Klauen- und Gliedmaßengesundheit

Die Klauen- und Gliedmaßengesundheit stellt in der Rinderhaltung einen ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor dar. Neben Euterkrankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen verursachen insbesondere Klauenerkrankungen finanzielle Verluste. Letztere beruhen auf den Kosten für die Behandlung und den erhöhten Arbeitsaufwand sowie auf dem verminderten Ertrag bei Schlachtung lahmer Kühe. Der Anteil von Kühen mit krankhaften Befunden an den Klauen rangiert je nach Betrieb zwischen 6% und über 40%.
Die Störungen der Klauengesundheit bei Milchkühen beruhen einerseits auf Defiziten in den heutigen Haltungsbedingungen, welche eher arbeitswirtschaftlichen Erfordernissen als den Bedürfnissen der Tiere entgegenkommen. Andererseits gehen die hohen Milchleistungen der Milchkühe einher mit höheren Ansprüchen an das Management und die Umgebung.
Eine gezielte Bekämpfung von Klauenerkrankungen bedarf der Erkenntnis, dass im Betrieb ein Klauengesundheitsproblem besteht. Dessen Ausmaß lässt sich über eine regelmäßig durchgeführte Bewertung des Lahmheitsgrades aller Tiere sowie über eine Dokumentation der an den Klauen erhobenen Befunde erkennen. Solche Daten können zudem für die Formulierung von Betriebszielen und für die Erstellung eines Maßnahmenkataloges zur Verbesserung der Klauengesundheit im Betrieb herangezogen werden.
Ein standardisierter Diagnoseschlüssel mit aussagekräftigen Abbildungen und entsprechenden Erläuterungen soll Landwirten, Klauenpflegern, Tierärzten und allen weiteren mit Rinderhaltung betrauten Personen bei der Dokumentation Hilfestellung bieten. Die verwendete Nomenklatur (Bezeichnung) folgt weitgehend den auf internationaler Ebene getroffenen Vereinbarungen und ermöglicht neben der handgeschriebenen eine elektronische Befunddokumentation.

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