Dermatitis Digitalis (DD)
Hervorgerufen wird DD durch sogenannte Treponemen, bewegliche schraubenförmige Bakterien. Diese gelangen meist durch befallene Zukaufstiere in den Bestand und verbreiten sich durch einzelne erkrankte Tiere in der Haltungsumwelt der Rinder. Doch nur das bloße Vorhandensein der Treponemen reicht für einen Krankheitsausbruch bei einem Tier nicht aus. Erst wenn eine Kuh z.B. durch einen Energiemangel in der Hochlaktation in ihrer Abwehrkraft geschwächt ist, können die Erreger die Immunabwehr des Tieres überwinden und Krankheitssymptome hervorrufen. Nach einer Übertragung bohren sich die Treponemen aktiv in die tiefen Hautschichten der Klauenhaut, dorthin wo sie weder das Immunsystem des Tieres noch Medikamente erreichen können. Bricht die Krankheit bei einer Kuh aus, zeigen sich in der Frühphase zunächst kleine scharf abgegrenzte Läsionen, meist am weichen Ballen oder im Zwischenklauenspalt. In der Frühphase ist die Erkrankung noch nicht schmerzhaft, so dass zunächst noch keine Lahmheit bei den Tieren auftritt. Das tiefrote, runde und höckerige Erscheinungsbild der Läsion haben der Dermatitis ihren deutschen Spitznamen
Erdbeerkrankheit eingebracht. Bleibt DD in der Frühphase unentdeckt, breitet sie sich weiter auf der Klauenhaut aus und wird schmerzhaft für die Tiere. Im Stall fallen akute Fälle durch eine leichte bis mittelgradige Lahmheit auf. Beim Blick auf die Klauenhaut unmittelbar oberhalb des weichen Ballens der Hintergliedmaßen bestätigt sich dann der Verdacht: Mortellaro. Wird nun behandelt, ziehen sich die Treponemen tief in die Klauenhaut zurück. Es entsteht die chronische DD, die als solche kaum noch zu erkennen ist. Wird das Immunsystem der Kuh z.B. durch eine Hitzeperiode oder eine Kalbung geschwächt, flackert die Erkrankung wieder auf und der Teufelskreis beginnt von neuem. (gekürzt)