiziten in den heutigen Haltungsbedingungen, welche eher arbeitswirtschaftlichen Erfordernissen als den Bedürfnissen der Tiere entgegenkommen. Andererseits gehen die hohen Milchleistungen der Milchkühe einher mit höheren Ansprüchen an das Management und die Umgebung.
Eine gezielte Bekämpfung von Klauenerkrankungen bedarf der Erkenntnis, dass im Betrieb ein Klauengesundheitsproblem besteht. Dessen Ausmaß lässt sich über eine regelmäßig durchgeführte Bewertung des Lahmheitsgrades aller Tiere sowie über eine Dokumentation der an den Klauen erhobenen Befunde erkennen. Solche Daten können zudem für die Formulierung von Betriebszielen und für die Erstellung eines Maßnahmenkataloges zur Verbesserung der Klauengesundheit im Betrieb herangezogen werden.
Ein standardisierter Diagnoseschlüssel mit aussagekräftigen Abbildungen und entsprechenden Erläuterungen soll Landwirten, Klauenpflegern, Tierärzten und allen weiteren mit Rinderhaltung betrauten Personen bei der Dokumentation Hilfestellung bieten. Die verwendete Nomenklatur (Bezeichnung) folgt weitgehend den auf internationaler Ebene getroffenen Vereinbarungen und ermöglicht neben der handgeschriebenen eine elektronische Befunddokumentation.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate steht wegen ihrem hohen Anteil von rund 65 bis 75 % je Kilogramm Trockensubstanz bei den einzelnen Futtermitteln aus eine große Bedeutung zu. Sie sind die Hauptenergiequelle für Wiederkäuer wie z.B. Milchkühe.

Kategorien der Kohlenhydrate:

  1. Monosaccharide: Einfache Zucker ( z.B. Glukose, Fructose)
  2. Disaccharide: Speicherkohlenhydrate ( z.B. Stärke)
  3. Polysaccharide: Strukturierte Kohlenhydrate (z.B. Zellulose; Hemizellulose, Pektine, u.a.)

Kolostrum, Kolostralmilch, Biestmilch

Unmittelbar nach der Geburt von der Milchdrüse abgegebenes Sekret.
Es weist einen hohen Gehalt an Eiweiß (Immunglobuline), verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen sowie weißen Blutkörperchen auf.

Konjugierte Linolsäure (CLA)

Die konjugierte Linolsäure (CLA) – stellt eine Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren dar – sie kann die Milchfett-Synthese im Euter hemmen, indem sie in das Enzymsystem eingreift.

Konzeptionsrate (KR)

Bezeichnung ist überholt, wird nicht mehr angewendet Die Konzeptionsrate (KR) ist nicht identisch mit der Conception Risk (CR) die die Basis der Pregnancy Rate (PR) bildet.

Die Konzeptionsrate (KR) ist im deutschen Kennziffernsystem nicht gebräuchlich.

Die KR kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus auswertbaren Besamungen an der Anzahl der durchgeführten auswertbaren Besamungen der tragenden und nichttragenden Tiere.

Anzahl tragender Tiere aus auswertbaren Besamungen x 100
Konzeptionsrate (KR)=
Anzahl auswertbarer Besamungen von tragenden und nichttragenden Tiere

Damit entspricht die KR dem reziproken Wert des Besamungsindexes (BI) : KR = 1 / BI

Als auswertbare Besamungen werden alle Besamungen von den Tieren definiert, deren letzte Besamung im Auswertungszeitraum liegt, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein Trächtigkeitsergebnis vorliegt oder die bis zu 90 Tagen nach der letzten Besamung nicht wieder besamt wurden.

 

KSG (6.4) Klauensohlengeschwür in untypischer Lokalisation

Definition: Beim Klauensohlengeschwür in untypischer Lokalisation handelt es sich um ein Sohlengeschwür, welches in anderen Bereichen als den oben beschriebenen auftritt. Seine Entstehungsweise entspricht der der anderen Sohlengeschwüre.

Laktose

Milchzucker, besteht aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Galaktose, die im Euter miteinander verbunden werden.

Lebenseffektivität (LE)

Die Lebenseffektivität kennzeichnet die Milch-, Fett- und Eiweißleistung je Lebenstag.

Sie wird also direkt durch die Lebensleistung und die Lebenstage bestimmt.

Lebensleistung (LL)
Lebenseffektivität (LE)=
Lebenstage (LT)

Somit beinhaltet die LE die Leistung in der produktiven Phase plus die Aufzuchtdauer. ( Die Aufzuchtdauer entspricht dem Erstkalbealter.)

Es ist eine LE von etwa 15 kg Milch/LT erforderlich um in die Gewinnzone zu kommen. Dies kann jedoch in Abhängigkeit vom betrieblichen Kostenniveau stark variieren.

Lebensleistung (LL)

Die Wirtschaftlichkeit der Milchkuh wird durch Nutzungsdauer (ND) und die erbrachte Milchmenge gemeinsam beeinflusst. Neben einem langen Kuh Leben ist auch eine entsprechende hohe Milchleistung erforderlich.

Die Lebensleistung ist die kumulative Milch-, Fett-, bzw. Eiweißleistung von der ersten Kalbung bis zum Abgang. Eine lange Nutzungsdauer (ND) setzt eine gute Tiergesundheit und optimale Haltungsbedingungen voraus.

LI (7) Limax (Tylom)

Definition: Die Limax oder der Zwischenklauenwulst (Tylom) ist eine kleinfinger- bis daumenstarke Zubildung der Haut und des Bindegewebes im Zwischenzehenbereich, welche vorn zwischen den Klauen beginnend in unterschiedlicher Länge in den Spalt hineinreicht.
Ursachen und Entstehung: Man unterscheidet verschiedene Formen der Limax, wobei die erbliche Form vor allem mehrere Klauen gleichzeitig betrifft. Diese Form kommt in der Regel im Zusammenhang mit Fehlstellungen der Klauen (Spreizklauen) vor und tritt in bestimmten Kuhfamilien gehäuft auf. Bevorzugt tritt die Limax jedoch infolge Reizung der Zwischenzehenhaut im Rahmen von infektiös bedingten Klauenerkrankungen (z. B. der Klauenfäule) auf oder entsteht infolge eines nicht fachgerecht ausgeführten Klauenschnittes (schräge Sohlenfläche).

Vorkommen und Aussehen: Zunächst bildet sich im Zwischenklauenspalt eine schmerzlose Schwiele, die im Laufe der Zeit an Größe zunimmt. Sobald die Limax an der Oberfläche durch Reibung oder Quellung der Haut geschädigt wird, können Bakterien eindringen und eine sehr schmerzhafte Entzündung verursachen (Limax necroticans). Auch die Dermatitis digitalis kann auf der Oberfläche einer Limax beobachtet werden.

Behandlung und Vorbeuge: Im Rahmen der Klauenpflege ist darauf zu achten, dass beim Abtragen der Sohle keine schräge Fläche entsteht, welche eine Stellungsanomalie mit Einengung des Zwischenklauenspaltes bedingen würde. Die korrekt ausgeführte funktionelle Klauenpflege kann durch Anbringen der Hohlkehlung zu einer Vermeidung der Bildung einer Limax beitragen und diese unter Umständen auch verringern. Eine Limax darf nur durch den Tierarzt entfernt werden, da für den Eingriff eine Betäubung erforderlich ist.

Lignin

Lignin befindet sich in den pflanzlichen Zellwänden und kommt reichlich in verholzten Pflanzenteilen vor. Für Tiere ist Lignin weitgehend unverdaulich. Lignin ist kein Kohlenhydrat.

Siehe auch NDF.

Lysin

Lysin ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Magnesium (Mg)

Magnesium (Mg) gilt als Baustein für Knochen, Knorpel und Zähne. Magnesium findet sich außerdem in den Muskeln, den Körperflüssigkeiten und im Gehirn wieder. In Verbindung mit Calcium ist Magnesium für die Funktionen der Nerven und Muskeln notwendig

Maissilage

Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer eingesetzt wird. Sie enthält vor allem Energie in Form von Stärke aus den Maiskörnern.

Sensorik für Qualitätssilage:

  • Geruch brotartig
  • kein stechender Geruch, dieser bedeutet Alkoholbildung (negative Folgen auf den Pansenstoffwechsel)
  • Häcksellänge mit möglichst kleinen Partikeln für eine optimale Verdichtung
  • keine unzerkleinerte Lieschblätter in der Silage sein
  • Körner müssen komplett zerschlagen sein, ganze Körner können vom Rind nicht verwertet werden
  • passender Trockensubstanzgehalt
  • keine Schimmelbildung und Nacherwärmung

Silomanagement für eine einwandfreie Silierung:

  • keine losen Futterreste
  • glatte, saubere Anschnittsfläche
  • hohe Verdichtung
  • optimale Abdeckung, bis zur Entnahme aus dem Silostock

Mastitis, Euterentzündung

Euterentzündung beim Rind.

Die Erkrankungsmöglichkeiten der Milchdrüse sind vielfältig, die Entzündung des Eutergewebes (Mastitis) und die Zitzenverletzungen nehmen allerdings den größten Prozentsatz ein. Von einer Mastitis wird dann gesprochen, wenn eine Entzündung des Eutergewebes vorliegt. Diese Entzündung kann die Folge einer mechanischen Überreizung (z. B. bei falsch eingestellten Melkmaschinen) ohne die Beteiligung von Bakterien sein. Das Gewebe produziert dann vermehrt körpereigene Abwehr- und Heilzellen, wodurch der somatische Zellgehalt in der Milch erhöht wird. Dringen dann in das vorgeschädigt Eutergewebe Bakterien ein, so können sie sich rasch vermehren und aus der abakteriellen Entzündung wird eine bakterielle Euterentzündung. Neben dem Zellgehalt erhöht sich nun auch der Keimgehalt der Milch. Ab einem Zellgehalt von 500.000 Zellen je Milliliter leidet ein Tier an einer klinischen Mastitis.

Den wichtigsten Schutz vor bakteriellen Infektionen stellt der Strichkanal der Zitze dar, denn pathogene Keime dringen über den Strichkanal in das Innere der Zitze und weiter in die Milchdrüse ein. Besonders das verhornte Plattenepithel des Strichkanals spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Plattenepithel bildet Laktosebum, eine fettsäureartige Substanz mit bakterizider Wirkung.

Als Erreger von Euterentzündungen kommen sowohl Umwelt-assoziierte Keime, welche in jedem Stall zu finden sind, als auch Kuh-assoziierte Erreger, welche außerhalb des Tieres nicht überlebensfähig sind, in Frage. Diese Keime sind aber in der Regel nur dann erfolgreich, wenn das Eutergewebe schon vorher durch abiotische Faktoren geschwächt oder geschädigt wurde. Eine Mastitis kann nicht allein als bakterielles Problem gesehen werden.

Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren (Haltung, Melktechnik, Melkhygiene, Stress, Futteraufnahme, Wasseraufnahme, Rationsgestaltung, Futterhygiene, etc.), welche in der Interaktion die Grundlage für die Entstehung einer Mastitis schaffen. Daher wird eine Mastitis auch weitläufig als Faktorenkrankheit bezeichnet, welche durch ihre Entstehung Hinweise auf eine Schieflage des Organismus aus verschiedensten Gründen gibt. Entzündungen der Milchdrüse können für das betroffene Tier sehr schmerzhaft sein. Sie gehen einher mit einem verminderten Allgemeinbefinden des Tieres, einer Minderung der Milchmenge und der Milchqualität. Die Mastitis gilt als eine der teuersten Krankheiten in der Milchviehhaltung und wird auf ca. 220 € je Fall geschätzt. Der Behandlungserfolg ist zudem oft nur vorübergehend. Nur 1/3 der einmal erkrankten und behandelten Tiere bleibt im Folgejahr gesund. 2/3 der einmal erkrankten Tiere werden im Folgejahr gemerzt.

Melktage (MT)

Die Melktage ergeben sich aus der Nutzungsdauer abzüglich der Trockenstehzeit

Melktage (MT)=Nutzungsdauer (ND)-Trockenstehzeit

Merzungsrate (MR)

Die Merzungsrate ist die Anzahl der (tatsächlich) gemerzten Kühe bezogen auf den Durchschnittskuhbestand.

Merzungen sind: Normal- und Hausschlachtungen, Verendungen und Nottötungen.

Anzahl Merzungen x 100
Merzungsrate (MR)=
Durchschnittskuhbestand

Methionin

ist eine essentielle und leistungsbegrenzende Aminosäure

Metritis

Entzündung des Uterus (Gebärmutter), bei der im Gegensatz zur Endometritis außer der Schleimhaut auch die Muskelschicht (Myometrium) und eventuell der seröse Überzug mitbeteiligt sind.

Mikrobenprotein

Die Pansenmikroben bauen große Teile des Futterrohproteins zu Ammoniak ab. Diesen Ammoniak nutzen sie für das Wachstum der Mikroben Population dabei synthetisieren sie hochwertiges Mikrobenprotein. Letztlich werden die Pansenmikroben mit dem Nahrungsbrei in den Darm geschwemmt und dort als Eiweiß verdaut. Damit ist der Wiederkäuer weitgehend unabhängig von der Zusammensetzung der Futterproteine.

Milch

Milch bzw. Kuhmilch ist ein vielseitiges Naturprodukt. Es bildet sich im Euter einer Kuh, die ein Kalb geboren hat. Es bietet Nährstoffe in optimaler und ausgewogener Zusammensetzung. Zudem enthält Milch mehr Calcium als jedes andere Nahrungsmittel.

Milchdrüse

Als Milchdrüse bezeichnet man die aus der Milchleiste hervorgehenden Drüsenkörper von Säugetieren, die während der Laktation Milch zur Ernährung des säugenden Nachwuchses bilden und abgeben können. Es handelt sich dabei um spezialisierte Hautdrüsen, die sich von einfachen, tubulären Drüsen ableiten lassen.

Milchfieber, Gebärparese

Gebärparese, oder Milchfieber genannt, ist eine Krankheit bei Säugetieren. Sie kann um den Geburtszeitpunkt bei Muttertieren auftreten und durch einen verminderten Calciumgehalt des Blutserums verursacht werden.

Milchinhaltsstoffe

Milch besteht zu 87 % aus Wasser. Der Rest besteht aus Milcheiweiß (ca. 3 %), Milchfett (ca. 4%) und Laktose (ca. 5 %). Außerdem enthält Milch die wesentlichen Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen Calcium.

Milchleistung

Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.

Milchsäure (Laktat)

Milchsäure (Laktat) entstammt entweder Silagen guter Qualität oder wird im Pansen nach Verfütterung von stärke– und zuckerreichen Rationen gebildet.

Unter normalen Bedingungen wird Milchsäure im Pansen sofort zu Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure weiterverarbeitet. Bei einer Pansenazidose akkumuliert sie im Pansen und kann dann 50 – 90% der im Pansen fermentierten Säuren ausmachen.

Mineralfutter

Mineralfuttermittel sind Ergänzungsfuttermittel, die überwiegend aus mineralischen Einzelfuttermitteln zusammengesetzt sind und mindestens 40% Rohasche enthalten.

Dabei unterscheidet man zwischen Mengen– und Spurenelementen.

Mischration, Totale Mischration (TMR)

Eine Totale Mischration ist ein Fütterungssystem in der Viehhaltung, bei dem bereits im Futtermischwagen alle Grund-, Ausgleichs- und Leistungsfutter gemischt werden. Eine zusätzliche Kraftfuttergabe ist dadurch nicht erforderlich.

Des Weiteren gibt es verschiedene Abwandlungen, wie die Teil-Mischration oder die Kompakt-TMR.

Monogastrier

Monogastrier haben einen einhöhligen Magen. Zu den Monogastriern gehört unter anderem das Schwein und das Pferd, der Hund und der Mensch.

Nachbesamungen (NB) = Wiederholungsbesamungen (WB)

Alle Folgebesamungen, deren Abstand zur jeweils vorhergehenden  Erst- oder Nachbesamung 10 Tage innerhalb der gleichen Laktation überschreitet, werden als erneute Besamung in der Folgebrunst gewertet.

In die Anzahl der  Nachbesamungen werden die Doppelbesamung  in der gleichen Brunst nicht mit einbezogen.

Nachgeburt

Die Nachgeburt umfasst Teile der Plazenta (Mutterkuchen) mit den Eihüllen und dem Rest des Nabelstranges. Bei manchen Tierarten gehören auch abgestoßene Anteile der Gebärmutterschleimhaut dazu. Die Nachgeburt wird innerhalb einer für die Tierart spezifischen Zeitspanne nach der Geburt durch Kontraktion der Uterusmuskulatur ausgestoßen.

Nachgeburtsverhalten (NGV)

Die Plazenta wird nach der Kalbung in der Regel von der Kuh abgestoßen. Dies erfolgt innerhalb von 30 Minuten bis 8 Stunden nach der Geburt. Geschieht dies nicht, spricht man von Nachgeburtsverhalten, dies wird mit NGV abgekürzt.

Gefahren:

  • Keime und Bakterien können leichter in den Uterus eindringen
  • eine Gebärmutterentzündung
  • Trächtigkeitsrate sinkt durchschnittlich um 15%
  • Tiere mit NGV sind anfälliger für Ketose und Labmagenverlagerung

Natursprung

Betrifft die Belegung in einem Zeitraum der durch einen Beginn und ein Ende definiert ist. Ugs. Bulle an Gruppe

Negative Energiebilanz (NEB), Negatives Energiesaldo

Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Kalbung sind häufig von einer negativen Energiebilanz der Milchkuh charakterisiert Die Milchleistung steigt schneller an als die Futteraufnahme, d.h. der Energiebedarf kann nicht mehr aus der Futteraufnahme gedeckt werden, eigene Körperreserven müssen angepackt werden. Die negative Energiebilanz, kurz NEB, kann durch optimales Fütterungs- und Haltungsmanagement beeinflusst werden.

Netto-Energie-Laktation (NEL)

Als Nettoenergie-Laktation wird der Energieanteil im Futter bezeichnet, der in Milch umgewandelt werden kann. Der Energiebedarf der Tiere und der Energiegehalt von Futtermitteln wird in NEL angegeben. Die Maßeinheit für Energie ist Megajoule (MJ)

Der Erhaltungsbedarf einer 650kg schweren Kuh beträgt 37,7 MJ NEL

Ein Kilogramm Milchleistungsfutter der Energiestufe 2 enthält 6,2 MJ NEL.

Neutrale Detergenzienfaser (NDF)

Bei der Van Soest-Futteranalyse wird die Futterprobe in neutraler Detergenzienlösung gekocht. Diese Behandlung überstehen nur die pflanzlichen Gerüstsubstanzen Hemicellulose, Zellulose und Lignin. Sie werden deshalb als neutral detergent fiber (neutrale Detergenzienfaser, NDF) zusammengefasst.

Nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung bleibt vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet. Schwefelsäure löst die Zellulose aus der ADF heraus. Es bleibt das acid detergent lignin (Lignin, ADL) übrig.

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein (NDICP)

Neutrales Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge an Protein an welches an die Faserfraktion gebunden ist und für die Verdauung zur Verfügung steht.

Nicht-infektiöse Klauenerkrankungen

Die nicht-infektiösen Klauenerkrankungen entstehen nicht selten infolge einer Rehe. Jedoch gibt es auch andere Ursachen, die zu diesen Krankheiten führen können. Hierzu gehören u.a. zu hoher Abrieb infolge rauer Laufflächen, Belastung durch zu lange Stehzeiten oder Trauma durch unebene oder steinige Laufwege. Vor Erstellung eines Maßnahmenkataloges zur Verbesserung der Klauengesundheit müssen diese Schwachstellen zunächst erkannt werden.

Nicht-Protein-Stickstoff (NPN)

Stickstoff ist nicht nur in Proteinen enthalten. Auch in Harnstoff, Säureamide, Betain und stickstoffhaltige Glykoside liefern Stickstoff, den die Pansenmikroben für die Mikrobenproteinsynthese verwerten können.

Non-Return-Rate 90 (NR90)

NR90 ist der Anteil der Kühe mit auswertbaren Erstbesamungen die bis zu 90 Tagen nach der EB nicht wieder besamt (wiedergekehrt) sind. Sie sind wahrscheinlich tragend.

Anzahl Tiere, die 90 Tage nach der EB nicht wieder besamt sind X 100
NR90=
Anzahl auswertbare EB für NR90

Als auswertbare EB  für NR90 werden alle EB von Tieren gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, nicht vor dem 90. Tag nach der Erstbesamung (EB) abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit) und bei denen 90 Tage nach der EB vergangen sind.

Als tragend werden für NR90 die Tiere gewertet, zu denen bis zum 90.Tag nach der Erstbesamung (EB) keine weitere Besamung vorliegt. Ergebnisse der Trächtigkeitsuntersuchung werden nicht berücksichtigt.

Richtwerte:

  • Bestand: über 65%
  • Kühe: über 65%
  • Färsen: über 75%
Non-Return-Rate 56 (NR56) = analoge Berechnung zu NR90 auf der Basis von 56 Tagen

Richtwerte:

  • Bestand: über 75%
  • Kühe: über 75%
  • Färsen: über 80%

 

Nutzungsdauer (ND)

Stellt die Zeitspanne dar, zwischen dem Alter bei der 1.Kalbung und dem Alter bei Abgang inklusive Trockenstehzeit (außer Abgang zur Zucht)

Sie ergibt sich aus den Nutzungstagen (NT) für diesen Zeitraum.

Nutzungsdauer=Durchschnittsalter der Abgangskühe (außer Abgang zur Zucht)
Durchschnittsalter dieser Kühe bei der 1. Kalbung

Pektin

Pektine sind Bestandteile der Pflanzenzellwände und reichlich in Früchten, Wurzeln und auch in grünen Blättern enthalten. Pektine besitzen Stützfunktionen und eine starke Quellfähigkeit.

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. In Anlehnung an die Dissoziationskonstante des Wassers teilt man die Wertebereiche ein in:

  • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
  • pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)

Dies gilt allerdings nur für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C.

Phosphor (P)

Phosphor ist ein chemisches Element mit dem Symbol P. Es kommt in mehreren, sich untereinander stark unterscheidenden Modifikationen vor. Phosphorverbindungen sind für alle Lebewesen essenziell und bei Aufbau und Funktionen der Organismen in zentralen Bereichen beteiligt.

Physiologisch bedingte Mindestrastzeit

Die physiologisch bedingte Mindestrastzeit wird durch die Zeit der Nachgeburtsphase, des Gesamtpuerperiums bestimmt.

Sie beträgt 42 Tage. In dieser Zeit sollte keine Milchkuh besamt werden.

Portionsaufwand (PA)

Der Portionsaufwand ergibt sich aus der Anzahl Portionen (Anzahl Besamungen und Folgebesamung in der gleichen Brunst ) tragender Tiere dividiert durch Anzahl tragender Tiere.

Der PA bezieht sich also ausschließlich auf tragende Tiere. Er gibt für tragende Tiere an, wie viele Portionen für deren Trächtigkeit erforderlich waren.

Anzahl der Portionen der tragenden Tiere
Portionsaufwand (PA)=
Anzahl tragender Tiere

 

Portionsindex (PI)

Der Portionsindex gibt an, wie viel Portionen (Anzahl Besamungen und Folgebesamung in der gleichen Brunst) insgesamt benötigt wurden, um eine Trächtigkeit zu erzielen. Dabei werden auch die nicht tragende Tiere mit einbezogen.

Anzahl der Portionen der tragenden und nichttragenden Tiere
Portionsindex (PI)=
Anzahl tragender Tiere

Richtwerte:

  • Bestand: 1,8 bis 2,0
  • Kühe: 2,0 bis 2,2
  • Färsen: 1,5

Pregnancyrate (PR)

Die PR gibt den prozentualen Anteil der Tiere an, die in einer Brunstperiode (21 Tage) tragend geworden sind, bezogen auf die Tiere, die in diesem Zeitraum zur Besamung angestanden haben.

Berechnung durch Auszählen:

Anzahl tragender Tiere aus auswertbaren Besamungen x 100
Pregnancyrate (PR)=
Anzahl der im definierten Zeitraum zur Besamung angestandenen Tiere

Ein Tier wird als tragend aus einer auswertbaren Besamung gewertet, wenn zum Zeitpunkt der Feststellung der Trächtigkeit (Trächtigkeitsuntersuchung oder 90 Tage nach der letzten Besamung) keine Nachbesamung (NB) erfolgte und kein negatives TU-Ergebnis vorliegt sowie kein Abgang wegen Unfruchtbarkeit vorliegt.

Die Anzahl zur Besamung anstehenden Tiere ergibt sich aus den

  • noch nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit (42 Tage) oder der FWZ
  • Kühen, die aus der letzten im Zeitraum liegenden Besamung nicht tragend geworden sind und zur erneuten Besamung anstehen (Kühe mit TU-).
  • noch nicht besamten zuchtreifen Färsen, die die Optimalkondition bzw. ein Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben

Diese Tiere beziehen sich auf den Zeitraum von 21 Tagen. Sie dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch einen Besamungsstopp haben. Die 21 Tage können sich entweder auf einen Kalenderzeitraum von genau 21 Tagen beziehen oder auf ein durchschnittliches Brunstintervall von 21 Tagen in einem frei wählbaren Zeitraum. Im betrieblichen Controlling sind die physiologisch bedingte Mindestrastzeit bei Kühen und die Lebensmonate bei Färsen frei einstellbar.

WICHTIG: Kühe mit Besamungsstopp und zuchtuntaugliche Kühe sowie Kühe, die vor Ablauf der FWZ besamt und daraus tragend wurden, werden nicht einbezogen.

 

Berechnung durch Formel:

Die PR kann aus der Brunstnutzungsrate (BNR) und der Conception Risk (CR) nach folgender Formel berechnet werden:

Brunstnutzungsrate (BNR) x Conception Risk (CR)
Pregnancyrate (PR)=
100

Richtwert:

  • über 20%

PubMed

Pregnancyrate (PREB)

 Die Pregnancyrate (PREB) gibt den prozentualen Anteil der Tiere an, die in einer Brunstperiode (21 Tage) aus der Erstbesamung (EB) tragend geworden sind, bezogen auf die Tiere, die in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung / Erstbesamung (EB) vorgesehen waren.

Wichtig: Die PREB wird im internationalen Vergleich nicht verwendet, da sie nur die Erstbesamung wiedergibt.

Sie wird aus der Brunstnutzungsrate (BNR) und der Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB) nach folgender Formel berechnet:

Brunstnutzungsrate (BNR) x Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB)
Pregnancyrate (PREB)=
100

Richtwert:

  • über 20%

Probiotika

Zu den funktionellen Lebensmitteln zählende definierte Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen. Aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Magen- und Gallensäure sowie gegenüber Verdauungsenzymen überleben Probiotika die Magenpassage und erreichen den Dickdarm in aktiver Form, um sich dort anzusiedeln. Hierdurch verdrängen die probiotischen Bakterien unerwünschte Keime, beeinflussen die Mikroflora damit positiv und üben gesundheitsfördernde Wirkungen aus.

Propionsäure

Propionsäure (Propionat, das Salz) macht 18-20% der Fettsäureproduktion im Pansen aus. Sie erreicht ihre höchste Konzentration bei einer kraftfutterreichen Ration.

90% der resorbierten Säure werden in der Leber zu Glukose umgewandelt. Sie bestimmt die Menge des im Euter synthetisierten Milchzuckers und damit die Milchmenge.

Proteine

Die biologisch sehr wichtigen Nahrungskomponenten der Proteine sind Makromoleküle, die als Hauptbestandteil für die Muskelbildung im Körper zuständig sind. Proteine haben unter anderem die Funktion, Fette durch das Blut zu transportieren, um die Abwehrkräfte des Organismus zu stärken.

Rastzeit (RZ)

Die Rastzeit ist die Zeitspanne zwischen der letzten Kalbung und der danach folgenden Erstbesamung.

Rastzeit (RZ)=FWZ + UWZ

Richtwert:

  • Bestand: 60 bis 85 Tage
  • Kühe: 42 bis 90 (115) Tage in Abhängigkeit von der Leistung und Körperkondition
Die voraussichtliche Rastzeit (vRZ) ist ein Schätzwert für die zu erwartende Rastzeit der noch nicht erstbesamten Kühe.

Sie wird tagaktuell für noch nicht erstbesamte Kühe berechnet, die 42 Laktationstage p.p. überschritten haben. Sie ergibt sich aus deren durchschnittlicher Anzahl Tage nach der Kalbung plus 11 Tage (entspricht einem halben Zyklus). Es wird unterstellt, dass alle diese Tiere im aktuellen Brunstzyklus (durchschnittlich 11 Tage nach dem aktuellen Tagesdatum) erstbesamt werden.

Siehe auch Physiologisch bedingte Mindestrastzeit.

Rationsberechnungsprogramm

Mit Hilfe eines Futterberechnungsprogramm bzw. eines Rationsberechnungsprogramm kann auf Grundlage von Futteranalysen der verwendeten Futtermittel eine Futterration nach den Gegebenheiten und Zielen des Landwirtes berechnet werden. Geeignete Rationskennzahlen helfen dabei die Ration leistungsgerecht und gesund zu gestalten.

Siehe: Futter-R oder AMTS

RE (1) Klauenrehe (Pododermatitis solearis aseptica diffusa, Laminitis) und assoziierte Erkrankungen

Definition: Die Klauenrehe (Laminitis) entsteht infolge einer Stoffwechsel- und Durchblutungsstörung der Lederhaut, die durch Fütterungsfehler (Fermentationsstörungen im Pansen) im Zusammenwirken mit einer Überlastung der Klauen (harte Laufflächen, lange Stehzeiten) bedingt wird. Die Folgen werden an den Klauen innerhalb von Stunden (perakute Klauenrehe), Tagen (akute bis subakute Klauenrehe) oder Wochen (chronische Klauenrehe) sichtbar. Die subakute Rehe verläuft im Anfangsstadium meist symptomlos und bleibt daher zunächst unbemerkt (subklinische Klauenrehe).

Entstehung und Ursachen: Der lebende Anteil der Klaue (die Lederhaut oder „das Leben“) ist beim gesunden Rind eng mit dem Hornschuh verbunden. Nach fütterungsbedingten Fermentationsstörungen oder schweren, mit Blutvergiftung einhergehenden Krankheiten kommt es vor allem im Wandbereich des Hornschuhs zur Lösung der Lederhaut vom Horn. Die Belastung durch das Körpergewicht führt zum Absinken des Klauen- und Sesambeines im Hornschuh, was eine Quetschung und Schädigung der Sohlenlederhaut nach sich zieht. Die auf Diffusionsprozessen beruhende Hornproduktion wird durch die gestörte Durchblutung der Lederhaut stark beeinträchtigt. Serum oder sogar rote Blutkörperchen werden aus den Blutgefäßen herausgepresst und gelangen in das Sohlenhorn, wo sie später als Einschlüsse (so genannte Einblutungen) im nachwachsenden Sohlenhorn sichtbar werden. Die exakte Ursache der Klauenrehe ist bisher nicht geklärt. Der Fütterung und der Wasserversorgung kommt im Krankheitsgeschehen eine zentrale Bedeutung zu. Fehlgärungen im Pansen in deren Folge biologisch aktive Botenstoffe des Körpers freigesetzt werden bedingen ein Loslösen der Lederhaut vom Hornschuh. Eine Belastung der Klauen durch lange Stehzeiten oder ungünstige Laufflächen kann zum Rehegeschehen beitragen.

Akute Klauenrehe
Die akute Klauenrehe entsteht häufig infolge einer akuten Pansenazidose. Diese kann durch eine plötzliche, erhöhte Zufuhr leicht verdaulicher Kohlenhydrate (Kraftfutter) hervorgerufen werden. Nicht selten löst sich der gesamte Hornschuh von der Lederhaut (Ausschuhen). Diese Form der Rehe ist eher selten geworden.

Subklinische Klauenrehe
Heutzutage fällt die Erkrankung in ihrer Anfangsphase selten auf (subklinische Klauenrehe). Das Klauenbein und Klauensesambein sinken in diesen Fällen allmählich oder in mehreren kurzen Schüben im Hornschuh nach unten. Dabei kann sich die Spitze des Klauenbeines ein wenig in Richtung der Sohlenfläche neigen. Bleibt diese Form der Rehe unbemerkt und somit unbehandelt entwickelt sich die chronische Klauenrehe. Lahmheiten entstehen vor allem durch Folgeschäden, den so genannten Rehe-assoziierten Klauenkrankheiten.

Chronische Klauenrehe
Nach einigen Monaten werden die Folgen einer Rehe in einer veränderten Form des Hornschuhes äußerlich sichtbar (chronische Klauenrehe). Die Dorsalwand der Klaue nimmt eine konkave Form an und die Wachstumsringe verlaufen nicht mehr parallel zueinander und zum Kronsaum, sondern divergieren in Richtung des Ballens (Reheringe).

Rehe-assoziierte Krankheiten
Zu den Rehe-assoziierten Klauenkrankheiten zählen: Einblutungen im Bereich der Sohle, die Bildung einer Doppelsohle, die Verbreiterung der Weißen Linie, der Weiße Linie Defekt, die Wandläsion, Wanddeformationen wie die Konkavität der Dorsalwand sowie Reheringe und Sohlengeschwüre. Diese Erkrankungen müssen jedoch nicht ausnahmslos durch Rehe bedingt sein, auch andere Einflüsse können solche Veränderungen an den Klauen hervorrufen.

Symptome: Eine akute Klauenrehe macht sich häufig durch die stark unter den Leib gestellten Gliedmaßen und einen klammen Gang bemerkbar. Das Beklopfen der Hornwand ist sehr schmerzhaft und in schweren Fällen tritt in Höhe des Kronsaumes eine serumähnliche Flüssigkeit aus, die das so genannte Ausschuhen (Verlust des Hornschuhes) ankündigt.
Die Folgen einer subklinischen Klauenrehe werden erst sechs bis acht Wochen nach Beginn der Erkrankung sichtbar, vor allem anlässlich der Klauenpflege. Zu diesem Zeitpunkt ist das Horn, welches in der kritischen Phase gebildet wurde, bereits in Richtung Sohlenfläche gewachsen, sodass die Folgen der Rehe sichtbar werden (s.o.). Sofern es zu Veränderungen in der Klauenform gekommen ist (chronische Rehe), wird der normale Fußungsvorgang derart gestört, dass weitere Strukturen der Gliedmaßen (Sehnen, Schleimbeutel) durch die ständige Fehlbelastung Schaden nehmen können. Kühe, die eine Rehe überstanden haben, bleiben in aller Regel Problemtiere.

Vorkommen und Aussehen: Die akute Rehe kommt nur noch selten vor und ist durch hochgradige Lahmheit, und – in extremen Fällen – Ablösen des Hornschuhs (Ausschuhen) gekennzeichnet. Ein allmähliches oder schubweises Absinken des Klauenbeines bei der subklinischen und der chronischen Rehe äußert sich erst nach mehreren Wochen in einer Deformation des Hornschuhs (Konkavität der Dorsalwand, Reheringe) sowie den mit Rehe assoziierten Erkrankungen (s.u.)

Behandlung und Vorbeuge: Aufgrund der Tatsache, dass die subklinische Klauenrehe unbemerkt verläuft, sind Behandlungsempfehlungen kaum zu geben. Vielmehr benötigen Kühe mit Anzeichen für eine chronische Klauenrehe häufiger eine funktionelle Klauenpflege. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die Sohle einer Reheklaue nicht zu dünn geschnitten wird. Es gilt die Regel, dass zu den 5 mm Sohlendicke für jeden Millimeter Konkavität der Dorsalwand, zusätzlich 2 mm zugerechnet werden sollten. Zwecks Vorbeuge ist es ratsam bei gehäuft auftretenden Rehe-assoziierten Erkrankungen zu klären, ob die Tiere Einflüssen unterliegen, die eine Fehlgärung im Pansen bedingen. Hierzu zählen nicht nur Futterqualitätsmängel, sondern auch Fehler in der Rationszusammenstellung, dem Fütterungsmanagement oder der Zugänglichkeit von Futterplätzen und/oder Wasserstellen. Grundsätzlich gelten alle plötzlichen Veränderungen als Risikofaktoren, denen sich die Kuh nicht entsprechend schnell anpassen kann.

Relativzuchtwerte

Auf Empfehlung des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS), ehemals Deutscher Holstein Verband (DHV), werden die Bullen in der deutschen Zuchtwertschätzung nach einem Gesamtzuchtwert (RZG) rangiert. Der RZG berücksichtigt Milchleistung und funktionale Merkmale entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Sowohl der Gesamtzuchtwert RZG als auch dessen Teilzuchtwerte RZM, RZE, RZS, RZN, RZR und RZKm werden auf einer Skala mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 12 Punkten ausgewiesen.

2014 wurden die Zuchtwerte um den RZRobot erweitert. Dieser ist ein eigenständiger Zuchtwert und fließt nicht in die Berechnung des Gesamtzuchtwertes (RZG) ein. Der RZRobot dient der gezielten Selektion von Bullen, die besonders für Betriebe mit automatischen Melksystemen geeignet sind.

Im April 2019 wird der RZGesund eingeführt und stellt einen Gesundheitszuchtwert dar, der die wichtigsten Gesundheitsmerkmale behandelt. Auch der RZGesund ist, wie der RZRobot, ein eigenständiger Zuchtwert.

Remontierungsrate (RMR)

Die Remontierungsrate gibt den Anteil der Färsen (inklusive Färsenzukäufe) am Durchschnittskuhbestand an, der für die Remontierung der Herde eingesetzt wird.

(Erstkalbungen aus eigener Nachzucht + Erstkalbungen aus Färsenzukäufen) x 100
Remontierungsrate (RMR)=
Durchschnittskuhbestand

Die RMR kann zur Ermittlung der Reproduktion aus eigener Nachzucht (RMR*) ermittelt werden:

Erstkalbungen aus eigener Nachzucht x 100
Remontierungsrate (RMR*)=
Durchschnittskuhbestand

Reproduktionsrate (RR)

Die Reproduktionsrate gibt den Anteil der Kühe und Färsen am Durchschnittskuhbestand an, der für die Remontierung der Herde eingesetzt wird.

(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe – Bestandsveränderungen) x 100
Reproduktionsrate (RR)=
Durchschnittskuhbestand

Teilweise wird die RR auch ohne Beachtung der Bestandsveränderungen ausgewiesen:

Bestandsveränderungen = Jahresendbestand – Jahresanfangsbestand

(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe) x 100
Reproduktionsrate (RR*)=
Durchschnittskuhbestand

Richtwert:

  • Bestand maximal 33%

Rohasche (XA)

Die Rohasche (anorganische Substanz) bleibt nach der Veraschung der organischen Substanz (Verbrennen von Futtermitteln im Muffelofen bei 550°C) übrig. Die Rohasche besteht aus Mineralstoffen, Sand und Ton.

Rohfaser (XF)

Rohfaser ist keine chemisch definierte Substanz. Pektin der größte Teil der Zellulose, sowie Anteile der Hemizellulosen und des Lignins werden unter dem Begriff Rohfaser zusammengefasst.

Die Pansenmikroben vergären sie vorwiegend zu Essigsäure. Dadurch nimmt der Rohfasergehalt Einfluss auf die Milchfettsynthese. Außerdem regt sie die Speichelabsonderung und die Pansenmotorik an. (siehe strukturierte Rohfaser und NDF)

Rohfett (XL)

Rohfett enthält Fette (Neutralfette) und fettähnliche Substanzen (Lipoide). Zu den Lipoiden gehören u.a. fettlösliche Vitamine und Hormone, Wachse und ätherische Öle.

Rohfett ist wasserunlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln wie Äther und Benzin löslich. In der WEENDER Analyse wird Rohfett mit Petroläther (Soxhlet-Apparatur) aus den Futtermitteln extrahiert.

Rohwasser (XW)

Rohwasser ist die Differenz aus Frischmasse (FM, OM) und Trockenmasse (T, TM, TS). Es enthält noch flüchtige Substanzen wie Fettsäuren. Ammoniak oder Alkohole.

RSG (6.2) Rusterholz’sches Sohlengeschwür

Definition: Beim Rusterholz’schen Sohlengeschwür handelt es sich um einen rundlichen Defekt des Sohlenhorns mit freiliegender, infizierter Lederhaut, welcher bevorzugt an den Außenklauen der Hintergliedmaßen und an den Innenklauen der Vordergliedmaßen auftritt und sich in der Nähe des Zwischenzehenspaltes am Übergang vom mittleren zum hinteren Drittel der Sohlenfläche befindet, dem so genannten typischen Druckpunkt.

Ursachen und Entstehung: Das Rusterholz’sche Sohlengeschwür entsteht, wenn sich – bedingt durch ein ballenlastiges Fußen – an der Anheftungsstelle der tiefen Beugesehne ein Knochenvorsprung ausbildet, welcher die darunter gelegene Lederhaut quetscht. Die Hornproduktion vermindert sich an dieser Stelle und Blutbestandteile sammeln sich an (Steingalle). Die Barrierenfunktion des Hornes wird gestört und Bakterien können die Lederhaut oder sogar tiefer liegende Strukturen (Beugesehne, Gelenk) infizieren. Das Rusterholz’sche Sohlengeschwür wird vor allem bei überlangen Klauen infolge vernachlässigter Klauenpflege oder bei ballenwärts ausgerichteter Verlagerung der Gliedmaßenachse infolge chronischer Klauenrehe beobachtet.

Vorkommen und Aussehen: Im Anfangsstadium ist bei der Klauenpflege am typischen Druckpunkt eine Einblutung in das Sohlenhorn sichtbar (Steingalle); im weiteren Verlauf bedingt die verminderte Hornproduktion die Entstehung eines Defektes im Sohlenhorn und eine Infektion der Lederhaut. Die Infektion und der Druck des anliegenden Sohlenhorns führen zu einer Wucherung der Lederhaut, wodurch das Geschwür ein kraterähnliches Aussehen erhält. Sofern tiefer gelegene Strukturen (Klauengelenk, Ansatz der tiefen Beugesehne, Schleimbeutel, Sesambein) betroffen sind, äußert sich dieses in einer schwereren Lahmheit.

Behandlung und Vorbeuge: Oberflächliche Rusterholz’sche Sohlengeschwüre können durch den Klauenpfleger behandelt werden. Im Rahmen der funktionellen Klauenpflege ist hierfür der Entlastungsschnitt vorgesehen bzw. als Vorsorgemaßnahme das Anbringen der Hohlkehlung zwecks Entlastung des Druckpunktes.
Gelingt es nicht die kranke Klaue zu entlasten, empfiehlt sich das Anbringen eines Klotzes auf der gesunden Gegenklaue. Sofern tiefer gelegene Strukturen beteiligt sind, ist der Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Rumen Undigestible Protein (RUP)

Rumen Undigestible Protein steht für im Pansen unabbaubares Rohprotein

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load (RUFAL)

Rumen Unsaturated Fatty Acid Load gibt an, wie hoch der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist. Ein zu hoher RUFAL Wert führt zur Milchfettdepression.

Ruminale Stickstoffbilanz (RNB)

In den Vormägen wird Stickstoff (N) aus dem Futterprotein freigesetzt und von den Mikroben zur Bildung von Mikrobenprotein genutzt. Die Ruminale Stickstoffbilanz eines Futtermittels gibt an, ob im Vormagen ein Stickstoffmangel oder Stickstoffüberschuss herrscht. Die Ruminale Stickstoffbilanz ist ein kalkulatorisch ermittelter Wert.

Ruminohepatischer Kreislauf

Die wichtigste Stickstoffquelle für die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen ist Ammoniak. Nicht benötigtes Ammoniak wird von der Pansenschleimhaut resorbiert und durch die Leber zu Harnstoff entgiftet. Der im Blut befindliche Harnstoff wird zu einem geringen Teil per Diffusion in den Pansen abgegeben. Die größte Bedeutung für den Rücktransport des Harnstoffs in den Pansen besitzt jedoch die Speichelsekretion. Mit den enormen Mengen an Speichel, die der Wiederkäuer ausscheiden, gelangt auch eine quantitativ beachtliche Harnstoffmenge in den Pansen. Durch bakteriellen Abbau des Harnstoffs zu Ammoniak kann dieser wieder der mikrobiellen Proteinsynthese dienen. Damit wird der Kreislauf zwischen Pansen (Rumen) und Leber (Hepar) geschlossen.

RZ€

Der RZ€ ist ein Zuchtwert, der allein auf den ökonomisch relevanten Merkmalen aufgebaut ist. Auf der Euroskala drückt der RZ€ den Unterschied im Gewinn bzw. Verlust aus, den ein Tier im Vergleich zum Populationsmittel in seinem Leben erwirtschaften kann. Er setzt sich aus den Zuchtwerten Milchleistung (41%), Nutzungsdauer (27%), Gesundheit (16%), Töchterfruchtbarkeit (7%), Kälberfitness (6%) und Kalbemerkmalen (3%) zusammen.

RZD

Im RZD werden der gemessene Milchfluss und die Bewertung durch den Besitzer zusammengefasst.

Gemessener Milchfluss (kg/min)50%
Bewertung durch den Besitzer (schnell/normal/schwer)50%

RZE

Milchtyp10%
Körper20%
Fundament30%
Euter40%

Die Teilzuchtwerte für Milchtyp, Körper, Fundament und Euter werden zum Relativzuchtwert Exterieur (RZE) zusammengefasst.

RZEuterfit

Mastitis ist nach wie vor die Erkrankung mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung in unseren Milchviehbeständen. Eine klinische Euterentzündung in der Frühlaktation kostet pro Tier schnell 400 bis 600 Euro an Behandlungskosten, Milchgeldverlust etc. Eine subklinische Mastitis (erkennbar an einer erhöhten Zellzahl) schlägt mit bis zu 200 Euro je Tier zu Buche. Mit dem neuen Zuchtwert RZEuterfit lässt sich das Auftreten von Mastitis nun ganz gezielt verringern. Die weltweit einmalige Kombination aus direkten Gesundheitsdaten, die frühe und späte Erkrankungen sowie Abgangsursachen erfassen, wirkt sich beim genomischen Zuchtwert RZEuterfit ganz besonders positiv aus. Durch die Berücksichtigung des RZEuterfit bei der Selektionsentscheidung lässt sich die Mastitisrate in der Herde zielgerichtet und schnell senken.

RZF

Relativzuchtwert Fleisch

maternaler Zuchtwert
40%
Zuchtwert für die tägliche Zunahme bis zum 365. Lebenstag40%
Zuchtwert für die Bemuskelung am 365. Lebenstag20%

 

RZG

Relativzuchtwert Gesamt

Komplex Milchleistung (RZM)45%
Komplex Nutzungsdauer (RZN)20%
Komplex Exterieur15%
Komplex Fruchtbarkeit (RZR)10%
Komplex Eutergesundheit (RZS)7%
Komplex Kalbemerkmale (RZKm)3%

RZGesund

Der Gesundheitszuchtwert RZGesund ist ein Gesamt-Index für die vier Komplexe RZEuterfit, RZKlaue, RZRepro und RZMetabol. Entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung sind sie im RZGesund wie folgt gewichtet:

Merkmalskomplex
Prozent
RZEuterfit40
RZKlaue30
RZRepro20
RZMetabol10

Die Selektion mit dem RZGesund erlaubt die züchterische Verbesserung aller 13 Gesundheitsmerkmale, die in den vier Relativzuchtwerten erfasst werden. So sind mit nur einem Wert alle wichtigen Merkmalskomplexe abgedeckt bzw. die wichtigsten Erkrankungen züchterisch bestmöglich vorgebeugt. Die Sicherheit von 0,57 beweist die Verlässlichkeit des neuen genomischen Zuchtwertes. Der RZGesund bietet dem Tierhalter also eine ausgezeichnete Orientierung und Hilfe bei der Anpaarungsentscheidung. Der RZGesund optimiert gezielt/effektiv die Gesamtgesundheit der Herde. Bei Tieren bzw. Herden mit speziellen Herausforderungen helfen die Zuchtwerte RZEuterfit, RZKlaue, RZMetabol und RZRepro bei der Anpaarung und Wahl des Bullen.

RZKälberfit

Seit August 2019 gibt es einen Zuchtwert, der die Aufzuchtperiode der Kälber berücksichtigt. Der RZKälberfit beschreibt die genetisch bedingte Fähigkeit, die Aufzuchtperiode von Tag 2 bis zu einem Alter von 15 Monaten zu überleben. Betrachtet werden hierbei ausschließlich weibliche Kälber, da die männlichen Kälber in der Regel vom Geburtsbetrieb nach etwa 14 Tagen zur Mast verkauft werden. Da die Abgangsursachen in den verschiedenen Altersabschnitten auf unterschiedliche Krankheiten zurückzuführen sind, wird im Schätzmodell zwischen fünf Altersabschnitten (Tag 3-14, 15-60, 61-120, 121-200, 201-458) unterschieden.

RZKd

Relativzuchtwert Leichtkalbigkeit (direkter Kalbeverlauf)

Geburtsverlauf der Kälber eines Bullen50%
Totgeburtenrate der Kälber eines Bullen50%

Die Besonderheit des RZKd liegt darin, dass sich die Aussage zum Kalbeverlauf überwiegend auf die erste Abkalbung bezieht.

RZKlaue

Milchleistung steht auf gesunden Klauen und genau das garantiert der neue Zuchtwert RZKlaue. In diesem neuen Gesundheitsindex sind die sechs wichtigsten Klauenerkrankungen kombiniert und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet:

  • DDcontrol (Dermatitis Digitalis /Mortellaro) 30 %
  • Klauengeschwüre 15 %
  • Panaritium (digitale Phlegmone) 15 %
  • Weiße-Linie-Erkrankung 15 %
  • Klauenrehe 15 %
  • Limax (Tylom/Zwischenklauenwulst) 10 %

Die starke Gewichtung von Mortellaro im neuen Zuchtwert kommt dabei nicht von ungefähr, denn die infektiöse Klauenerkrankung breitet sich zurzeit stark in den Milchviehbeständen aus. Der RZKlaue erweitert den bisherigen Zuchtwert DDcontrol um weitere wichtige Merkmale für die Zucht auf Klauengesundheit. Durch Berücksichtigung des Wertes bei Anpaarungsentscheidungen kann so die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klauenerkrankungen effektiv gesteuert werden. RZKlaue ist ein entscheidender Schritt zu mehr Klauengesundheit in der ganzen Herde.

RZKm

Relativzuchtwert Kalbeeigenschaften der Töchter (maternaler Kalbeverlauf), bestehend aus Abkalbeeigenschaften der Töchter und Totgeburtenrate bei den Töchtern.

Abkalbeeigenschaften der Töchter50%
Totgeburtenrate bei den Töchtern50%

RZM

Relativzuchtwert Milch dient als Selektionsindex und wird als zusammenfassender Zuchtwert für Milchleistungsmerkmale definiert.

Eiweiß-kg67%
Fett-kg33%

RZMetabol

Die Stoffwechselgesundheit ist gerade bei hochleistenden Kühen von immenser Bedeutung: für die Wirtschaftlichkeit und das Tierwohl. Bisher gab es keine brauchbaren Hilfsmerkmale, die deren Erfassung und somit die Schätzung eines Zuchtwertes zuließen. Im genomischen Zuchtwert RZMetabol werden nun erstmals diese Merkmale mit folgender Gewichtung zu einem Index verrechnet:

  • Linksseitige Labmagenverlagerung 50 %
  • Milchfieber 25 %
  • Ketose 25 %

Die Datengrundlage des RZMetabol wird sich in den kommenden Jahren noch wesentlich vergrößern, so dass die Sicherheit dieses genomischen Zuchtwertes in Zukunft noch weiter ansteigen wird.

RZN

Relativzuchtwert Nutzungsdauer

Seit April 2018 wird der Zuchtwert für Nutzungsdauer (RZN) basierend auf neun Überlebenszuchtwerten geschätzt, die wiederum neun Lebensabschnitte repräsentieren. Von der ersten Kalbung bis zur vierten Kalbung werden dabei die hieraus resultierenden 3 Laktationen in je drei Abschnitte unterteilt. So stehen erste reale Überlebensinformationen bereits am 50. Tag der ersten Laktation, der das Ende des ersten Abschnitts kennzeichnet, zur Verfügung. So bekommen alle Bullen zeitgleich mit den ersten töchterbasierten Zuchtwerten für Milchleistung/Zellzahl auch Nutzungsdauerzuchtwerte auf Basis von Töchterinformationen. Analog zu anderen Relativzuchtwerten wird ein RZN für KB-Bullen veröffentlicht, wenn er auf Töchterinformationen (1. Abschnitt 1. Laktation) auf mindestens 10 Betrieben beruht.

RZR

Relativzuchtwert Konzeption (KON)75%
Rastzeit25%

Der Relativzuchtwert Reproduktion (RZR) entsteht aus dem Relativzuchtwert Konzeption und der Rastzeit. Dabei umfasst die Rastzeit die Zeitspanne von der Kalbung bis zur ersten Besamung. Der Relativzuchtwert Konzeption setzt sich aus den folgenden vier Merkmalen zusammen:

NRR (NRr/NRk): Die Non-Return-Rate wird für Rinder (r) und Kühe (k) gesondert ausgegeben. Sie macht eine Aussage über die Konzeptionsfähigkeit. Hier wird beobachtet, ob in dem Zeitraum von 56 Tagen nach der ersten Belegung eine weitere Belegung stattfindet.

VZ (VZr/VZk): Beschreibt die Zeit von der ersten bis zur erfolgreichen Belegung in Tagen. Dieser Wert wird ebenfalls für Rinder (r) und Kühe (k) separat ausgegeben.

Nicht verwechseln mit RZ Repro.

RZRepro

Nur Kühe, die schnell und problemlos wieder tragend werden, verbleiben viele Laktationen in der Herde. Dafür ist die Gesundheit des Fortpflanzungstraktes von großer Bedeutung. Mit RZRepro kann erstmalig auf gesunde Fortpflanzungsorgane bei der Kuh gezüchtet werden. Der genomische Relativzuchtwert RZRepro umfasst Reproduktionsstörungen, die früh (Gebärmutterentzündung, Nachgeburtsverhaltung) und spät (Zyklusstörungen) in der Laktation auftreten, in wirtschaftlich optimaler Weise:

  • Sterilität (z. B. durch Zyklusstörungen/Zysten) 50 %
  • Endometritis / Metritis 25 %
  • Nachgeburtsverhaltungen 25 %

Die Zyklusstörungen weisen eine Korrelation zu den bisher schon im RZR (Töchterfruchtbarkeit) erfassten Merkmalskomplex Rastzeit auf und wurden bereits indirekt züchterisch bearbeitet. Daten zu den Gesundheitsmerkmalen Gebärmutterentzündung und Nachgeburtsverhaltungen wurden jedoch nicht erhoben – bis zur Entwicklung des neuen genomischen Relativzuchtwertes RZRepro. Dank des neuen Komplexes und der darin verarbeiteten Daten ist nun eine gezielte Zucht auf Reproduktionsgesunde Tiere möglich.

RZRobot

Relativzuchtwert Robotereignung

Melkbarkeit (RZD) (muss sein ≥ 94)20%
Zellzahl (RZS)15%
Fundament15%
Strichplatzierung hinten (muss sein ≤ 106)20%
Strichlänge (muss sein ≥ 94)20%
Euter10%

Wird nur angezeigt, wenn der RZRobot ≥ 100 ist.

RZS

Relativzuchtwert Zellzahl

Die Zellzahlergebnisse aus der Milchleistungsprüfung werden als Merkmal für die Zuchtwertschätzung der somatischen Zellzahl verwendet. Werte über RZS 100 sind züchterisch positiv, sie bedeuten eine niedrigere Zellzahl.

Saure Detergenzienfaser (ADF)

Bei der Futtermitteluntersuchung nach Van Soest, bleibt nach dem Kochen mit schwefeliger (saurer) Detergenzienlösung vorwiegend Zellulose und Lignin übrig. Sie werden als acid detergent fiber (saure Detergenzienfaser, ADF) bezeichnet.

Saures Detergenzien unlösliches Rohprotein (ADICP)

Das saure Detergenzien unlösliches Rohprotein gibt die Menge Protein an, die für die Verdauung und Aufnahme nicht zur Verfügung steht

Schüttelbox

Mit Hilfe einer Schüttelbox ist es möglich direkt am Futtertisch die Futterration zu bewerten. Es kann die Struktur der Ration gemessen werden.

Folgende Kriterien lassen sich mit der Futterschüttelbox bestimmen:

  • Mischgenauigkeit
  • Fehler in der Reihenfolge der Befüllung des Mischwagens
  • Austragegenauigkeit des Mischwagens
  • Strukturwirksamkeit der Mischration
  • Vollständigkeit der Komponenten der Mischration

SG (6) Sohlengeschwür

Definition: Beim Sohlengeschwür handelt es sich um einen umschriebenen Defekt der Hornsohle (Sohlensegment und fußende Ballensegmente) mit Beteiligung der Lederhaut. Je nach Lage des Geschwürs werden verschiedene Arten von Sohlengeschwüren unterschieden.

Silage

Silagen gehören zu den Grundfuttermitteln (= Basis der Wiederkäuerernährung).

Herstellung:

Dabei wird Gras gemäht anschließend angewelkt und zerkleinert (Feldhäcksler oder mittels Schneidwerk im Ladewagen) zum Silo gefahren. Darin das Gras mit möglichst beschwerter Technik (üblicherweise Traktoren oder Radlader) festgefahren und verdichtet und im Anschluss mit Folien abgedeckt. Unter Sauerstoffabschluss beginnt dann der anaerobe Gärprozess, welcher das Futter konserviert.

Bei Mais wird dieser üblicherweise als Ganzpflanze mit dem Häcksler geerntet. Der Häcksler schneidet dabei die Pflanzen ab, häckselt sie klein zerreibt die Körner und bläst die zerkleinerte Pflanze auf das parallel mitfahrende Fahrzeug. Diese bringen das Siliergut zum Silo, wo wie bei Gras die Silierung beginnt.

Wichtig:

Das Siliergut muss möglichst kurz gehäckselt werden, da kleinere Partikel besser verdichtet werden können. Desto weniger Restsauerstoff befindet sich in der Silage und desto besser ist der Silierprozess. Das Siliergut muss sorgfältig festgefahren werden, damit die Verdichtung so hoch wie möglich ist. Die Abdeckung der Silage mittels Folien muss sofort nach dem Festfahren geschehen, damit Sauerstoff nicht wieder eindringen kann. Sauerstoffzufuhr führt zu Schimmelbildung und Verderb des Futters.

Somatische Zellen

Somatische Zellen sind entweder Euterepithelzellen, welche bei der Gewebeerneuerung abgestoßen werden, oder Leukozyten. Leukozyten werden über die Blutbahn ins Euter transportiert, bekämpfen im Falle einer Infektion Erreger und sterben ab. Beide Arten von Zellen werden über die Milch aus dem Körper geschleust. Die Milch gesunder Euterviertel enthält weniger als 100.000 Zellen je Milliliter. Ein Zellgehalt von 100.000 bis 250.000 Zellen je Milliliter gilt als leicht erhöht, muss aber nicht die Folge einer Euterentzündung sein. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Zellgehalt gegen Ende der Laktation erhöht, da sich durch die rückläufige Milchmenge der Konzentration der Zellen in der Milch erhöht. Werden mehrmals hintereinander mehr als 250.000 Zellen je Milliliter festgestellt, so handelt es sich um eine Entzündung der Milchdrüse, die durchaus chronisch verlaufen kann. Siehe Mastitis

Spurenelemente

Zu den Spurenelementen gehören:

  • Eisen (Fe)
  • Fluor (F)
  • Jod (J)
  • Kobalt (Co)
  • Kupfer (Cu)
  • Mangan (Mn)
  • Selen (Se)
  • Zink (Zn)

SSG (6.3) Sohlenspitzengeschwüre

Definition: Ein Sohlenspitzengeschwür ist durch einen Defekt des Sohlenhorns im Bereich der Sohlenspitze gekennzeichnet.
Ursachen und Entstehung: Ein Sohlenspitzengeschwür kann auf ein zu dünnes oder zu kurzes Beschneiden der Klauenspitze zurückzuführen sein, insbesondere bei Tieren, deren Klauen durch chronische Klauenrehe vorgeschädigt sind. Eine durch Rehe bedingte Rotation des Klauenbeins kann zu einer Druckbelastung der Lederhaut im Bereich der Sohlenspitze führen. Ebenso können harte Liegeflächen, auf denen es während des Aufstehens an den Hintergliedmaßen zu einer Punktbelastung kommt, Sohlenspitzengeschwüre bedingen.

Vorkommen und Aussehen: Sohlenspitzengeschwüre sind durch einen Defekt des Sohlenhornes im Spitzenbereich der Klaue gekennzeichnet, der eine Infektion und Entzündung der Lederhaut und des darunter gelegenen Knochens zur Folge haben kann.

Behandlung und Vorbeuge: Nach Entfernen des losen Hornes sollte die betroffene Klaue über einen Klotz auf der Gegenklaue entlastet werden. Tiere mit tief reichenden Sohlenspitzengeschwüren sollten dem Tierarzt vorgestellt werden.

Stärke (XS)

Stärke ist der bedeutendste Energielieferant und zählt wie der Zucker zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten.

Stärke wird überwiegend schon im Pansen von den Mikroorganismen zu Propionsäure abgebaut. Nur die beständige Stärke passiert den Pansen unverändert.

Stärke ist das wichtigste Speicher-Kohlenhydrat der Pflanze und in Form von Stärkekörnern in Getreide, Kartoffeln und Maniok reichlich vorhanden. Es gibt zwei Stärkefraktionen: Amylose und Amylopektin.

STG (6.1) Steingalle

Definition: Bei der Steingalle handelt es sich um ein Vorstadium des Sohlengeschwürs. Lokale Traumen (ein eingetretener Stein) oder Druckbelastungen können eine umschriebene Durchblutungsstörung an der Sohlenlederhaut bedingen, wodurch Blutbestandteile in das Horn übertreten (Einblutungen). An der betroffenen Stelle ist die Hornproduktion gestört.

Stickstoff (N)

Stickstoff ist ein chemisches Element mit dem Elemtsymbol N. Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Aminosäuren und damit der Proteine. Elementar tritt das farblose Gas nur in Form zweiatomiger Moleküle auf ist mit 78% der Hauptbestandteil der Luft.

Stoffwechselerkrankungen

Häufig treten Stoffwechselerkrankungen in den ersten Tagen und Wochen der Laktation auf. Sie ziehen oft weitere Erkrankungen und Funktionsstörungen mit sich. So bedingen beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Milchfieber und Ketose nachfolgende Fruchtbarkeitsprobleme.

Strukturwert (SW)

 Releativzahl zur Bewertung der Struktur von Futtermitteln. Er wird anhand von Kauzeitmessungen, Speichelfluss und Fütterungsversuchen zum kritischen Kraftfutteranteil in der Ration ermittelt.

Für eine Kuh mit einer Tagesleistung von 25kg Milch, sollte die Ration einen Strukturwert von mindestens 1 aufweisen.

Strukturwirksame Rohfaser (sXF)

Die strukturwirksame Rohfaser ist der pansenmotorisch wirksame Anteil der Rohfaser von Grobfuttermitteln. Sie bestimmt die Kau- und Wiederkauintensität. Dabei wird die Sekretion von Speichel angeregt, der für die Einstellung eines optimalen pH-Wertes im Pansen wichtig ist.

Für einen ungestörten Ablauf der Verdauungsprozesse wird bei Milchkühen eine Mindestmenge von 400g strukturwirksamer Rohfaser je 100kg Lebendmasse und Tag als ausreichend angesehen.

Subklinisch

Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen. Im Gegensatz zu einer klinischen Krankheit, sind hier zunächst keine Symptome erkennbar.

Beispiele sind: Subklinische Acidose / Subklinische Ketose bei der Milchkuh

Trächtigkeit oder Trächtigkeitsuntersuchung (TU)

Ein Tier wird als tragend aus einer auswertbaren Besamung gewertet, wenn
  • keine Nachbesamung (NB) erfolgte und
  • kein negatives TU-Ergebnis vorliegt und
  • kein Abgang wegen Unfruchtbarkeit vorliegt.

In zentralen Auswertungen werden die Kennziffern zur Trächtigkeit erst ab 90 Tagen nach der betreffenden Besamung ermittelt.

Bei der Ermittlung der Non-Return-Rate (NR90) werden die Trächtigkeitsuntersuchung (TU) Ergebnisse nicht berücksichtigt.

Zur Berechnung der Trächtigkeitsraten (TREB, TRG) müssen die auswertbaren Besamungen ermittelt werden.

Trächtigkeitsindex (TI)

Der Trächtigkeitsindex (TI) entspricht dem Besamungsaufwand (BA)

Anzahl der Besamungen der tragenden Tiere
Trächtigkeitsindex (TI)=
Anzahl tragender Tiere

Es wird für die tragenden Kühe angegeben wie viele Besamungen für ihre Trächtigkeit erforderlich waren. Dabei bleiben die nichttragenden Kühe unberücksichtigt.

Analog dazu kann auch der Nichtträchtigkeitsindex (NTI) gebildet werden:

Er entspricht dem Besamungsaufwand nicht tragende Tiere (BANT)

Anzahl der Besamungen der nicht tragenden Tiere
Nichtträchtigkeitsindex (NTI)=
Anzahl nicht tragender Tiere

 

Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB) oder Erstbesamungserfolg (EBE)

Die TREB kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus auswertbaren Erstbesamungen an den durchgeführten auswertbaren Erstbesamungen (AEB).

Als auswertbare EB werden alle EB von Tieren gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der EB vergangen sind. Aus Erstbesamung (EB) tragend sind Tiere gemäß der Definition Trächtigkeit.

Anzahl tragende Tiere aus auswertbaren Erstbesamungen x 100
Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB)=
Anzahl Tiere mit auswertbaren Erstbesamungen

Richtwerte:

  • Bestand: über 55%
  • Kühe: über 50%
  • Färsen: über 70%

Trächtigkeitsrate aus Nachbesamung i (TRNBi)

Die TRNBi kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus der auswertbaren Nachbesamung i im Verhältnis zu den Kühen mit der auswertbaren Nachbesamung i.

Als Tiere mit der auswertbaren Nachbesamung i werden die Tiere gezählt, deren letzte Nachbesamung i im Auswertungszeitraum liegt, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der letzten Nachbesamung i vergangen sind.

Anzahl tragende Tiere aus der auswertbaren Nachbesamung i x 100
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)=
Anzahl Tiere mit der auswertbaren Nachbesamung i

  • TRNB1 bedeutet Trächtigkeitsrate aus der ersten Nachbesamung
  • TRNB2 bedeutet Trächtigkeitsrate aus der zweiten Nachbesamung usw.

Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)

 Die TRG kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus auswertbaren Besamungen im Verhältnis zu den Kühen mit auswertbaren Besamungen. Sie hat wenig Bedeutung.

Anzahl tragende Tiere aus auswertbaren Besamungen x 100
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)=
Anzahl Tiere mit auswertbaren Besamungen

Als Tiere mit auswertbaren Besamungen  werden die Tiere gezählt, deren letzte Besamung im Auswertungszeitraum liegt, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der letzten Besamung vergangen sind.

Aus Besamungen tragend sind Tiere, gemäß der Definition Trächtigkeit.

Richtwerte:

  • Bestand: 80 bis 85%
  • Kühe: 75 bis 80%
  • Färsen: 90 bis 95%

Trockenmasse (TM), Trockensubstanz (TS)

wird zum Teil auch als T abgekürzt.

Die Trockenmasse ist der Anteil eines Futtermittels, der nach der Trocknung (ca. 4 Stunden bzw. bis zur Gewichtskonstanz bei 103°C) übrigbleibt.

Trockenmasseaufnahme

Die Futteraufnahme der Tiere wird in der Regel im Trockensubstanzgehalt der Futterration bewertet. Sie kann durch zahlreiche Faktoren positiv, wie auch negativ beeinflusst werden. So regt beispielsweise häufiges Futter Nachschieben die Trockenmasseaufnahme an, Mykotoxinbelastungen im Futter senken dessen Aufnahme.

Trockensteher

Als Trockensteher bezeichnet man Milchkühe in der Phase zwischen der vorangegangenen Laktation und der Geburt des folgenden Kalbes. In dieser Zeit kann sich der Organismus der Milchkuh regenerieren. In der Regel beträgt die Trockenstehphase rund 6 bis 8 Wochen. Altkühen wird eine kürzere Trockenstehzeit gewährt, Jungkühen (1.Laktation) eher eine längere.

Umsetzbare Energie (ME)

Die umsetzbare Energie ist der Energieanteil im Futter, der nach Abzug der Energieverluste über Kot, Harn und Methan für die Umsetzung im Tierkörper zur Verfügung steht.

Die umsetzbare Energie (ME, von englisch metabolizable energy) ist der Maßstab für den Energiebedarf bei Jungrindern und in der Rindermast. Gemessen wird die ME in Megajoule (MJ).

Unabbaubares Protein (UDP)

Der Teil des Futter-Rohproteins, der den Pansen unabgebaut passiert, wird als unabbaubares Protein (UDP) bezeichnet. Der Begriff UDP kommt aus dem englischen (undegraded dietary protein) und benennt damit direkt die Proteinquelle, die erst im Dünndarm zur Verfügung steht. Dieser Teil des Futterproteins wird auch als „Durchflussprotein„ oder „pansenbeständiges Protein„ bezeichnet.

Undigestible Neutral Detergent Fiber (uNDF)

uNDF 240 ist per Definition des CNCPS-Modells, der Anteil der Faser, der nie verdaut werden kann.

Van Soest

Van-Soest  
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateZuckerNicht-Faser-Kohlenhydrate
Stärke
Pektine / org. Rest
HemizelluloseNeutrale Detergenzien Faser
ZelluloseSaure Detergenzien Faser
LigninSäure Detergenzienlignin

Verdaulichkeit (D)

Die Verdaulichkeit stellt den prozentualen Anteil eines Nährstoffes dar, der verdaut und resorbiert wird. Sie ist abhängig von der physikalisch-chemischen Beschaffenheit und Verdauungsenzymen und anderen verdauungsfördernden Substanzen. Der Begriff Verdaulichkeit wird im englischen „digestibility“ genannt. Anwendung findet die Verdaulichkeit u.a. bei der digestible Neutral Detergent Fiber (dNDF oder NDFD)

Bei der Faserverdaulichkeit gibt es definierte Zeiten: 24h, 30h, 48h, 72h, 120h und 240h

Bei der Stärke wird die Verdaulichkeit bei 0, 3, 7 und 16h angegeben.

Verzögerungszeit (VZ)

Die Verzögerungszeit ist der Zeitraum (Tage) zwischen der Erstbesamung und der Besamung, die zur Trächtigkeit führte.

Sie ist Null, wenn die Kuh aus der Erstbesamung tragend wird.

Sie entspricht der Summe der Zwischenbesamungszeiten, wenn die Kuh nachbesamt wurde.

Richtwerte:

  • Bestand: unter 25 Tage
  • Kühe: unter 30 Tage
  • Färsen: unter 20 Tage

Verzögerungszeit der Nachbesamungen (VZNB)

Die Verzögerungszeit der Nachbesamung (VZNB) ist der Zeitraum (Tage) zwischen der Erstbesamung und der Besamung, die zur Trächtigkeit führte. Ohne Tiere die aus der Erstbesamung tragend hervorgegangen sind.

Es betrifft hier immer Kühe die mindestens 2 Besamungen haben. Alle Tiere haben eine Trächtigkeitsrate aus Erstbesamung (TREB) von Null.

Voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ)

Die voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ) ist die Zeit zwischen der letzten Kalbung und der vorausberechneten kommenden Kalbung. Sie ist ein aktueller Schätzwert für die künftig zu erwartende Zwischenkalbezeit.

Voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ)=Datum der voraussichtlichen KalbungDatum der letzten Kalbung – 1

Das Datum der voraussichtlichen Kalbung ergibt sich aus dem Datum der letzten wahrscheinlich zur Trächtigkeit führenden Besamung plus der durchschnittlichen Trächtigkeitsdauer von 281 Tagen (bei Holstein-Frisian (HF).

Oder:

Voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ)=Güstzeit (GZ) + 281

Richtwerte:

  • Bestand: 365 bis 405 Tage in Abhängigkeit von der Leistung

Weender-Analyse

Um den Nährwert eines Futtermittels angeben zu können, bedarf es bestimmter Analyseverfahren. Die Weender-Analyse zählt hierbei zu den Standardverfahren. Die Futtermittel werden nach Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, Rohfett und stickstofffreie Extraktstoffe unterschieden. Entwickelt wurde dieses Analysesystem 1860 in Weende bei Göttingen. Die Weender-Analyse wurde ab 1960 um die Detergenzienanalyse nach Van Soest erweitert. In den 1970er Jahren wurde dann auf Basis der Weender-Analyse das CNCPS-Modell entwickelt. Dieses Modell betrachtet die untersuchten Futtermittel noch präziser.

Weender-Analyse
Rohasche
Rohprotein
Rohfett
KohlenhydrateN-freie Extraktstoffe
Rohfaser

Wiederbesamungsintervall (WBI) oder Zwischenbesamungszeit (ZBZ)

Die Aufteilung der Zeitspanne zwischen Erstbesamung (EB) und der erfolgreichen Besamung in zeitlich verschiedene Intervalle entspricht den Wiederbesamungsintervallen.

Richtwerte für im Intervall von 18 bis 24 Tagen (zyklusgerechte Wiederbesamungen):

  • Bestand mindestens 50%
  • Kühe mindestens 50 bis 60%
  • Färsen mindestens 70%

Wiederkäuer

Wiederkäuer verfügen über ein mehrhöhliges Vormagensystem, das dem Drüsenmagen (Labmagen) vorgelagert ist. Der Futterbrei wird dabei zum Wiederkauen in die Mundhöhle zurückbefördert und erneut abgeschluckt.

Rind, Schaf, Ziege und Damwild gehören zu den Wiederkäuern.

WL (1.2) Wandläsion

Definition: Bei der Wandläsion handelt es sich um eine Rehe- und/oder Trauma-bedingte, umschriebene, eitrige Entzündung der Wandlederhaut, bevorzugt an der abaxialen (äußeren) Wand des Hornschuhs, bei der es zu einer Zusammenhangstrennung zwischen Lederhaut und hornbildender Schicht kommt.

Ursachen und Entstehung: Die Wandläsion entsteht häufig im Anschluss an eine (Rehe-bedingte) Schädigung der Weißen Linie, durch die Bakterien eindringen und die Wandlederhaut infizieren können. Auch raue Laufflächen und Staunässe in den Laufgängen tragen zu einer mechanischen Schädigung bei. Die Infektion der Lederhaut kann zu einer Abszessbildung führen, oder der Prozess bricht in Höhe des Kronsaumes nach außen durch.
Vorkommen und Aussehen: Am häufigsten sind die Außenklauen der Hintergliedmaßen im Bereich des Tragrandes betroffen. Die Wandläsion kann zu einer Hohlraumbildung mit Eiteransammlung zwischen der Lederhaut und der hornbildenden Schicht führen.

Behandlung und Vorbeuge: Dem Eiter muss Abfluss verschafft werden und das unterwanderte Horn sollte freigelegt werden, wobei darauf zu achten ist, dass sanfte Übergänge vom Horn zur Lederhaut geschaffen werden. Sofern tiefer gelegene Strukturen betroffen sind, sollte der Tierarzt hinzugezogen werden. Zur Vorbeuge siehe 1 und 1.1.

WLD (1.1) Weiße Linie Defekt

Definition: Ein Weißer Linie Defekt ist eine Rehe-oder Trauma-assoziierte Erkrankung. Sie beschreibt eine Zusammenhangstrennung der weißen Linie mit dunkel gefärbten Rissen, Einblutungen und ausbrechenden Klauenrändern. Die Zusammenhangstrennung geht entweder von der Sohlenfläche aus und setzt sich in Richtung auf den Kronsaum fort (Reißverschlusseffekt), oder aber sie entwickelt sich infolge einer Rehe (Verbreiterung und Zusammenhangstrennung der Weißen Linie).

Entstehung und Ursache: Weiße Linie Defekte entstehen entweder infolge einer Klauenrehe (Trennung der Schichten) oder durch einen zu starken Abrieb des Hornes auf rauen Laufflächen (z.B. nach der Neubelegung von Ställen) oder unwegsamen, mit Steinen versehenen Treibwegen. Die Weiße Linie, der Bereich an dem das Wandhorn in das Sohlenhorn übergeht, stellt die Fortsetzung der Lamellen des Wandhornes dar. Da die Weiße Linie weicher ist als das sie umgebende Sohlen- und Wandhorn, ist sie sehr empfindlich. Kleine Steinchen können im Bereich der weißen Linie eindringen und diese auftrennen. Vergleichbar mit dem Öffnen eines Reißverschlusses setzt sich der Riss dann in Richtung auf den Kronsaum fort. Ebenso können ätzende Substanzen die Hornsubstanz im Bereich der Weißen Linie auflösen, sodass nachfolgend Schmutz in den Spalt eindringen kann. Auf rauen Laufflächen wird die Sohlenfläche plan abgeschliffen. Es können Risse in der Weißen Linie entstehen, wodurch sich Keime einen Zugang zur Lederhaut verschaffen.
Im Bereich des Ballens nimmt die Weiße Linie vor allem durch Rehe-bedingte Veränderungen Schaden, weshalb der WLD zu den Rehe-assoziierten Erkrankungen zählt. Im genannten Bereich kommt es zu einer Verbreiterung der Weißen Linie und Produktion eines minderwertigen Hornes, durch das Bakterien leicht in die Nähe der Sohlen- oder Wandlederhaut gelangen können.

Behandlung und Vorbeuge: Liegen Zusammenhangstrennungen der Weißen Linie vor, sollte nachgegangen werden wie tief diese reichen. Auch gesunde Rinder weisen regelmäßig kleine Risse oder Verfärbungen der Weißen Linie auf, die jedoch beim Entfernen einer dünnen Hornschicht mit dem Klauenmesser verschwinden. Dieses ist eher als normale Erscheinung zu werten und sollte nicht dokumentiert werden. Krankhaft sind dagegen tief reichende Risse der weißen Linie die sich bis auf die Lederhaut oder in Richtung des Kronsaums fortsetzen. Zur Vorbeuge sollten raue Laufflächen oder Staunässe in den Laufgängen vermieden werden.
Für die infolge einer Rehe auftretende Form der WLD gilt das unter 1. beschriebene Vorgehen.

Zelle

Eine Zelle ist die kleinste lebende Einheit aller Organismen. Man unterscheidet Einzeller und Mehrzeller. Besteht das Lebewesen aus vielen Zellen können Zellen zu funktionellen Einheiten verbunden sein und dadurch Gewebe bilden.

Zellgehalt

Der Zellgehalt in der Milch stellt ein Qualitätskriterium dar. Ist der Zellgehalt < 100.000/ml Milch gelten die Tiere als gesund. Hohe Zellgehalte können beispielsweise über eine erhöhte Leitfähigkeit der Milch festgestellt werden oder mittels des Schalmtests.

Zellulose

Zellulose (Cellulose) ist ein Bestandteil der Pflanzenzellwände (Gerüstsubstanz). Während Säugetiere keine Enzyme zur Spaltung der Zellulose haben, können die Pansenmikroben der Wiederkäuer Zellulose als Energiequelle nutzen. Siehe NDF.

Zink (Zn)

Zink (Zn) hat eine vielseitige Bedeutung für den Zellstoffwechsel und ist in einer großen Zahl von körpereigenen Wirkstoffen (Hormone) enthalten. Außerdem hat Zink eine besondere Schutzfunktion für die Haut.

Zucker (XZ)

Zucker gehören zu den leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Sie sind im Pansen sehr leicht löslich und werden von den Pansenmikroben zu flüchtigen Fettsäuren vergoren. Dadurch ist eine schnelle Bakterienvermehrung möglich. Wegen der Azidosegefahr müssen Futtermittel mit einem hohen Zuckergehalt in kleineren Einzelportionen über den Tag verteilt verabreicht werden.

Die kleinsten Bausteine der Kohlenhydrate sind die Einfachzucker (Monosaccharide). Hierzu gehören unter anderem Glukose, Fruktose, Galaktose und Ribose. Zu den Disacchariden (Verbindungen aus zwei Monosachariden) gehören u. a. Laktose, Maltose und Sacharose.

Zucker kann über zwei verschiedene Varianten bestimmt werden.

  1. mittels Ethanol (ESC steht für Ethanol löslicher Zucker)
  2. mittels Wasser (WSC steht für Wasser löslicher Zucker), diese Methode ist besser anerkannt hinsichtlich der Verdauung und der Umsetzung in der Kuh

Zunahme, Lebtagszunahme (LTZ)

Von täglichen Zunahmen wird vor allem im Bereich der Mast gesprochen. Angestrebte Tageszunahmen bei Mastbullen liegt bei über  1.200 g / Tag.

Die Höhe der Tageszunahmen gibt an, wie viel Gewicht ein (Mast)Tier am Tag zunimmt. Je höher die Tageszunahmen sind, desto schneller ist ein Tier ausgemästet und kann vermarktet werden. Hohe Tageszunahmen können nur realisiert werden, wenn eine bedarfs- und leistungsgerechte Fütterung vorliegt. Hierzu sind eine optimale Qualität der eingesetzten Futtermittel, sowie eine auf die Lebens- und Leistungsphasen abgestimmte Futterration und eine ausgewogene Versorgung mit Mengenelementen, Vitaminen und Spurenelementen unerlässlich.

Zwischenbesamungszeit (ZBZ)

Die Zwischenbesamungszeit ist die Zeit zwischen der Erstbesamung und der folgenden Nachbesamung oder zwischen zwei aufeinanderfolgenden Nachbesamungen (Doppelbesamungen, also Folgebesamungen in der gleichen Brunst werden nicht berücksichtigt).

Richtwerte:

  • 50% im Bereich von 18 bis 24 Tage
  • Gesamtbestand: 30 – 35 Tage
  • Kuhbestand: 35 Tage
  • Färsenbestand: 35 Tage

Die ZBZ* kennzeichnet die Ermittlung der Zwischenbesamungszeit unter Einbeziehung der Konzeption aus der Erstbesamung. Für eine Kuh, die aus der Erstbesamung tragend wird, ist die ZBZ* = 0.

Die Aufteilung der Verzögerungszeit in zeitlich verschiedene Intervalle entspricht den Wiederbesamungsintervallen (WBI).

Zwischenkalbezeit (ZKZ)

Die Zwischenkalbezeit ist die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgende Kalbungen. Der Zähler der Kalbungen wird damit um 1 erweitert.

Sie wird nur für die Kalbungen berechnet, deren jüngstes Kalbedatum im Auswertungszeitraum liegt.

Richtwerte:

  • 365 – 405 Tage (nach Leistung)

Wirtschaftlich optimale Güstzeit (GZ) und ZKZ:
MKgGZZKZ
750085365
8000105385
10000125405

Die Kosten je Tag verlängerter Güstzeit (GZ) bzw. Zwischenkalbezeit (ZKZ), oberhalb der oben genannten Richtwerte, werden in der Literatur mit ca. 2 bis 4 € je Tag beziffert.