03. Einflussfaktoren auf die Höhe des KuhWert

Zur Berechnung des KuhWerts von Kühen und Ersatzfärsen werden Herdenparameter und Tierdaten aus dem aktuellen vit-Datenbestand entnommen. Als Herdenparameter fließen neben dem Herdendurchschnitt (Milch-kg) auch die mittleren Bestandskennwerte für die Brunstnutzungsrate, die Fruchtbarkeitsrate (NR56) sowie die Merzungsrate in die Berechnung mit ein. All diese Informationen werden mit den betriebsindividuellen ökonomischen Betriebskennwerten wie z.B. dem Milchpreis, den Futterkosten oder dem Wert einer Färse verknüpft. Sofern der Nutzer keine eigenen Angaben hierüber macht, werden aktuell anzunehmende Standardwerte für die tägliche Berechnung herangezogen.

Von allen Tierdaten hat die Milchleistung (305-Tage Leistung sowie ihre Veränderung im Laktationsverlauf) den größten Einfluss auf die Höhe des KuhWerts. Neben der Milchleistung der aktuellen Laktation wird hier die zu erwartende Milchleistung der kommenden Laktationen berücksichtigt. Des Weiteren werden die im Rahmen der Milchleistungsprüfung (MLP) erhobenen Angaben hinsichtlich Laktationsnummer sowie Trächtigkeits- und Laktationsmonat mit herangezogen Mit zunehmender Laktationsnummer steigt die Merzungsrate und damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kuh keine weiteren vollen 60 Monate erlebt und Leistungen erbringt. Jüngere Tiere haben daher tendenziell einen höheren KuhWert als ältere Kühe. Dies zeigt die Abbildung 1 am Beispiel der Entwicklung des KuhWerts für tragende und nicht tragende Kühe anhand eines Praxisbetriebes.

Für Ersatzfärsen erfolgt die Schätzung erst dann, wenn eine Trächtigkeit vorliegt und sie in den nächsten 90 Tagen zur Kalbung anstehen. Da für diese Tiere noch keine Leistungsdaten vorliegen, werden für sie genomischen Zuchtwerte oder alternativ Pedigreezuchtwerte zur Schätzung der künftigen Milchleistung und der somit erwarteten monetären Einnahmen herangezogen.

Abbildung 1: Entwicklung des KuhWerts in Abhängigkeit des Alters, bei Trächtigkeit und Nichtträchtigkeit

Die vergleichsweise bessere Bewertung jüngerer Kühe kann dazu beitragen überhöhte Abgänge vor allem in der 1 und 2. Laktation zu vermeiden. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensleistung aus, da mehr Tiere die Chance bekommen die Folgelaktationen zu erreichen.

Ältere Kühe haben infolge ihrer geringeren Lebenserwartung im Mittel niedrigere KuhWerte. Zur Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit sollte vor allem auch aus züchterischen Aspekten die bisher erbrachte Lebensleistung zusätzlich mitberücksichtigt werden.

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