LI (7) Limax (Tylom)

Definition: Die Limax oder der Zwischenklauenwulst (Tylom) ist eine kleinfinger- bis daumenstarke Zubildung der Haut und des Bindegewebes im Zwischenzehenbereich, welche vorn zwischen den Klauen beginnend in unterschiedlicher Länge in den Spalt hineinreicht.
Ursachen und Entstehung: Man unterscheidet verschiedene Formen der Limax, wobei die erbliche Form vor allem mehrere Klauen gleichzeitig betrifft. Diese Form kommt in der Regel im Zusammenhang mit Fehlstellungen der Klauen (Spreizklauen) vor und tritt in bestimmten Kuhfamilien gehäuft auf. Bevorzugt tritt die Limax jedoch infolge Reizung der Zwischenzehenhaut im Rahmen von infektiös bedingten Klauenerkrankungen (z. B. der Klauenfäule) auf oder entsteht infolge eines nicht fachgerecht ausgeführten Klauenschnittes (schräge Sohlenfläche).

Vorkommen und Aussehen: Zunächst bildet sich im Zwischenklauenspalt eine schmerzlose Schwiele, die im Laufe der Zeit an Größe zunimmt. Sobald die Limax an der Oberfläche durch Reibung oder Quellung der Haut geschädigt wird, können Bakterien eindringen und eine sehr schmerzhafte Entzündung verursachen (Limax necroticans). Auch die Dermatitis digitalis kann auf der Oberfläche einer Limax beobachtet werden.

Behandlung und Vorbeuge: Im Rahmen der Klauenpflege ist darauf zu achten, dass beim Abtragen der Sohle keine schräge Fläche entsteht, welche eine Stellungsanomalie mit Einengung des Zwischenklauenspaltes bedingen würde. Die korrekt ausgeführte funktionelle Klauenpflege kann durch Anbringen der Hohlkehlung zu einer Vermeidung der Bildung einer Limax beitragen und diese unter Umständen auch verringern. Eine Limax darf nur durch den Tierarzt entfernt werden, da für den Eingriff eine Betäubung erforderlich ist.

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