Der peripartale Krankheitskomplex der Milchkuh

Im Jahr 1999 analysierte der Dairy Herd Health and Productivity Service (DHHPS) der Universität Edinburgh
über 12 Monate hinweg die Behandlungshäufigkeit in 467 britischen Milchviehbeständen mit folgendem
Ergebnis:

Es fällt auf, dass Stoffwechselstörungen mit insgesamt 5,9 % Behandlungen verglichen mit Sterilitäts-, Euter- und Lahmheitsbehandlungen von 70,9 % offenbar keinen Schwerpunkt darstellen. Doch ist dies nur scheinbar der Fall, denn Stoffwechselstörungen sind vielfach die eigentliche primäre Ursache oder der Auslöser für Fortpflanzungsstörungen, Mastitiden, Klauenerkrankungen und Labmagenverlagerungen; sie treten quasi nur in einem anderen Gewand in Erscheinung und werden deshalb bei der Erfassung von Abgangsursachen oder der Behandlungshäufigkeit den Begleit- oder Folgekrankheiten zugeordnet. Es ist offenbar kein Zufall, dass die häufigsten Erkrankungen der Milchkuh in den ersten 2 Laktationsmonaten anzutreffen sind und danach drastisch zurückgehen. In diesem Zeitraum der höchsten Belastung sind es drei metabolische Probleme, welche die Ausgangsbasis für das peritpartale Erkrankungsgeschehen bilden:
• Störungen des Energiestoffwechsels (Verfettung, Fettmobilisationssyndrom, Ketose, akute und subakute Pansenacidose)
• Störungen des Mineralstoffwechsels (Gebärparese, subklinische Hypocalcämie, Euterödem)
• Störungen des Immunsystems (Nachgeburtsverhaltung, Metritis, Mastitis)

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